Die erste Episode des generalüberholten Hitman erscheint morgen. Ich sage euch in unserem Test, wie viele Möglichkeiten das Action-Adventure bietet und ob sich der Kauf schon jetzt und vor Veröffentlichung des kompletten Games lohnt.

Der Premiere-Trailer zu Hitman:

Hitman Season Premiere-Trailer.

Nachdem ich bereits im Januar bei einem Preview-Event zum neuen Hitman in London war, gibt es nun den Test zur ersten Episode des Schleich-Spiels. Ich verrate euch, was euch inhaltlich erwartet und welche neuen Features Hitman bietet.

Die Serie rund um den glatzköpfigen Agenten hat schon seit vielen Jahren Kultstatus erreicht. Schließlich verkleiden sich auch heute noch zahlreiche Cosplayer auf Messen im Stile von Agent 47. Und das nicht nur, weil das Kostüm relativ einfach zu reproduzieren ist. Jetzt, mit der neuen Episodenform des Spiels, stellt sich natürlich die Frage, ob die Entwickler den Erwartungen der treuen Fangemeinde immer noch gerecht werden können.

Hitman Collectors Edition im Unboxing-Video

Um dieser Frage näher auf den Grund zu gehen, werfen wir direkt nach dem Review der ersten Episode einen kleinen Blick in die Kristallkugel. Dann dreht sich nämlich alles um die Zukunft der Reihe und den aktuellen Fahrplan für Hitman. Welche Episoden erwarten euch noch nach dieser, und - wichtiger - hält euch die Rahmenhandlung, die sich über alle Episoden erstreckt, überhaupt bei der Stange?

Aller Anfang ist schwer

Die erste Episode von Hitman kommt mit einem kleinen Extra daher. Statt – wie bei kommenden Folgen – nur eine Mission zu haben, startet ihr hier mit dem Prolog. Dieser ist gleichzeitig Tutorial und bringt euch die Grundlagen schnell bei. Schauplatz ist das geheime Lager der Agency, in dem Agent 47 etwa 20 Jahre vor den Ereignissen der ersten Episode ausgebildet wird.

Seht hier das Intro-Video von Hitman!

Der Aufnahmetest für die geheime Agentur ist jedoch schon die erste Herausforderung für eure Agentenküste. Es gilt, in zwei kleinen Missionen Ziele auszuschalten. Doch dank zahlreicher Objekte und den neuen „Gelegenheiten“ wird dies ein großer Spaß. Die Gelegenheiten bieten euch neue Optionen, um größere Attentate zu realisieren und spezielle Wege zu finden. Müsst ihr den russischen Spion im Jethangar ausschalten, belauscht ihr einfach ein Gespräch der Techniker. So wird euch schnell klar, dass ihr den Schleudersitz manipulieren könnt, um dem Ziel einen ungewollten Höhenflug zu verpassen.

Diese Gelegenheiten finden sich zu Hauf in jeder Mission. Bis ihr alle Lösungswege verfolgt habt, werdet ihr die Aufträge sehr oft gespielt haben. Und das ist in keinem Fall negativ gemeint, denn die Abwechslung ist groß: So meuchelt ihr euch an Handlangern vorbei, verkleidet euch, um neue Gebiete zu passieren, oder schnappt euch die nötige Bewaffnung. Natürlich dürft ihr euch - wie für die Serie typisch - nicht entdecken lassen. Im Gegensatz zum Vorgänger Hitman Absolution gibt es jetzt nur noch einige wenige NPCs, die euch in eurer Verkleidung erkennen können. Fliegt ihr auf, wird euer Agent 47 gnadenlos gejagt.

Episode 1: Showstopper

Habt ihr euch im Prolog die Sporen verdient, geht es 20 Jahre in die Zukunft nach Paris. Auf einer Fashion-Show gibt es erneut zwei Ziele. Oligarch Novikov und Ex-Supermodel Margolis vertreiben sich die Zeit aber nicht nur mit der Organisation hinter dem Laufsteg, sondern betreiben ein globales Netzwerk von Informationshändlern aus Spionen. Da sie nun in den Besitz einer Liste mit den Identitäten einiger MI6-Agenten im Nahen Osten gekommen sind, sollt ihr sie stoppen. Möglichst, bevor sie diese an den Meistbietenden verkaufen.

So viel müsst ihr für die Hitman-Episoden zahlen

Auch hier bieten sich wieder zahlreiche Gelegenheiten, die Situation anzugehen. Wollt ihr das Feuerwerk der Fashion-Show nutzen und eine Ablenkung schaffen? Oder verkleidet ihr euch als Supermodel Helmut Kruger und kommt so ohne Aufsehen hinter die Kulissen? Wer die Augen offen hält und viel ausprobiert, wird durch coole Möglichkeiten belohnt.

Solltet ihr mit dieser Mission durch sein, ist aber noch lange nicht Schluss. Dank der Online-Anbindung gibt es noch zwei neue Features für Hitman. Das sind zum einen die sogenannten Elusive Targets: Ziele, die nur für 24 Stunden in der Spielwelt auftauchen. Ihr könnt sie in Ruhe beobachten und euren Angriff planen. Greift ihr jedoch an oder zieht die Aufmerksamkeit auf euch, zählt dieser Versuch inklusive Wertung. Egal, ob das Ziel ungesehen ausgeschaltet wird oder euch vor der Nase wegrennt.

