David Benett trifft dahingehend eine klare Schlussfolgerung: „Für L.A. Noire war (diese Technologie) eine gute Lösung, nur war sie ziemlich eingeschränkt, um sie anderweitig einzusetzen.“ Tatsächlich ist bislang kein weiteres Videospiel bekannt, in dem MotionScan Anwendung gefunden hat, obwohl zeitweise dessen Verwendung im Zusammenhang mit GTA V im Raum stand. Laut Benett wird im Moment mit einer dem MotionScan ähnlichen Technologie, lediglich im Bereich der Virtual Reality herumexperimentiert.

Eine weitere Komplikation, die MotionScan mit sich brachte, war dessen enormen Datenumfang. Allein die Version für Xbox 360 umfasste ganze drei CDs.

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Team Bondi und Rockstar Games

Trotzdem war L.A. Noire ein großer Erfolg: Einem im Februar 2012 veröffentlichten Geschäftsbericht von Take Two zufolge, verkaufte sich das Spiel weltweit über 5 Millionen mal. Den Erfolg überschattete allerdings ein offenbar schon länger andauernder Streit zwischen Team Bondi und Rockstar Games. Der Gründer des australischen Studios, Brendan McNamara stand zeitweise unter massiver Kritik aufgrund schlechter Arbeitsbedigungen.

Letztendlich distanzierte sich Rockstar selbst von dem Entwicklerstudio – welches einst sogar zu Rockstar Sydney umbenannt werden sollte – und machte deutlich, dass es das künftige Spiel von Team Bondi nicht veröffentlichen werde.

Als Detective Cole Phelps gehst du unter anderem blutigen Mordfällen nach.
L.A. Noire war wohl eines der ersten und letzten erfolgreichen Projekte von Team Bondi.

Einige Monate nach dem Release von L.A. Noire meldete Team Bondi Insolvenz an und löste sich samt Detph Analysis auf. Angesichts der immensen Entwicklungskosten war das Ende des Studios keine große Überraschung: L.A. Noire gilt bis heute als eines der teuersten Videospiele aller Zeiten. Allein eine Kamera kostete rund 6.000 Dollar. Mit einer Summe von rund 50 Millionen Dollar kostete das Spiel ingesamt sogar mehr als das in diesem Jahr erschienene Horizon: Zero Dawn.

Der Medienkonzern KMM Interactive kaufte Team Bondi 2012 auf und startete mit den übriggebliebenen Mitarbeitern ein Videospielprojekt namens Whore of the Orient. Das Spiel sollte im Jahr 1939 in Shanghai spielen und den Konflikt um Korruption und Ausbeutung in der chinesischen Bevölkerung thematisieren. Statt Rockstar Games, sollte diesmal Warner Bros. als Partner zur Verfügung stehen.

Ein Ausschnitt aus Whore of the Orient – ein Spiel, das nie erschien.
Ein Ausschnitt aus Whore of the Orient – ein Spiel, das nie erschien.

2016 wurde die Arbeit an Whore of the Orient schließlich eingestellt. Die Stimmen um einen Nachfolger zu L.A. Noire wurden dementsprechend wieder lauter. Obwohl Rockstar Games und Team Bondi zu der Zeit bereits getrennte Wege gingen, stellte Rockstar 2012 nämlich klar, dass „die Möglichkeit eines neuen L.A. Noire Titels in der Zukunft“ nicht ausgeschlossen sei.

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Schön, aber selten: Die Schießszenen in L.A. Noire – vielleicht bald auch aus Ego-Perspektive.

Und tatsächlich kamen dieses Jahr erste Gerüchte zu L.A. Noire auf: Zwar wird es wohl kein Sequel geben, dafür soll aber ein Remaster für Nintendo Switch und weitere Konsolen veröffentlicht werden. Außerdem ist die Rede von einem neuen Spielmodus in Ego-Perspektive sowie einer VR-Version für PlayStation.

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Noch ist nichts von offizieller Seite bestätigt worden. Werden sich die Gerüchte jedoch bewahrheiten, könnte L.A. Noire nach langer Zeit wieder aus seinem Schatten hervorkommen und wieder in neuem Glanz erstrahlen.

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