Kingdom Hearts 3: Es geht weiter – bunt und düster zugleich

Daniel Kirschey

Los Angeles, Santa Monica. Die Haut wird langsam braun, bei einigen gar schon knusprig. Was GIGA GAMES an der Westküste der Vereinigten Staaten macht? Das ist einfach beantwortet: Square Enix lädt zum Anspielen ein. Zum Anspielen von Kingdom Hearts 3.

Kingdom Hearts 3: Toy-Story-Trailer.

Ja, das Spiel existiert wirklich. Auch wenn einige den Verdacht hatten, dass es nie erscheinen würde. Doch dem ist nicht so. Wir müssen es wissen, denn wir haben es angespielt. Und siehe da: Kingdom Hearts 3, das Ende der Dark Seeker-Trilogie, wird düster. Das verspricht zumindest Game Director Tetsuya Nomura und sein Team von Square Enix. Die Spannung steigt, der Bildschirm flammt auf und es geht los.

Schon im ersten Abschnitt, einem Tutorial in der Olympus-Welt, ist deutlich sichtbar, dass Nomuras Worten Glauben geschenkt werden kann. Eine dunkle, leuchtend blaue Welt glänzender Steinwälle wartet auf Sora. Ein Titan wirft mit Steinen. Herzlose, die Gegner des Spiels, lauern dem Schlüsselschwertträger auf. Kurz innegehalten: Kingdom Hearts 3 sieht prächtig aus. Die Comic-Grafik schafft es, trotz ihres innewohnenden Unrealismus erstaunlich lebhaft auszusehen. Wettereffekte und dynamisches Licht leuchten die bläuliche Szenerie aus. Dieser Umstand wird auch gekonnt durch die offenere Gestaltung der Level erzielt.

Während du im zweiten Teil der Reihe meist durch lineare Gassen gelaufen bist und schwache Herzlose vermöbelt hast, weitet sich die Welt in Kingdom Hearts 3 etwas. In der Olympus-Welt kannst du die Steinwälle etwa hochlaufen, sie sind also keine klassischen Levelbegrenzungen. Oben angekommen, haust du dann auch geschwind den Steine-werfenden Titanen um. Schon bei diesem kurzen Kampf fallen die Neuerungen gegenüber den alten Teilen auf. Sora stehen mehrere Fähigkeiten zur Verfügung.

Mit Magieangriffen direkt aus Final Fantasy entsprungen, heizt ihr den Gegner ordentlich ein – Feura macht’s möglich. Besonders starke Angriffe sind sogenannte Attraktionen. Den nervigen Titanen haben wir beispielweise mit einem Feuerwerk an Bord der „Thunder Mountain“-Lokomotive platt gemacht. Diese Attraktionen verändern sich, je nachdem in welcher Spielwelt du gerade bist – nachempfunden sind sie den Attraktionen aus den echten Disneyland-Parks. Aus Teil eins der Kingdom Hearts-Reihe kennst du vielleicht noch Links. Also, die Möglichkeit für deine Magiepunkte eine mächtige Disney-Figur zu beschwören und etwa mit Ariel den Herzlosen einen Wasserangriff ins Gesicht zu plätschern. Aus dem PSP-Spiel Kingdom Hearts - Birth by Sleep ist dann noch die Shotlock-Funktion dazugekommen, mit der du mehrere Feinde auf einmal anwählen kannst, um dann einen Rundumschlag auszuführen.

Die Second Form, die wohl auf eine Wiederkehr der Drive Form aus Kingdom Hearts 2 hinweist, ist auch mit von der Partie. Natürlich bleibt zu allerletzt Sora noch sein Schlüsselschwert, mit dem du kräftig zuhaust. Nach einigen gut platzierten Treffern lädt sich das jeweilige Schlüsselschwert auf. Aus dem Hammerschwert wird dann beispielsweise ein Bohrerschwert, das einen stärkeren Flächenschaden anrichtet. Wie du siehst, ist der Kampf – der sich teilweise etwas unpräzise steuert, jedoch noch im Rahmen – ganz schön überladen. So ist es auch nicht immer ersichtlich, wie die Partymitglieder Goofy und Donald in der Olympus-Welt ausrichten.

Später kommen noch Buzz und Woody dazu. Denn der nächste Abschnitt entführt Sora in die Welt von Toy Story. Die kommt natürlich um einiges bunter daher. Ein schwarzer Fleck darin ist jedoch Bösewicht Xehanort, der in seiner jungen Variante mit schwarzer Kleidung im Finale der Dark Seeker-Reihe natürlich dabei sein muss. Etwas nervig ist der Umstand, dass trotz einer „offeneren Welt“ sich alles doch recht linear spielt und die meisten Gegner keine wirkliche Gefahr darstellen – zu schnell sind sie pulverisiert. Dazu kommt noch, dass dir öfter die Kontrolle aus der Hand genommen wird. Immer wieder unterbricht das Spiel den eigenen Fluss, um Zwischensequenzen abzuspielen. Die sehen zwar schön aus, nehmen jedoch die Geschwindigkeit aus dem Spielverlauf. Hoffentlich bringt die volle Version des Spiels mehr Erkundungsmöglichkeiten und nimmt dich nicht dauernd an die Hand. Das wurde schließlich auch von den Entwicklern versprochen.

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Diese Welten wünschen wir uns in Kingdom Hearts 3.

Trotz all dieser Kritik: Unterm Strich spielt sich Kingdom Hearts 3 großartig. Das Kampfsystem, wenn einmal richtig erlernt, bietet viel Abwechslung und lässt mehr zu als nur eintönige Kloppereien. Die Grafik und intensive Atmopshäre versprechen auf der PS4 und Xbox One in aller Pracht eine tolle Möglichkeit in die Disney-Welten einzutauchen. Was nämlich vor allem auffällt ist die Liebe, die das Entwicklerteam in die Welt von Kingdom Hearts 3 gesteckt hat. Wenn hier und da noch einige Ungereimtheiten ausgebessert werden, kommt mit dem Spiel ein wohlverdientes Ende für die Trilogie. Hoffentlich rückt Square Enix wirklich nächsten Monat mit dem Veröffentlichungsdatum heraus. Mehr erfahren wir dann alle wohl auch auf der E3.

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