Eine Welt, die sich auflöst, weil sie vergessen wird. Helden, die diese Erinnerungen wieder herstellen können. Und versuchen, die Welt zu retten. Die Geschichte von Lost Sphear hat nahezu keine Parallelen zum Vorgänger I am Setsuna. Trotzdem haben die beiden JRPGs unübersehbare Gemeinsamkeiten.

 

Lost Sphear

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Lost Sphear - Trailer

I am Setsuna sollte den Charme der alten, klassischen JRPGs zurück bringen. Der Release brachte die Ernüchterung: Das Spiel konnte sich weder auf eine Stufe mit Secret of Mana und den alten Final-Fantasy-Teilen stellen, noch das veraltete Genre in die aktuelle Zeit überführen. Dementsprechend ernüchternd fiel unsere Wertung aus, auch wenn I am Setsuna keinesfalls schlecht ist.

I Am Setsuna im Test: In überlebensgroßen Fußstapfen

Mit Lost Sphear wagen die Entwickler der Toyko RPG Facory nun einen zweiten Versuch. Nachdem wir auf der diesjährigen gamescom nur die Möglichkeit hatten, in der Theorie mehr über Lost Sphear zu erfahren, konnten wir inzwischen selbst Hand an das JRPG anlegen.

Und die Erde war wüst und leer

Nanu, wohin ist denn die Spielwelt verschwunden? Nach einem kurzen Prolog beginnt das Dilemma: Die Spielwelt von Lost Sphear verschwindet, zurück bleiben nur gähnend leere weiße Flecken. Der Held ist aber Gott sei Dank in der Lage, die Fleckchen Erde neu zu füllen. Wie genau? Dank seiner Erinnerungen.

Hat der Protagonist eine seiner Erinnerungen an die alte Welt wiedergefunden, kann er die verlorenen Gebiete nach und nach wiederherstellen. Dabei hat der Spieler die Möglichkeit, zwischen unterschiedlichen Versionen auszuwählen, die jeweils eigene Boni bieten. So erlaubt unter anderem erst das Erschaffen einer speziellen Region, dass du Zugriff auf eine Mini-Map bekommst. Auch die Lebensenergie und Ausdauer deiner Gegner siehst du erst, wenn du mithilfe deiner Erinnerungen das entsprechende Gebiet errichtet hast. Glücklicherweise lassen sich die Gebiete jedoch stets neu aufbauen und ändern, sodass du dich jederzeit perfekt auf die aktuelle Situation einstellen kannst.

Das Kampfsystem: Nach wie vor eine runde Sache

Kommt es zum unvermeidbaren Schlagabtausch mit den finsteren Widersachern, die das Verschwinden der Welt zu verantworten haben, kannst du dich in die aus dem geistigen Vorgänger I Am Setsuna bekannten Rundenkämpfe stürzen, allerdings hast du diesmal auch eine weiter Option: Die Kämpfe lassen sich auch in Echtzeit bestreiten, außerdem kannst du dich jetzt auch bewegen und deine Gegner anvisieren.

Zwar bist du in diesem Modus nach wie vor auf die Initiative und Ausdauer sowie Mana deiner Gruppenmitglieder angewiesen, jedoch sind auch die Gegner in der Lage, sich während „deines Zuges“ zu bewegen und dich zu attackieren. Besonders nützlich ist das in der späteren Spielphase, wenn der Kampf gegen die meisten Gegner keine Herausforderung mehr darstellt, die etlichen Rundenkämpfe jedoch enorm viel Zeit kosten und somit auf den Spielspaß drücken. In besonders kniffligen Bosskämpfen hast du hingegen natürlich die Möglichkeit, jederzeit auf die klassischen Rundenkämpfe umzuschalten, um die maximale Kontrolle zu behalten.

Gekämpft wird übrigens nicht nur mit Schild und Schwert, sondern jeder deiner Charaktere kann außerdem auf Knopfdruck einen mächtigen Mech-ähnlichen Power Suit anlegen. Je nach Charakter verleiht dieser unterschiedliche Spezialkräfte, von besonders mächtigen Angriffen über Heilung, Buffs bis hin zu taktisch sinnvollen Koop-Attacken. Das Tragen des Power Suits ist allerdings zeitlich begrenzt, du solltest also taktisch klug entscheiden, wann du ihn anlegst.

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Lost Sphear: I am Setsuna 2.0?

Obwohl Lost Sphear extra eine Nintendo-Switch-Version gewidmet wurde, verzichten die Entwickler leider auf einen Multiplayer. Und auch die Bewegungssteuerung fällt bei Lost Sphear unter den Tisch. Ist das Spiel also vielleicht der zweite Versuch der Entwickler, an den Erfolg der JRPGs der frühen 90er-Jahre anzuknüpfen?

Ich glaube kaum. Denn auch, wenn die Entwickler für Fans des ersten Spiels einige wiedererkennbare Elemente und Easter-Eggs versteckt haben, ist Lost Sphear doch wesentlich zugänglicher als noch I am Setsuna. Die Echtzeit-Kämpfe geben dem Spiel etwas Tempo, das Setting ist abwechslungsreicher. Und die Entwickler versprechen uns: Vor allem die Side-Quests sind leichter zu verstehen und motivierender, sodass die Spieler insgesamt mehr Zeit in der Welt von Lost Sphear verbringen wollen und können.

Lost Sphear erscheint am 23. Januar 2018 für PlayStation 4 und Nintendo Switch.

Was ist dein Eindruck zu Lost Sphear? Denkst du, das Spiel kann die Fehler des ersten Spiels der Toyko RPG Facory wieder gut machen oder wird es eher doch ein I am Setsuna 2.0?

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