Der kahlköpfige Meuchelmörder Agent 47 wird wieder einmal auf die Welt losgelassen. Ich war einen Tag lang in London und habe dort eine spielbare Version des neuen Hitman in die Hände bekommen. In meiner Vorschau zeige ich euch, was ich vom neuen Konzept der Episodenstruktur halte und was diesen Ableger der beliebten Spielereihe so erfrischend anders macht.

 

Hitman

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Hitman Beta Launch-Trailer

Eine Reise, die ist lustig. Vor allem, wenn sie für einen Tag nach London geht, wo ich das neue Hitman anspielen durfte. Dabei hatte ich genug Zeit, um in die ersten Stunden des kommenden Sandbox-Spiels reinzuschauen und mir eine erste Meinung zu bilden. Schließlich haben sich die Macher einiges vorgenommen. Hitman soll der erste Triple-A-Titel in Episodenform werden und so den Grundstein für zukünftige Titel legen.

Und das alles garnieren die Entwickler dann noch mit einer Menge Wiederspielwert und ordentlich Raum für Entdecker. Ich verrate euch in meiner Preview, was ich vom neuen Ansatz der Entwickler halte und wie sich die Ambitionen des Spiels auf eure Spielerfahrung auswirken.

Der Hitman kommt in Episoden

Ja, schon lange vor dem Presse-Event war klar: Der neue Hitman wird zum Episodenspiel. Zunächst erscheinen im März „nur“ der Prolog sowie die erste Episode zusammen als Paket. Diese Meldung sorgte auch bei unserer Community für viel Aufsehen. Und um ganz ehrlich zu sein, war auch ich etwas skeptisch, welchen Weg Square Enix und IO Interactive da einschlagen. Nun kann ich euch aber Entwarnung geben.

Die Episodengestaltung von Hitman tut dem Spiel nicht weh. Es verbessert das Erlebnis sogar. Denn auch wenn ich mit dem Vorgänger Hitman: Absolution Spaß hatte, fehlte mir immer wieder der letzte Kick. Entweder gab es zu wenige Möglichkeiten, die Ziele auf möglichst kreative Weise auszuschalten oder die Wege waren nicht gleich ersichtlich. Dank der Stückelung in mehrere Teile haben die Entwickler ausreichend Zeit, sich neue Gemeinheiten und versteckte Optionen einfallen zu lassen und auf Feedback der Fans zu reagieren. Und das habe ich bereits in der gespielten Preview-Fassung gemerkt.

Das steckt zum Release im Spiel

Zum Start von Hitman wird es, wie bereits erwähnt, nur den Prolog und das erste Kapitel geben. In der Einführung, die gleichzeitig auch als Tutorial dient, werdet ihr in die ersten Stunden der Ausbildung von Agent 47 zurückgeworfen. Viele Jahre vor den Ereignissen der ersten Episode trifft er dort zum ersten Mal auf Diana Burnwood. Hitman-Veteranen werden sie als die sanfte Stimme im Hintergrund kennen, die den kahlköpfigen Assassinen auf jeder Mission tatkräftig unterstützt.  Im neuen Ableger der Reihe erfahrt ihr endlich mehr über ihre besondere Beziehung zueinander.

Unboxing der Hitman Collectors Edition im Video!

Doch in den ersten beiden Missionen des Prologs müsst ihr euch dafür erst eure Sporen verdienen. Die ICA, die den Hitman-Frischling auf die Probe stellen will, baut in ihren heiligen Hallen einen Testkurs auf, der aus zwei Aufträgen besteht. Zunächst müsst ihr den Auftragskiller Kalvin „The Sparrow“ Ritter auf einem Schiff eliminieren. Danach geht es weiter mit Schachgenie und Spion Jasper Knight, der sich auf einem sowjetischen Fliegerstützpunkt aufhält. Da es sich bei beiden Aufträgen um Übungen von längst vergangenen Aufträgen anderer Agenten handelt, sind die Szenarien aus Holz und Pappe nachgebaut. Das verleiht schon dem Tutorial einen ganz eigenen Charme.

Habt ihr das Training abgeschlossen, geht es direkt einige Jahre in die Zukunft zum Hitman der Jetztzeit. Der Auftragsmörder ist auf dem Weg zu einer Modeshow in einem luxuriösen Anwesen in Paris. Hier gibt es zwei Ziele, die ungesehen von der Bildfläche verschwinden müssen. Und das möglichst, ohne die vielen Zivilisten und Wachen zu alarmieren.

