Der Landwirtschafts-Simulator ist ein Massenphänomen. Mit dem Test vom 2015-Teil durfte ich nun auch endlich aus eigener Hand erfahren, warum das so ist. Ich habe bestätigt bekommen, dass ich absolut kein Simulatoren-Fan bin und dass ich in meiner Freizeit Stunden mit simulierter Arbeit verbracht habe. Warum ich dabei aber trotzdem Spaß gehabt habe, erfahrt ihr in meinem... nennen wir es einmal Test zum Landwirtschafts-Simulator 2015.

 

Landwirtschafts-Simulator 15

Facts 
Landwirtschafts-Simulator 15

Zum bierernsten Test mit Fakten ohne Witz

Eine Warnung vorweg: Ich muss gestehen, dass sich keiner der Vorgänger auf meiner Liste gespielter Titel (bis auf die Demo vom LS 2013) befindet und auch in der gesamten Games-Redaktion gibt es niemanden, der hier mehr Ahnung auf die Waage bringen könnte als ich. Ich habe mich des Tests verschrieben, weil ich um die Größe der Fanbase weiß, selbst wissen wollte, warum der LS so beliebt ist und wie sich die Features eigentlich anfühlen. Auch wenn dabei dann kein Review im eigentlichen Sinne entstanden ist, kann dieser Artikel doch hilfreich dabei sein, sich zu entscheiden, ob der Landwirtschafts-Simulator 2015 ein Spiel für euch ist. Denn, seien wir mal ehrlich, alle Fans der Serie haben sich das Ding ohnehin schon geholt.

Landwirtschafts-Simulator 15: Reveal-Trailer - GIGA

Landwirtschafts-Simulator 2015 Test: Der dümmste Bauer...

Der Landwirtschafts-Simulator 2015 ist ein Simulator. Ja, das sollte keiner Erwähnung wert sein, denn immerhin ist das ja schon Teil des Namens, aber dennoch ist dies ein wichtiger Punkt, wenn man unbedarft in die Welt der virtuellen Farm- und Forstwirtschaft einsteigen will.

Ich habe den Fehler gemacht, anders heranzugehen und erst einmal alle Möglichkeiten fernab der Bestellung meiner Felder auszuprobieren. So galt es an erster Stelle, erst einmal die Karte Bjornholm vom Sitz eines meiner Traktoren zu erkunden. Gewohnt vollzog ich diese selbst auferlegte Queste in GTA-Manier und heizte volles Rohr (43 km/h Spitze) über Feld, Straße und Berge. Das Fahrverhalten der Landwirtschafts-Maschinen ist dabei erstaunlich präzise, sogar kleine Sprünge habe ich geschafft.

Landwirtschafts-Simulator 15: Neben Bjornholm gibt es noch eine weitere Map, die Veteranen bereits kennen werden
Landwirtschafts-Simulator 15: Neben Bjornholm gibt es noch eine weitere Map, die Veteranen bereits kennen werden

Allein ein fehlendes Schadensmodell rief mir in Erinnerung, dass der Fokus des Landwirtschafts-Simulators eben nicht darauf liegt, wie ein begaster Rowdy Autos wegzurammen oder gar Passanten zu überfahren. Also zurück aufs Feld.

Da der Landwirtschafts-Simulator 2015 nach den 12 für Einsteiger unbedingt wichtigen Tutorial-Aufgaben relativ wenig Hilfen oder gar rote Fäden bereithält und meine geliebten Story-Missionen einfach fehlten, musste ich mir selbst Arbeit suchen. Doch bevor ich Stunden damit zubringen sollte, ein Feld zu grubbern, zu säen, zu ernten und schließlich die Früchte meiner Arbeit zu verkaufen, sollte es eine der Aufgaben der neuen Anschlagtafeln sein. Rasenmähen für ein paar Tausend Euro erschien mir da als angemessene Aufgabe für einen ambitionierten Jungfarmer.

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Landwirtschafts-Simulator 2015: Fahrzeugliste und Markenübersicht

Landwirtschafts-Simulator 2015 Test: Aller Anfang ist schwer

Das Schneidwerk KUHN FC 10030
Das Schneidwerk KUHN FC 10030

Mit dem Wissen aus den Einführungsrunden kaufte ich mir ein Schneidgerät für meinen Traktor. Bis ich meinen frisch erstandenen KUHN FC 10030 dann endlich beim Händler gefunden hatte, vergingen weitere Versuche, andere Autos zu rammen und mir Vorfahrt zu verschaffen.

Allein das Ankoppeln dauerte weitere Minuten, der Weg zum Feld gestaltete sich auch als Parkour, wenn man eben das Schneidwerk nicht einklappt. Endlich auf dem Grundstück des Auftraggebers angekommen, senke ich das Teil also ab und will frisch ans Werk gehen.

Ein Bild aus den Archiven (Photoshop-Skillz, hooh!)
Ein Bild aus den Archiven (Photoshop-Skillz, hooh!)
Ein Bild aus den Archiven (Photoshop-Skillz, hooh!)

Ein kleiner Einwurf aus meinem persönlichen Erfahrungsschatz: Mit Anfang 20 habe ich mir ein kleines Zubrot damit verdient, in Nachbars Garten den Rasen zu mähen. Irgendwann reichte mir das bloße Trimmen der Wiese nicht mehr aus und ich begann, einen Englischen Rasen zu schnippeln. Mein Anspruch an symmetrische Landschaftsgestaltung sollte mir beim Testen des Landwirtschafts-Simulators 2015 aber bald vergehen...

Ich also rauf auf die Wiese und losgemäht. Da sich die Textur des Rasens aber einfach nicht ändern wollte, merkte ich schnell, dass da etwas faul war. Kurz angehalten und gegrübelt. Im Schritttempo ging es dann weiter und siehe da, der Rasen ward plötzlich doch geschoren, wo ich ausgeharrt und gehadert hatte. Okay, dachte ich bei mir, ich muss wohl etwas langsamer fahren. Mit Stop and Go kriegte ich dann in der Tat den Rasen geschoren, fragte mich aber zeitgleich, wie man dann das Zeitlimit einhalten sollte.

Erst am nächsten Zaun und dem darauf folgenden Wendemanöver erfuhr ich, dass ich das Schneidwerk einfach verkehrtherum angebracht hatte. Abkoppeln, rumfahren, ankoppeln, und schon ging es wieder mit vollem Karacho (43 km/h Spitze) weiter. Auch wenn mich dieser Akt mehr als 30 Minuten beschäftigte, wurde ich doch mit dem Zeitbonus geehrt, der eigentlich 6 Minuten vorsah.

 

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Wertung

8/10
“Obwohl ich nach wie vor kein Fan von Simulatoren bin (zu wenig Story), bin ich trotzdem nachhaltig beeindruckt von dem hohen Grad an Realismus und der schnell aufkommenden Suchtspirale. Ein tolles Spiel!”