LEGO Star Wars 7 im Test: Ist die Macht wieder erwacht?

Lisa Fleischer

Und fast schon halbjährlich grüßt das Murmeltier: TT Games veröffentlicht mit Lego Star Wars: Das Erwachen der Macht das nun schon 30. Lego-Spiel – und das, obwohl das erste Spiel der sympathischen Reihe erst vor gut 11 Jahren erschienen ist. Ob dadurch so langsam die Luft raus ist oder die Entwickler euch mit neuen Elementen doch noch einmal überraschen können, erfahrt ihr im Test.

Lego Star Wars Das Erwachen Der Macht PS4 Release Trailer.

Das Erwachen der Macht: Alles beim Alten?

Das Prinzip von TT-Games-Spielen ist schnell erklärt. Eine bekannte Geschichte aus Film und Fernsehen, kombiniert mit recht einfachen, actionreichen Passagen, kniffeligen Rätseln und viel, viel Witz: Fertig ist das Lego-Spiel. Daran hat sich auch bei dem neuen Lego Star Wars: Das Erwachen der Macht nicht viel geändert. Ihr rennt entweder alleine oder zu zweit mit euren knuffigen Avataren durch die Gegend, zerstört alle Objekte, die euch in die Quere kommen und schaltet Gegner aus. Solltet ihr einmal nicht weiterkommen, helfen euch neue Objekte, die aus eingesammelten Klötzchen zusammengebaut werden können, aus der Patsche.

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Dass das auf Dauer nicht langweilig wird, ist den vielen, kleinen Neuerungen zu verdanken, die TT Games sich für Lego Star Wars: Das Erwachen der Macht hat einfallen lassen. Denn dadurch ist das Spiel trotz des grundsätzlich gleichen Prinzips dann doch anders als andere Titel des britischen Entwicklerstudios. Drei Punkte habe ich mir im Spiel genauer angeschaut und verrate euch im Folgenden, wodurch Lego Star Wars: Das Erwachen der Macht bei mir punkten konnte.

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1. Der Stil ist fantastisch

Bisher waren Lego-Spiele zugegebenermaßen nicht die Hübschesten. Das ändert sich durch Lego Star Wars: Das Erwachen der Macht endlich: Die Schauplätze sind auch außerhalb der Cutscenes wunderbar detailliert, die Explosions- und Beleuchtungs-Effekte sind im Vergleich zu den Vorgängern ein wahrer Augenschmaus. Natürlich kann das Spiel Grafik-Schwergewichten wie Uncharted 4 oder The Division bei Weitem nicht das Wasser reichen, für die Lego-Reihe ist der Stil trotzdem ein enormer Fortschritt. Und auch die Soundkulisse überzeugt, was neben den Schuss- und Laser-Schwert-Effekten insbesondere auch am Original-Soundtrack und den bekannten Stimmen aus der filmischen Vorlage liegt.

ABER:

Leider bleibt dafür das Storytelling auf der Strecke. Durch die recht junge Zielgruppe von Lego-Spielen im Allgemeinen fehlt alles, was ungeeignet für Kinder unter 12 sein könnte – weshalb die dunkle Seite der Macht eher super-dämlich als super-böse wirkt. Viel schlimmer ist aber, (Achtung, Spoiler für den Film!) dass das Ableben einiger wichtigen Figuren leider ganz beiläufig abgehandelt wird. Natürlich finden sich an der ein oder anderen Ecke ein paar Easter-Eggs, die euch zum Schmunzeln bringen, an das in dieser Hinsicht glorreiche Lego City Undercover kommt der Humor trotzdem nicht heran. Schade!

Lego Star Wars: Das Erwachen der Macht – Cheats zum Freischalten der Charaktere*

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2. Frische Gameplay-Elemente

Wie im Vorfeld versprochen, haben die Entwickler von TT Games einige neue Features ins Gameplay einfließen lassen. Einen besonderen Fokus legten sie dabei auf neue Action-Elemente wie die Blaster-Gefechte: Bei diesen verschanzt ihr euch hinter Mauern oder Bäumen und lugt immer wieder kurz daraus hervor, um eure Gegner in ihre Einzelteile zu zerlegen. Dabei müsst ihr jedoch den richtigen Moment erwischen. Schließlich können sich auch die gegnerischen Sturmtruppler hinter Hindernissen verstecken oder euren Schüssen ausweichen. Alles in allem verhalten sie sich jedoch gewohnt dämlich und sind zumindest für erfahrenere Zocker ein leichtes Ziel.

