Little Big Planet 2 Test - Wie gut ist Little Big Planet 2 wirklich?

David Hain

„Little Big Planet 2“ scheint sich eine Eigenschaft mit dem Internet zu teilen: Was auch immer ihr euch vorstellen könnt – es ist im Spiel. Mechanische Laser-Kamele?

Check. Ein Helm der leckere Kuchen abfeuert? Check. Gigantische, intergalaktische Staubsauger? Check. Was 2008 als Jump&Run mit einem komplexen Level-Baukasten begann, ist jetzt ein genreübergreifendes, kreatives Meisterwerk. Sackboy ist wieder da – und er kann mehr als je zuvor!

Was gibt es Neues auf dem kleinen großen Planeten? Erfahrt es in unserem „Little Big Planet 2“-Test!

Worum geht’s?

Die Kunstwelt ist in Gefahr! Kaum hat sich unser kleiner Knopfaugen-Held von seinem letzten Abenteuer erholt, bedroht auch schon ein neues Übel die Kreativität des Planeten: Das Negativitron – ein riesiger gehörnter Staubsauger, der den gesamten Einfallsreichtum der Welt verschlingen will. Das kann Sackboy wohl kaum zulassen, also hüpft, schwingt und ballert er sich in fünf abwechslungsreichen Welten durch zahlreiche Levels.

Was der Geschichte von „Little Big Planet 2“ an Komplexität fehlt, macht sie mit einer ganzen Ladung Charme wieder wett. Die Charaktere werden euch noch lange in Erinnerung bleiben – vom verwirrten Anführer der Allianz, Larry DaVinci, bis hin zum stets deprimierten Kalender mit Armen, Clive Handforth. Generell inszeniert Entwickler Media Molecule die putzige Story um einiges imposanter als noch im Vorgänger – nicht zuletzt dank des umfangreichen Cutscene-Editors.

Wie sieht es aus?

„Little Big Planet“ war schon 2008 eines der schönsten Spiele auf der PlayStation 3 – Gleiches gilt nun erneut für den Nachfolger. Die Engine wurde an den richtigen Stellen verbessert – Partikeleffekte sind intensiver, die Lichtregie atmosphärischer. Allzu viel hat sich zwar nicht getan, aber das war auch gar nicht nötig, schließlich sieht Sackboys erster Ausflug in den kreativen Kosmos auch heute noch fantastisch aus. Glas reflektiert die Umgebung, im Holz können wir die Furchen schon fast spüren und der virtuelle Kuchen sieht zum Anbeißen aus – hinzu kommen die bekannt niedlichen Animationen des Jutevolks und die mit viel Liebe zum Detail erstellten Levels.

Wie schon bei Teil 1 verlässt sich „Little Big Planet 2“ erneut auf einen fröhlichen Psychedelic-Soundtrack mit Musik von „Passion Pit“ oder „Ochre“. Das ein oder andere orchestrale Stück sorgt wiederum für die nötige Dramatik. Das britische Multitalent Stephen Fry schlüpft erneut in die Rolle des sympathischen Erzählers – die englische Sprachausgabe ist durchweg gelungen. Auch die deutschen Sprecher gehen in Ordnung, hier klingen viele Zeilen aber zu bemüht.

Little Big Planet 2 Test

Was uns gefällt:

„Little Big Planet 2“ ist im Kern ein simples 2D-Jump&Run. Wir hüpfen also wie Nintendos Klempner von einer Bildschirmseite zur anderen, sammeln Sticker und Punkteblasen ein und müssen uns diverser Feinde entledigen. In den bunten Welten des virtuellen Planeten schlummern aber wesentlich mehr Gameplay-Ideen.

So bekommt Sackboy jetzt einen Enterhaken, mit dem er wie Kollege Nathan Spencer aus „Bionic Commando“ durch die Level schwingt. Oder er ballert sich mit dem Creatinator durch die verschiedenen Stages – „Contra“-Style! Oder er setzt sich auf ein mechanisches Kamel das Laser abfeuert. Oder er wird von Bumper zu Bumper geschleudert, genau wie Segas blauer Igel „Sonic“. Oder er steuert ein Raumschiff und schießt sich seinen Weg frei – wie damals in „R-Type“. Oder er… ach, ihr merkt schon: „Little Big Planet 2“ ist abwechslungsreich und vereint viele verschiedene Genres, vor allem von Arcade-Klassikern. Und das stets gekonnt – kein Element wirkt halbherzig oder muss sich vor seiner Vorlage verstecken.

Dieser Abwechslungsreichtum gepaart mit dem Charme der kleinen Plüschfiguren stellt für Spieler den grundlegenden Reiz des Titels dar. Die Anzahl der Levels ist scheinbar endlos: Täglich kommen neue Inhalte aus der Community hinzu, dank verbesserter Sortierfunktion kommen wir zudem schneller zu den echten Highlights. So können wir uns etwa die Favoriten von Media Molecule selbst ansehen oder wir gehen auf LBP.me, eine Website außerhalb des Spiels, auf der wir nach neuem Spielspaßfutter browsen können.

Momentan dominieren Imitationen anderer Spiele – wie „Assassin’s Creed“, „Super Mario Bros.“ oder „Dead Space“ – die Download-Plattform. Wer tiefer gräbt, findet echte Perlen wie ein Story-getriebenes RPG,  einen schicken Puzzle-Plattformer ganz in Schwarz/Weiß oder ein Strategiespiel der Marke „Tower Defense“. Selbst Ego-Shooter gibt es – wenngleich noch keine wirklich guten.

