Jurassic World Evolution: Wir haben den Dino-Freizeitpark angespielt

Alexander Gehlsdorf

Ganze vier Filme existieren inzwischen zum Thema „Warum ein Park voller Dinosaurier keine gute Idee ist“. Frontier Development geht dennoch das Risiko ein und eröffnet einen weiteren. Gott sei Dank ist diesmal aber ein verantwortungsvoller Parkleiter zuständig — nämlich du.

Jurassic World Evolution: Pre-Order Trailer.
Wenn du schon einmal einen Jurassic Park Film gesehen hast, wirst du dich sicher an die jeweils ersten zehn Minuten erinnern, in denen das Treiben im Park seinen gewohnten Gang geht. Natürlich dauert es nie lange, bis der erste Besucher im Schlund eines eigentlich ausgestorben Urzeitbiests landet und der wahre Leinwandspaß beginnt.

Ob den Entwicklern von Jurassic World Evolution der weitere Verlauf der Filme wohl zu gruselig war, kann ich nur vermuten. Jedenfalls haben sie sich in ihrem Spiel ausschließlich auf das — meist friedliche — Management des Parkgeländes, die Verpflegung der Besucher, die Zucht und Haltung der Dinosaurier und der Verwaltung der finanziellen Mittel konzentriert.

Mit Parksimulationen kennen sich Frontier Developments aus, schließlich war das Studio unter anderem bereits für RollerCoaster Tycoon 3 und zuletzt Planet Coaster verantwortlich. Erneut möchten also Besucher mit genügend Imbissbuden versorgt, Wege und Zäune platziert, Eintrittspreise festgelegt und ein optisch ansprechendes Parkgelände geschaffen werden.

Statt Achterbahnen wollen die Besucher eines Jurassic Park aber natürlich vor allem eins: Dinos gucken! Dementsprechend ist es deine Aufgabe, für ein ideales Lebensumfeld zu sorgen, die Gehege mit Wasser und Futterstellen zu versorgen und natürlich darauf zu achten, dass die Zäune auch halten und niemand zu schaden kommt.

Anfangs ist das noch relativ einfach, denn die nahe liegende Option für neue Spieler sind pflegeleichte Pflanzenfresser wie der Struthiomimus. Nach einer kurzen Inkubationszeit werden diese in das Gehege entlassen und können zudem einzeln benannt werden. In meinem Fall macht es es sich also wenig später die frisch geschlüpfte Regina in ihrem neuen Zuhause gemütlich.

Damit diese nicht allein ist, bekommt sie außerdem Gesellschaft in Form der Triceratops-Dame Mara. Da es sich bei beiden um Pflanzenfresser handelt, winkt ihnen eine harmonische Zukunft im gemeinsamen Gehege — dachte ich jedenfalls und dann wurde die arme Mara krank.

Zwar handelt es sich in diesem Fall nur um eine simple Grippe, behandelt werden muss diese aber trotzdem. Doch wie soll ein 10.000 Kilogramm schweres Tier behandelt werden, ohne dass ich dabei zu Tode getrampelt werde?

Die Antwort ist die Ranger Station, von der aus meine furchtlosen Parkmitarbeiter ausrücken um in den Gehegen nach dem Rechten zu sehen. Unterwegs sind die wahlweise per Jeep oder Helikopter und wenn mir die Wartezeit oder das bloße Zusehen zu langweilig ist, kann ich auch jederzeit selbst die Kontrolle über das Team übernehmen.

Per Narkosegewehr wird das Tier schließlich in den Schlaf versetzt und die Behandlung kann beginnen. Dino gesund, Tag gerettet! Um Krankheiten in Zukunft vorzubeugen, habe ich außerdem die Möglichkeiten, die Gene meiner Dinosaurier zu manipulieren. Dadurch lassen sich Werte wie die Lebensdauer oder die Krankheitsresistenz meiner Schützlinge erhöhen. Gleichzeitig gehe ich damit aber auch das Risiko ein, dass der Inkubationsprozess fehlschlagen könnte.

Allerdings können gesunde und langlebige Pflanzenfresser die Besucher ohnehin nicht langfristig bei Laune halten. Die sehnen sich nach Spektakel und Spektakel bedeutet im Jurassic-Park-Universum selbstverständlich gefährliche Fleischfresser!

Damit dabei niemand zu Schaden kommt, gelten für so ein Ungetüm natürlich strengere Sicherheitsvorkehrungen, etwa stabile Elektrozäune. Außerdem ist es keine gute Idee, einen fleischfressenden Dinosaurier im selben Gehege zu halten, wie einen Pflanzenfresser. Natürlich kann im schlimmsten Fall — ganz im Geiste der Filmvorlage — auch alles schief gehen, sodass die Urzeitbestie sich ihr Mittagessen außerhalb ihres Geheges sucht.

Bricht ein Dino aus und beginnt Besucher zu verspeisen, bedeutet das jedoch nicht automatisch das Ende des Spiels. Stattdessen hast du dank entsprechender Sicherheitsteams die Möglichkeit, die Situation wieder unter Kontrolle zu bringen. Dementsprechend erinnern die ausgebüchsten Ungetüme am ehesten an die Naturkatastrophen aus Sim City.

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Um die Inkubation eines solches Ungetüms aber überhaupt zu beginnen, muss zuerst ein passendes Fossil gefunden werden. Zu diesem Zweck stehen mir Expeditionen auf der ganzen Welt zur Verfügung, um die nötige DNS aufzutreiben. Um etwa den gefräßigen Ceratosaurus zu finden, schicke ich eine Expedition in den Bundesstaat Utah.

Diese Locations sind nicht zufällig gewählt, stattdessen basieren diese auf tatsächlichen Ausgrabungsstätten der entsprechenden Dinosaurier. Interessierte Spieler können daher also auch ganze Stunden in der Spiel-internen Enzyklopädie verbringen, in der zahlreiche Fakten und Informationen zu den unterschiedlichen Ungetümen gesammelt sind. Wer bereits als Kind nicht genug vom Dinosaurier-Quartett bekommen konnte, fühlt sich hier also wie zuhause.

Fleischfressende Dinosaurier freuen jedoch nicht nur die Parkbesucher sondern auch die Sicherheits-Fraktion. Diese steht neben der Wissenschaft- und Entertainment-Fraktion als Auftraggeber zur Verfügung und will, dass du deinen Park ganz nach ihren Vorstellungen entwickelst.

Die Wissenschaftler haben es auf immer weiter gehende Manipulierung der Gene abgesehen, die Herren der Sicherheit haben — garantiert ganz ohne Hintergedanken — hohes Interesse an immer gefährlicheren Dinosauriern und die Kollegen vom Entertainment wollen wie immer nur dein bestes: dein Geld.

Ob es wirklich die beste Idee ist, die Interessen deines Parks einer der drei Fraktionen zu unterstellen, das hinterfragt in regelmäßigen Abständen Dr. Malcom, gesprochen von Jeff Goldblum, der auch im aktuellen Kinofilm Jurassic World: Fallen Kingdom wieder mit von der Partie sein wird.

Kurz nach dem Start des Films, nämlich am 12. Juni, wird Jurassic World Evolution für den PC, die PlayStation 4 und die Xbox One erscheinen. Ob du einen Park ganz ohne verspeiste Besucher führen kannst, darfst du also spätestens dann selbst herausfinden.

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