Hatsune Miku - Project Diva F 2nd Test: Bloß. Nicht. Blinzeln!

Annika Schumann

Hatsune Miku: Project Diva F hat, zur Überraschung vieler Personen, im westlichen Markt ziemlich eingeschlagen und einen großen Erfolg feiern können. Dies führte nun dazu, dass auch der zweite Teil der Rhythmus-Reihe mit dem quirligen, virtuellen Mädchen in Europa erscheint - und das sogar als Retail-Fassung. Manche werden nun die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, andere freudig im Kreis hüpfen. Zu welcher Kategorie ich gehöre, erfahrt ihr nun im Test.

Hatsune Miku - Project Diva F 2nd Test: Bloß. Nicht. Blinzeln!

Das virtuelle Pop-Idol

Hatsune Miku ist seit etlichen Jahren 16 Jahre alt und begeistert immer noch Fans japanischer Pop-Kultur - sie ist wandelbar, lebensfroh und erheiternd. Und virtuell. Hatsune Miku ist ein Phänomen, das zu Beginn lediglich japanische Teens beeindruckt hat; doch mit steigender Verbreitung der Song-Software Vocaloid und den daraus resultierenden, zusätzlichen Stücken und Videos rund um das Mädchen mit den türkisen Haaren, erarbeitete sich das Idol den Weg unter anderem in die US-amerikanische Late-Night-Show von David Letterman und wurde sogar zum Opening-Act für Lady Gaga.

Klar, dass es da nicht lange gedauert hat, bis sie ihre ersten Videospiele bekommt. Nun ist ein weiteres aus der Reihe erschienen und hört auf den Namen Hatsune Miku: Project Diva F 2nd. Der erste Teil feierte große Erfolge, weshalb SEGA nun sogar eine Retail-Fassung sowohl für die PS Vita als auch für die PlayStation 3 auf den Markt gebracht hat. Project Diva F 2nd ist, wie der erste Teil auch, ein Rhythmus-Spiel, bietet jedoch auch einige Simulationselemente und Editoren.

Hatsune Miku Project Diva F 2nd.

Suchtgefahr vorprogrammiert

Vorrangig ist Project Diva F 2nd definitiv ein Rhythmus-Titel und möchte euch daher Geschick und Spielspaß verschaffen. Wenn man jedoch mit diesem Spiel in die Reihe einsteigt, dürfte man relativ erschlagen sein von den bunten Einblendungen, die quer über den Bildschirm fliegen und mit den Buttons rechtzeitig getroffen werden wollen. Anfänger könnten diese vor allem aufgrund der bunten, hastigen Videos im Hintergrund schwer erkennen und nur schlecht Zugang dazu finden - aber bleibt dran, denn es lohnt sich. Eben genau diese Andersartigkeit ist das, was Project Diva F so einzigartig und spaßig macht. Es will den Spieler erschlagen mit seiner Lebensfreude und den hüpfenden, ständig grinsenden Sängerinnen und Sängern. Zwar weiß der Titel auch leisere Töne anzuschlagen, besonders in einer Ballade mit Kagamine Len, doch im Großen und Ganzen versprüht das gesamte Spiel Friede, Freude und Heiterkeit. Für jemanden wie mich, die in der Regel düstere und/oder blutige Titel favorisiert, ist dies definitiv eine überraschend angenehme Abwechslung.

Viele der 40 Songs, die unterschiedliche Genres abdecken, gehen direkt ins Ohr und möchten gerne sofort öfters hintereinander gespielt werden. Durch das erfolgreiche Abschließen der Lieder werden immer wieder neue freigeschaltet. Auf diese Weise könnt ihr auch weitere Kostüme oder Skins erhalten. Besonders diese Tatsachen und die Jagd nach einem ständig steigenden, besseren Highscore bei den Lieblingssongs sind etwas, das mich unzählige Stunden mit dem Spiel verbringen lässt. Es passiert ganz automatisch, dass ich mir sage „Hey, jetzt nur so zwei Titel“ und wenn ich das nächste Mal auf die Uhr schaue, sind drei Stunden vergangen. Der eigene Ehrgeiz wird gepackt, insbesondere auch durch die vier Schwierigkeitsstufen und dem durchaus herausforderndem Gameplay. Ich möchte immer besser werden und das fesselt mich so an dieses Spiel.

Vocaloid besteht nicht nur aus Miku

Die Lieder sind teilweise aus dem ersten Spiel bekannt, jedoch gibt es etliche neue Titel samt neuen Videos - welche leider viel zu kurz kommen. Aufgrund der Tatsache, dass die Einblendungen immer wild hin und her fliegen, ist es kaum möglich, sich auf die teilweise wirklich großartigen Videos - geschweige denn die Untertitel - zu konzentrieren.

Was mir persönlich gefehlt hat, waren mehr Lieder mit Meiko, da ich ausgerechnet mit Hatsune Miku so gar nichts anfangen kann. Mir hat noch nie ihre Stimmfarbe gefallen und deshalb habe ich besonders Megurine Luka und Meiko immer eher präferiert. Mein Favorit ist jedoch Kaito, der zwei meiner drei Lieblingslieder in Project Diva F 2nd präsentiert. Aber das ist alles reine Geschmackssache. Fans von Miku werden auf jeden Fall genug Futter bekommen, alle anderen können zumindest die Diva austauschen, sodass sie zwar mit ihrer Stimme, aber nicht ständig mit dem Aussehen von Miku konfrontiert sind. Besonders schön ist das, wenn ich Kaito in Lieder packe, die sich rein um die Hauptperson (wie zum Beispiel das Herausforderndste namens „The Intense Voice of Hatsune Miku“) drehen und er dann mit einer piepsigen Stimme singt. Köstlich.

Wer seinen Fingern eine Pause vom Gameplay gönnen möchte, der kann sich anderweitig mit den Diven beschäftigen. Ihr könnt ihnen Geschenke machen oder sie an unterschiedlichen Stellen berühren, damit sie euch mögen. Ja, klingt komisch. Ist es auch.

Außerdem könnt ihr eure eigenen Musikvideos und Spiele mit dem Editor erstellen oder neue Skins für euer Display kaufen, sodass ihr weitere Abwechslung beim Spielen habt. Eure Kreationen könnt ihr übrigens anschließend mit der Welt teilen.

Alles in Allem ist Hatsune Miku: Project Diva F 2nd ein liebevoll gestaltetes Spiel, bei dem sofort jeder merkt, dass die Macher selber große Fans sind und so auch ihren Gleichgesinnten nur das beste Hatsune-Miku-Feeling bringen möchten.

Fazit:

Ich, als alter Otaku, bin absolut süchtig nach diesem Spiel und habe sehr viel Spaß damit, da ich ständig auf der Jagd nach weiteren, freischaltbaren Kostümen und dem nächsten Highscore bin. Allerdings ist das Gameplay nichts für Neueinsteiger und diese sollten zunächst mit dem ersten Part der Serie beginnen.

Das Interesse an japanischer Musik und der dazu passenden Popkultur sollte außerdem definitiv bei jedem Spieler vorhanden sein, der sich auf Project Diva F 2nd einlässt. Alle anderen dürften nämlich durch die quietschbunten Videos, den ungewohnten Klängen virtueller Sänger und den chaotischen, wild über den Bildschirm fliegenden Einblendungen irritiert sein - und sich dann fragen, was zur Hölle die Japaner eigentlich für einen Geschmack haben.

Es wurde die PS3-Version getestet. Es existiert auch eine PS-Vita-Fassung.

So testen wir: Die GIGA-GAMES-Wertungsphilosophie

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