„Little Big Planet 2“ ist nicht nur etwas für Spieler. Es ist etwas für Erfinder, für Weltenbauer, für Hobby-Designer. Der mitgelieferte Editor ist gigantisch – das beweisen allein die über zwei Stunden an Tutorial-Material, durch die ihr euch arbeiten müsst, um sämtliche Funktionen zu begreifen. Wer schon im ersten Teil fleißig an seinen eigenen Kreationen geschraubt hat, wird einen Großteil der Anleitungen nicht brauchen. Falls ihr gar keine Lust auf die Erklärungen des sehr geduldigen Sprechers habt, könnt ihr sämtliche Level-Werkzeuge von Beginn an freischalten und nach Herzenslust experimentieren – klasse!

Little Big Planet 2 Review

Zu den neuen Elementen im Level-Baukasten gehört u.a. eine verbesserte, programmierbare KI – die sogenannten Sackbots. Für die kleinen Roboter könnt ihr fortgeschrittene Verhaltensmuster festlegen und so etwa clevere Puzzles bauen. Beispielsweise verfolgen uns die mechanischen Racker auf Schritt und Tritt und wir müssen sie heil ans Levelende lotsen. Die computergesteuerten Maschinen haben zudem wesentlich mehr Persönlichkeit als die skurrilen Gebilde im Vorgänger. Weiterhin dürfen wir Zwischensequenzen nun sogar selbst vertonen – ein passendes Mikrofon vorausgesetzt.

Die Gigantomanie des Editors ist unglaublich und alle neuen Bauteile und Möglichkeiten hier zu nennen, würde den Rahmen dieses Tests sprengen. Wir sind uns sicher, dass aus der Community noch viele großartige Levels kommen werden. Dank Abwärtskompatibilität haben wir zudem Zugriff auf sämtliche Level, Kostüme und Tools des Vorgängers.

Was uns nicht gefällt:

„Little Big Planet 2“ mag die Stärken des Vorgängers übernehmen – es übernimmt aber auch einige Schwächen. An der schwammigen Steuerung wurde etwa nichts getan, noch immer ist das Sprungverhalten von Sackboy gewöhnungsbedürftig. Ebenfalls Schade: Die im Vornherein versprochene Maus- und Move-Steuerung für den Editor ist noch nicht integriert. Zwar steuert sich die Bastelei auch mit einem Controller komfortabel, an die Präzision der Zeigegeräte reicht das aber nicht heran.

Wer keine Lust hat, sich durch Community-Levels zu graben oder eigene Werke zu erschaffen, sollte sich den Kauf von „Little Big Planet 2“ zwei Mal überlegen. Nach etwa fünf Stunden rollen nämlich schon die Credits über den Bildschirm – der Story-Modus ist zwar erstklassig, aber auch sehr kurz. Diverse Bonus-Level und versteckte Gegenstände motivieren zwar zu mehreren Durchgängen, dennoch hätten wir uns seitens Media Molecule mehr Basis-Inhalte gewünscht.

Besonders ärgerlich waren die Startschwierigkeiten am Release-Wochenende: Beim Online-Spiel kam es zu zahlreichen Fehlern und Verzögerungen. So kam es mehrmals vor, dass wir im Ladebildschirm stecken geblieben sind, als wir versucht haben, einem anderen Spiel beizutreten. Nur ein Neustart des Systems konnte helfen. Wir hoffen, dass der britische Entwickler schnell einen Patch nachliefert.

LBP2 Test

Fazit:

„Little Big Planet 2“ setzt Maßstäbe im Bereich von benutzererstellten Inhalten – kein anderes Spiel lässt euch so viele Freiheiten, bietet euch so viele Möglichkeiten und führt euch so vorbildlich an die Materie heran wie Media Molecules neuer Titel. Ihr werdet staunen und lachen, ob allein oder gemeinsam, ob beim Spielen oder Erschaffen. Sackboys Welt hat einen unheimlichen Sog, einen Charme, dem man einfach nicht widerstehen kann.

Schwächen gibt es, ja: Der Story-Modus ist zu kurz, die Sprungphysik zu ungenau, das Online-Spiel von Bugs geplagt. Und trotzdem können wir kaum böse sein, wenn wir in der Zukunft zahlreiche kreative Levels aus der Community sehen und den gleichen Support vom Entwickler erwarten können, den sie schon bei Teil 1 geleistet haben. Wir drücken das Steuerkreuz nach oben und sagen: Dieses Spiel gehört in jede PS3-Spielesammlung!

Wertung: 93%

Unser Schnäppchen Angebot: LBP 2 kaufen

Kommentare zu diesem Artikel

Neue Artikel von GIGA GAMES

  • WoW: Spieler erreicht das neue Höchstlevel in nur wenigen Stunden

    WoW: Spieler erreicht das neue Höchstlevel in nur wenigen Stunden

    Erst kürzlich startete offiziell die neuste WoW-Erweiterung Battle for Azeroth. Ein Großteil der Spieler wird wahrscheinlich auch erstmal eine Weile mit dem Leveln beschäftigt sein. Einem Spieler ist es aber bereits wenige Stunden nach dem Start gelungen, das neue Höchstlevel zu erreichen.
    Daniel Nawrat
  • Warframe: Wer diesen Wettbewerb gewinnt, darf sein Haustier mit ins Spiel nehmen

    Warframe: Wer diesen Wettbewerb gewinnt, darf sein Haustier mit ins Spiel nehmen

    Wenn es um die Charaktererstellung in Spielen geht, kann es gar nicht genug Anpassungsmöglichkeiten geben. Aber wie sieht es mit den Begleittieren aus? Anstatt sich in Warframe mit einem mittelmäßigem Imitat seines geliebten Vierbeiners abzugeben, will der Entwickler im Zuge eines Wettbewerbs für zwei Spieler die Haustiere ins Spiel übertragen.
    Michael Sonntag
* gesponsorter Link