Eine weitere actionreiche Neuerung sind die Flug-Passagen. Besonders die Missionen, in denen ihr euch mit eurem X-Wing oder Tie-Jäger über ein freies Areal bewegt und Gegnern hinterherjagt, machen viel Spaß. Die Areale wurden im Vergleich zur Vorab-Version, die ich mir in Hamburg angeschaut hatte, vergrößert. Die Steuerung ist zwar recht simpel, trotzdem sind die Missionen fordernd. Sogar Extras wie kleine Rennen waren in den Passagen zu finden – ein absolutes Highlight in Lego Star Wars: Das Erwachen der Macht!

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Das neue Multi-Build-System, bei dem ihr euch nun zum ersten Mal zwischen mehreren Bau-Optionen entscheiden könnt, ist ebenfalls gut gelungen. Obwohl das Leveldesign an sich dadurch nicht stark beeinflusst wurde und immer noch nur ein Lösungsweg richtig ist, könnt ihr durch die verschiedenen Optionen manchmal sogar Items freischalten, die euch später zu Gute kommen und fühlt euch nicht mehr ganz so eingeschränkt in eurer Handlungsfreiheit. Das funktioniert recht gut, kann in folgenden Spielen aber gerne noch ausgebaut werden.

ABER:

Weil sich TT Games vor allem auf die neuen Features konzentriert zu haben scheint, blieb ein wichtiges Lego-Element leider auf der Strecke: Die Rätsel, die mir noch in Lego Der Hobbit starkes Kopfzerbrechen bereiteten und mich so eine gefühlte Ewigkeit bei Laune hielten, enttäuschen im neuen Teil. Am Anfang musste ich noch so manches Mal ordentlich grübeln. Da sich die Knobel-Elemente im Verlauf der Kampagne jedoch ständig wiederholen und trotzdem nie an Hinweisen gespart wurde, ist Lego Star Wars: Das Erwachen der Macht schon nach wenigen Stunden nicht mehr fordernd. Und weil auch die Blaster-Gefechte und Flug-Passagen durch Auto-Aim einfach zu meistern sind, habe ich Lego Star Wars: Das Erwachen der Macht fast schon mit links durchgespielt.

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3. Motivierend bis zum Schluss – und darüber hinaus

Trotzdem ist das Spiel an keiner Stelle langweilig. Das liegt vor allem an der Abwechslung: Nicht nur die verschiedenen Gameplay-Elemente machen das Spiel zu einer runden Erfahrung, auch werdet ihr stets dazu angehalten, zwischen den Charakteren zu wechseln. Denn jeder von ihnen hat komplett unterschiedliche Fähigkeiten: Während sich der kleine BB-8 beispielsweise als nützlicher Hacker erweist, hilft uns der starke Chewbacca, sperrige Hindernisse zu zerstören. Dadurch kommt so gut wie nie Langeweile auf. Besonders zum Ende der Kampagne konnte ich mich kaum mehr von dem Spiel lösen.

Und selbst nach Beendigung der aus zehn Kapiteln bestehenden Hauptstory werdet ihr weiter dazu angehalten, nach goldenen Klötzchen zu suchen. Schließlich könnt ihr durch diese sieben Extra-Level freischalten, in denen euch Geschichten erzählt werden, die ihr zumindest aus den Verfilmungen noch nicht kennt. Im freien Modus könnt ihr außerdem mit eurem eigenen Charakter oder einigen aus den 200 (!) freischaltbaren Charakteren durch die Gegend rennen und Items einsammeln, die erst beim zweiten Durchlauf für euch zu holen sind.

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Mein Test-Fazit zu Lego Star Wars: Das Erwachen der Macht

Auch wenn Lego Star Wars: Das Erwachen der Macht nicht mehr durch den tollen Humor oder die knackigen Rätsel auftrumpfen kann und streckenweise einfach viel zu leicht ist, hatte ich viel Spaß mit dem Spiel. Das mag zum einen an dem tollen Stil liegen, vor allem hat mich aber die Abwechslung in Das Erwachen der Macht begeistert. Und letzten Endes hat auch das neue Spiel von TT Games genügend niedliche Easter Eggs und erfrischende Ideen, so dass die Versäumnisse nicht allzu störend auffallen.

Die-GIGA-GAMES-Wertungsphilosophie*

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