Das zweite Feature, das euch noch lange beschäftigen wird, sind die Eskalationen. Zu Beginn sind diese Auftragsmorde noch leicht zu erledigen. Mit jeder neuen Runde kommt allerdings ein weiteres Element (wie zum Beispiel eine vorgegebene Waffe) hinzu, das erfüllt werden muss, um den Auftrag erfolgreich abzuschließen. So schaukeln sich die Missionen immer weiter auf, wodurch auch eingefleischte Hitman-Experten eine Herausforderung geboten bekommen.

Ein riesiger Spielplatz

Etwa drei bis vier Stunden – sechs bis sieben, wenn man die Preview mitrechnet - habe ich mich nun in den ersten Levels von Hitman herumgetrieben. Und die Optionen sind mir noch lange nicht ausgegangen. Immer wieder gab es neue Möglichkeiten, die wenigen Ziele auf besonders kreative Weise zu eliminieren. Dabei müsst ihr euch natürlich selbst Herausforderungen setzen oder die Contracts der Community annehmen.

Die Entwickler hoffen künftig auf mehr Episodenspiele

Wer wirklich nur durch das Spiel hetzt, wird in wenigen Stunden fertig und vor allem unbefriedigt sein. Das neue Hitman zieht seine Faszination aus der hohen Wiederspielbarkeit. Das muss euch spielerisch natürlich auch gefallen, ganz klar. Aber für mich geht die Rechnung sehr gut auf. An einigen Stellen kam ich ins Grübeln, wie ich die beste Wertung einheimsen kann. Das neue Hitman ist quasi ein großes und tödliches Puzzle, bei dem alle Teile ineinander übergreifen.

Technisch mit kleinen Schwächen

Für den Test von Hitman habe ich eine PS4-Version herangezogen. Die technische Leistung dieser Version ist alles andere als schlecht und schafft es, die Grafik des neuen Hitman gut rüberzubringen.

Auf dem PC wird sicherlich wieder etwas Luft nach oben sein. Vor allem bei der Kantenglättung zieht die PS4 den Kürzeren. An einigen Stellen fallen die flimmernden Ecken von Objekten unschön ins Auge. Zudem sind die Ladezeiten – insbesondere die der Menüs – sehr lang. Das mag vor allem daran liegen, dass die Menüs im Spiel etwas hakelig und schwerfällig reagieren. Diese Fehlerchen könnten aber im Nachhinein noch per Patch ausgebessert werden.

Rahmenhandlung mit Potenzial

Bis zum Test war die Handlung rund um Hitman noch absolute Geheimsache. Selbst bei der Preview in London gab es keine Infos. Inzwischen gibt es aber einige Zwischensequenzen, die mehr über die Story des Episodenspiels verraten. Hauptakteur dieser Clips ist aber nicht Agent 47, sondern ein mysteriöser Unbekannter.

Dieser zieht offenbar aus dem Hintergrund die Fäden und handelt nach seiner ganz eigenen Agenda. Doch welche Ziele verfolgt er? Und wird er der neue Gegenspieler für den Hitman? Leider gibt die erste Episode keine weiteren Antworten auf diese Fragen. Viel mehr ist sie ein Appetitanreger auf die kommenden Ereignisse. Und das klappt. Schon jetzt habe ich Lust, mehr über die Ereignisse und die Intentionen des Unbekannten zu erfahren.

Die Zukunft der Hitman-Reihe

Wer sich nun fragt, ob Hitman jemals wieder zur normalen Form zurückkehrt, den muss ich wahrscheinlich enttäuschen. In meinen Augen ergibt der Schritt zur Episodenform Sinn, und denke, dass die Macher nicht noch einmal daran drehen werden. Dafür bauen sie sich gerade ein großes Konstrukt auf, das die Spieler auch über einen langen Zeitraum an sich bindet. Und das eben nicht nur für ein paar Wochen, wie beim Vorgänger Hitman Absolution.

Alle Hitman-Editionen im Überblick

Immerhin steht im April mit dem Ausflug ins italienische Sapienza schon die nächste Episode ins Haus . In den Folgemonaten soll es, laut Plan der Entwickler, immer wieder eine Folge des Hitman mit zahlreichen neuen Gelegenheiten, Contracts und Herausforderungen geben. Da motiviert die ständige Jagd nach dem Highscore. Und da die Fans so regelmäßig in den Genuss von zusätzlichen Inhalten kommen, wage ich zu behaupten, dass das Konzept aufgehen wird.

Mein Test-Fazit zu Hitman - Episode 1:

Der Eindruck zur ersten Episode von Hitman hat sich seit dem Review-Event nicht wirklich verändert. Ich finde die Entscheidung, die Veröffentlichungsstruktur komplett zu ändern, wirklich gelungen. Für den geringen Preis von 15 Euro könnt ihr euch schon einige Stunden in der Welt des Agenten tummeln und selbst entscheiden, ob euch die weitere Reise das restliche Geld wert ist.

Zudem gibt die Zeit zwischen den einzelnen Episoden den Entwicklern genug Zeit, um auf Feedback zu reagieren und die Spieler mit den neuen Features zu fordern. Elusive Targets, Eskalationen und Contracts werden Fans der Reihe noch mehr Wiederspielbarkeit geben, als es ohnehin schon gibt. Dank der Online-Interaktionen wird das neue Hitman wirklich zu einer Welt der Assassinen.

Eine Wertung möchten wir an dieser Stelle noch nicht vergeben. Erst, wenn klar ist, wie die weiteren Episoden verlaufen und inwiefern die Geschichte im Zusammenhang funktioniert, werden wir eine nachträgliche und übergreifende Wertung aussprechen.

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