Schier unendliche Möglichkeiten der Sandbox

Damit ihr eure Ziele auch stilsicher ausschalten könnt, gibt es wieder zahlreiche Objekte, Waffen und Mechanismen, die ihr einsetzen dürft. Wie schon in den vorherigen Teilen sind die Möglichkeiten unglaublich. Vom (fast schon öden) Wurfmesser, über Gift in verschiedenen Getränken und Essen, bis hin zum Abschuss eines Schleudersitzes ist fast alles vertreten. Die Entwickler versprechen: Habt ihr eine besondere Idee für eines eurer Ziele? Dann wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit auch eine Option dafür geben. So soll euch immer das Gefühl vermittelt werden, dass ihr die Kontrolle über das Spiel habt und den Fertigkeiten eines Agent 47 gerecht werden könnt.

Und dafür sind auch die Verkleidungen aus den vorherigen Hitman-Teilen wieder mit an Bord. Im Gegensatz zu Absolution funktionieren sie nun ein wenig anders. Schnappt ihr euch eine Verkleidung, werdet ihr nicht mehr von allen Personen, die das gleiche Outfit tragen, verdächtigt. Stattdessen gibt es nur einige von ihnen, die mit einem weißen Punkt über ihren Köpfen markiert werden. Das führt zu deutlich weniger Frustmomenten beim Infiltrieren und ist in meinen Augen ganz klar eine Verbesserung der Mechanik.

Zudem sind die Spielplätze, auf denen ihr die Ziele verfolgt nun größer denn je. Paris zählt zu den größten Arealen, die ein Hitman je zu bieten hatte. Um diesen Eindruck und die Glaubhaftigkeit der einzelnen Level noch zu verstärken, wurde auch an der KI-Front deutlich nachgelegt. Jeder der NPCs hat einen eigenen Namen, eine Aufgabe und geht dieser im Laufe der Mission eigenständig nach. Und das ist besonders beeindruckend, wenn allein in Paris mehr als 300 der KI-Kameraden die Spielwelt bevölkern.

Die Systemanforderungen von Hitman

Die Story als Episodenkleber

Damit die Episoden nicht einfach lose und ohne Zusammenhang veröffentlicht werden, wird es eine übergeordnete Geschichte geben, die das ganze Konstrukt zusammenhält. Zum Zeitpunkt meiner Preview und auf dem Presse-Event behielten die Entwickler jedoch die genauen Details zur Story noch größtenteils geheim. Aufgrund des Prologs vermute ich, dass es sich vor allem um die Beziehung zu Diana Burnwood und den ersten Aufträgen des Hitman bei der ICA drehen wird.

Technisch auf der Höhe der Zeit

Neben Gameplay und Story muss auch die technische Seite des Spiels ihren Teil beitragen. Und das, was ich in der Preview-Version gesehen habe, hat mich überzeugt. Das neue Hitman sieht eine ganze Ecke besser aus als noch Hitman: Absolution und kann auf allen Plattformen seine Stärken ausspielen. Auf dem PC werden jedoch AMD-Nutzer ihre wahre Freude haben. Das Spiel wird bereits jetzt in Zusammenarbeit mit dem Hersteller entwickelt und bietet einige Vorteile in Sachen Grafik, wenn ihr eine dieser Grafikkarten in eurem Rechner verbaut habt. Zudem wird Hitman als eines der ersten Spiele auf dem Markt DirectX12 unterstützen.

Weg von der grafischen Seite und hin zur Technik im Spiel. Einer der größten Kritikpunkte an Hitman: Absolution waren die teils unfair verteilten Checkpoints. Diese sind nun endgültig Geschichte. In diesem Hitman dürft ihr frei speichern, egal wann und wo. Abgesehen davon wird natürlich in regelmäßigen Abständen ein automatischer Kontrollpunkt angelegt. So könnt ihr euch den perfekten Ablauf für euer Attentat nach und nach zusammenstellen, anstatt immer wieder zum Start zurückgesetzt zu werden.

Auf der nächsten Seite erfahrt ihr, welche besonderen Features Hitman hat, in welcher Reihenfolge die Episoden veröffentlicht werden und was das Spiel kosten wird. Außerdem lest ihr mein Vorschau-Fazit zu Hitman.