LawBreakers in der Vorschau: Helden-Shooter auf Steroiden

Marvin Fuhrmann

Am Wochenende fand die Alpha-Phase von LawBreakers statt. Zeit also, dass wir uns in die chaotischen und brachialen Multiplayer-Schlachten werfen. In der Vorschau verraten wir, wie gut das neue Projekt unter der Leitung von Gears-Mastermind Cliff Bleszinski ist, und ob es mit ähnlichen Helden-Shootern mithalten kann.

Lawbreakers - E3 2016 - California Keys Official Trailer.

Wenn wir einen großen Teil der aktuellen Videospiel-Releases an einem Trend festmachen müssten, dann hieße dieser Trend wohl „Helden-Shooter“. Spiele wie Overwatch oder Battleborn schnappen sich Elemente aus dem altbekannten Shooter-Genre und mischen diese mit Heldenfertigkeiten, die wir aus MOBAs kennen. Sogar Call of Duty springt mit auf den Zug auf und gibt seinen Soldaten im Multiplayer ultimative Fertigkeiten. Et voilà: die Mischung steht und soll Erfolg garantieren. Aber geht diese Formel auch bei LawBreakers auf? Das erste Projekt der Boss Key Productions unter dem ehemaligen Gears-of-War-Design-Director Cliff Bleszinski will ebenfalls ein Stück vom großen Kuchen abhaben. Wie andere Helden-Shooter in den letzten Wochen gezeigt haben, kommt es vor allen Dingen darauf an, etwas ganz Eigenes zu machen und damit nicht in der Masse unterzugehen.

LawBreakers wird nicht mehr Free-2-Play

Um das zu überprüfen, habe ich mich also für mehrere Partien in die Alpha von LawBreakers begeben – und musste zunächst leider feststellen: So neuartig spielt sich der Helden-Shooter nicht. Aktuell habt ihr eine Auswahl zwischen vier unterschiedlichen Charakteren, die allesamt mit anderen Waffen und Fertigkeiten ausgestattet wurden. Während der Vanguard beispielsweise kurzzeitig fliegen kann und eine Minigun trägt, hat der Assassine zwei Dolche und kann sich mit einem Seil an Objekte heranziehen. So weit, so größtenteils bekannt.

Die echten Freude-Gefühle kommen trotzdem auf, und zwar bei der Bewegung. Auf der Map können nämlich kurzzeitig Felder mit niedriger Gravitation entstehen. Stellt euch vor: Ihr schwingt euch mit dem Assassinen über einen Fels in die Gravitationsblase, teleportiert euch über einen Gegner, weicht seinen Raketen aus und schlagt dann mit verheerender Präzision von oben zu. Die Bewegungsmöglichkeiten dank der Vertikalität und der Fertigkeiten der Helden sind vielseitig und so bislang nur selten in Spielen vorhanden. Pluspunkt für LawBreakers.

Massig LawBreakers-Gameplay im Video

Zudem strotzt die gesamte Inszenierung nur so vor Testosteron, Blut und Schweiß. Die Kämpfe sind schnell, chaotisch und erfordern volle Aufmerksamkeit. Wer bei einer Kombination von Overwatch mit Doom oder Quake ein Zucken im Mausfinger bekommt, dürfte mit LawBreakers eine helle Freude haben. Schon in der Alpha sorgten die Gefechte bei mir für schweißnasse Hände.

Jedoch gibt es auch in dieser frühen Phase einige (vielleicht noch behebbare) Probleme: Zunächst fühlt sich das Geballere wegen fehlenden Treffer-Feedbacks noch nicht wirklich befriedigend an. Zwar sind die Waffen brachial, groß und laut, jedoch hatte ich nie ein Gespür dafür, zu welchem Zeitpunkt ich damit einen Treffer gelandet habe. Da fühlt sich selbst das größte Maschinengewehr wie ein Zahnstocherwerfer an. Zudem hat die von mir eben noch gelobte Vertikalität des Shooters auf der derzeit verfügbaren Alpha-Karte ihre Grenzen. Auf den höchsten Dächern stirbt mein Held einfach nach wenigen Sekunden. LawBreakers brüstet sich mit einem tollen vertikalen Gameplay, bietet genau das aber leider nur auf zwei bis drei Ebenen an.

Natürlich ist es jetzt noch viel zu früh, um über LawBreakers auf einem vernünftigen Niveau zu urteilen. Die Alpha-Testphase hat jedoch vielen Spielern und auch mir schon einen ersten Einblick in das Konzept verschafft. Die Kämpfe sind schnell, unbarmherzig und bringen durch die Bewegungsmöglichkeiten etwas Abwechslung ins Helden-Shooter-Genre.

Wenn zum Release dann noch der Umfang stimmt und einige Kanten geglättet werden, könnte LawBreakers für spaßige und actiongeladene Partien sorgen. Werden diese Punkte hingegen nicht erfüllt, dürfte das Spiel eher auf der Strecke bleiben. Denn die Entwickler haben schließlich das zunächst angedachte Free-2-Play-Modell über den Haufen geworfen. LawBreakers wird zwar kein Vollpreistitel, soll aber auch nicht ohne Kosten auf eurer Festplatte landen.

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