I Am Setsuna in der Vorschau: Ein klassisches RPG für Fans von Chrono Trigger und Final Fantasy

Cliff Amador

Square Enix kündigte vor Kurzem ein neues Rollenspiel an: I Am Setsuna soll sich wieder auf die klassischen RPG-Ideen berufen und sich vor allem an Fans von Chrono Trigger und der älteren Final-Fantasy-Teile richten. Wir haben das Spiel für euch angezockt und berichten in unserer Vorschau über die Details.

I am Setsuna: Teaser-Trailer.

Rollenspiele haben in den letzten Jahren eine ziemliche Wandlung durchgemacht: Rundenbasierte Kampfsysteme wichen modernen Echtzeitkämpfen, Oberwelten wurden durch einstiegsfreundliche Schlauch-Areale ersetzt und auch die Erzählungen machten Platz für zeitaktuelle Mindfuck-Geschichten. Gegen all das ist prinzipiell nichts einzuwenden, aber manchmal vermissen wir dann doch dieses aufregende Gefühl, das wir empfanden, als wir vor dem Super Nintendo oder der alten PlayStation saßen und ganze Königreiche vor dem Verderben bewahrten. Dass der Wunsch der Spieler nach mehr Titeln dieser klassischen Art da ist, machte Bravely Default 2013 überdeutlich.

Wünsche werden eben doch erfüllt

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Damit sich Square Enix voll und ganz auf die nächsten Final Fantasys konzentrieren kann, hat das Unternehmen die Tochterfirma Tokyo RPG Factory ins Leben gerufen, ein Entwicklerstudio, das sich nach dem Geschmack der Nostalgiker richtet und damit auch eine nicht zu unterschätzende Marktlücke schließt.

Um auch gleich mit dem Debüt alles richtig zu machen, setzt Tokyo RPG Factory für I Am Setsuna auf eine melancholische Pilgerreise. Hauptprotagonistin Setsuna soll sich als Opfergabe für ein Monster darbieten, das alle 10 Jahre ein Leben fordert. Aus unerklärlichen Gründen wütet das Ungeheuer jedoch wesentlich früher als prophezeit, weshalb sich Setsuna gemeinsam mit ihren kampferprobten Begleitern auf den Weg macht, um weiteres Chaos zu verhindern.

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Offene Welten und hungrige Monster

I Am Setsuna knüpft aber nicht nur mit seiner direkten Handlung an Rollenspiele aus der 16-Bit-Ära an. Gerade spielerisch orientiert sich der Titel an Chrono Trigger und bringt uns das altbewährte „Active Time Battle“-System zurück. Aktiv am Kampf können drei eurer Party-Mitglieder teilnehmen, deren Reihenfolge ihr gemütlich über das Spielmenü anordnen könnt. Ist die organisatorische Arbeit getan, kann der Spaß auch schon losgehen.

Anders als bei rundenbasierten Fights, dürft ihr eure Truppe angreifen lassen, sobald sich die Aktionsleiste des jeweiligen Charakters gefüllt hat. Der Rest ist dank altbewährter Magie und anderen Aktionen ziemlich selbsterklärend. Ganz von moderneren Titeln kann sich aber auch I Am Setsuna nicht loslösen, denn mit Zufallskämpfen werdet ihr euch zum Glück nicht abquälen müssen. Stattdessen könnt ihr Feinde direkt auf dem Feld sehen und bei Bedarf auch meiden, falls ihr gerade keine Lust auf eine Schlägerei habt.

Während einer Anspielsession bei Square Enix durfte ich einen kurzen Blick auf die Spielwelt werfen, und die erinnerte mich sofort an Bravely Default – woran vor alldem die putzigen Hauptcharaktere ihren Teil beitrugen. Anlaufstellen für handfeste Abenteuer findet ihr über die malerisch gestaltete Oberwelt, die mit Höhlen, Dörfern und Wäldern zugepflastert ist. Ein schicker Soundtrack sorgt noch für den nostalgischen Overkill.

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Mein Vorschau-Fazit zu I Am Setsuna:

Wer JRPGs wie Final Fantasy 1 bis 6 vermisst und eine Auszeit von actiongeladenen und unruhigen Schnetzel-Orgien der aktuellen Rollenspiel-Generation braucht, für den ist I Am Setsuna vielleicht genau die richtige Ablenkung. Der erste Eindruck jedenfalls macht Lust auf ein Videospiel, das sich den Bedürfnissen der alten Schule verschrieben hat. Taktische Kämpfe, hübsche Welten und die Möglichkeit, aus dem eigenen Team einen Haufen durchtrainierter Rambos zu machen – mehr braucht es da fast nicht. Ob dieses Konzept aber auch in seiner Vollversion aufgehen kann, erfahren wir, wenn I Am Setsuna als Download für den PC und die PlayStation 4 erscheint. Der Termin dafür ist der 19. Juli 2016.

Zuerst hatte ich die Befürchtung, dass I Am Setsuna ein stumpfes Replikat der ersten Final-Fantasy-Ableger werden würde, doch dank einer interessanten Story und der erfrischenden Optik wirkt I Am Setsuna auf mich viel mehr wie eine Hommage. Sicher wird hier nicht das Rad neu erfunden, aber das ist auch gar nicht das Ziel. Viel mehr versucht I Am Setsuna, ein Gefühl auszugraben, von dem wir glaubten, es auf dem Weg zum Erwachsenwerden verloren zu haben.

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