AAAARGH: Warum ich schwere Spiele nicht leiden kann

Annika Schumann 55

Spiele sollen Spaß machen. Doch es häufen sich immer mehr Titel, die es eher darauf abgesehen haben, den Spieler zu brechen und ihn oder sie leiden zu lassen. Ich selbst mache einen weiten Bogen um solche Spiele – warum das so ist, erkläre ich in diesem Artikel.

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Lords of the Fallen ist ab morgen erhältlich und schlägt so ziemlich in die gleiche Kerbe wie auch Dark Souls. Während sich etliche Spieler auf der gamescom beim Stand von Lords of the Fallen versammelten, um sich ständig töten zu lassen, bin ich interessenslos daran vorbeigezogen. Denn ich kann schwere Spiele nicht leiden. Ich sage nicht, dass sie schlecht sind, ganz im Gegenteil – nur sind sie einfach absolut nichts für mich. Ich bin von Natur aus ein sehr sehr ungeduldiger Mensch. Ich möchte alles und das sofort. Wenn das nicht passiert, dann bin ich schnell gefrustet, werde wütend und manchmal sogar ziemlich aggressiv. Kein Wunder, dass ich fast jeden Tag den Satz höre: „Gedulde dich doch mal, das passiert schon noch.“ Ehm. Nein.

Aus diesem Grund habe ich schnell begriffen, dass herausfordernde Spiele nichts für mich sind. Manche Spieler werfen sich mit Vorliebe auf Titel, die sie an den Rand der Verzweiflung bringen und sie herausfordern - doch mich lässt eine hohe Schwierigkeitsstufe so gefrustet zurück, dass es bis heute ein Wunder ist, dass meine Controller alle noch funktionieren und nicht aufgrund von hohen Stürzen ihr Leben lassen mussten.

Muss das wirklich sein? Muss mich ein Spiel herausfordern, damit ich Spaß habe? Ich finde: Nein. Für mich lag der Fokus schon immer mehr auf der Story, den Charakteren und dem allgemeinen Feeling, das ich beim Spielen erhalte. Wenn ich das allerdings nicht genießen kann, weil ich stundenlang an ein und derselben Stelle festhänge, dann hat dies nichts mehr mit Spaß zu tun und ich lasse das Spiel liegen.

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Es ist eine Art Masochismus, dem ich mich nicht aussetzen möchte. Natürlich ist es ein tolles Gefühl, wenn man einen schweren Bossgegner besiegt hat und ich verstehe, dass für viele Spieler genau dies der Grund ist, warum sie solche Titel favorisieren. Aber mir nimmt es jeglichen Spaß, eine mögliche Entspannung und die manchmal dringend notwendige Flucht aus dem Alltag.

Bockschwer oder richtig entspannt?

Ich möchte entspannen, wenn ich zocke. Ob ich mich dabei nun sinnbefreit durch Dämonenhorden in Devil May Cry schnetzle oder in Assassin’s Creed durch Rom schlendere – das ist für mich Entspannung und dann habe ich Spaß; solange es nicht zu schwierig wird. Eine gewisse Herausforderung muss da sein, das ist klar – deswegen mag ich auch die Ace Attorney- und Professor Layton-Reihe. Die Rätsel sind anspruchsvoll und spannend – aber eben nicht zu schwer. Sie haben ein genau richtiges Maß, tolle Charaktere und meistens eine interessante Story; und es passierte mir selten, dass ich wirklich lange an der Lösung einer Aufgabe saß.

Dark Souls 2 in 69 Sekunden...

Ich möchte noch einmal klarstellen, dass ich Spiele wie Dark Souls auf keinen Fall schlecht machen möchte, denn da ich keinen dieser Titel je zu Ende gespielt habe, bleibt es mir fern, eine Wertung abzugeben. Ich kläre nur, dass man eben nicht alles mögen muss und sollte. Jeder hat sein eigenes Genre, in dem er oder sie sich wohlfühlt und das ist gut so. Ich für mich weiß, dass genau dieses Hardcore-Genre nicht meins ist.

Das ist mir vor allem letztens bei Natural Doctrine aufgefallen. Ich wollte ganz dringend über meinen eigenen Schatten springen und so einem Spiel noch einmal eine Chance geben. Aber der Schwierigkeitsgrad ist – obwohl ich ihn schon auf den niedrigsten gestellt habe!  - meiner Meinung nach unmenschlich. Der Strategie-Rollenspiel-Titel aus Japan bringt mich absolut an meine Grenzen und nach zwei Stunden wollte ich mich schon heulend in eine Ecke verkriechen und nie wieder hervorkommen. Doch ich gebe nicht auf. Ich möchte dieses Spiel beenden – aber mit jeder Minute, mit jedem Tod mehr (bei 50 habe ich aufgehört zu zählen), wird immer deutlicher: ich bin einfach nicht geeignet dafür, weil ich viel zu ungeduldig bin.

Abschließend ist zu sagen: „Schuster bleib bei deinen Leisten.“

Ich werde niemals den höchsten Schwierigkeitsgrad bei einem Spiel auswählen – und schäme mich nicht dafür, denn es würde weder mir noch meiner Umwelt gut tun. Diejenigen, die sich daran erfreuen, sollen dies tun und sich durch die Level quälen. Ich, jedoch, bleibe bei Titeln, die mir vornehmlich das geben, was ich mir von Spielen wünsche: Spaß.

Wenn ihr, im Gegensatz zu mir, Herausforderungen liebt, dann könnt ihr euch hier Lords of the Fallen kaufen:

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Teaserbild Quelle: Reddit

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