Mad Max Preview: Das Ödland des Mittelmaß? – gamescom 2015

Martin Küpper 5

Mad Max: Fury Road war ein Kracher und für mich sogar ohne Frage einer, wenn nicht der beste Action-Filme der letzten Jahre. Entsprechend hätte ich auf eine gut gemachte Videospiel-Umsetzung des Universums natürlich durchaus Lust. Aber bekommt man die hier geboten? Hier bekommt ihr meinen Eindruck zu Mad Max von der gamescom 2015!

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Die Meinungen zum Spiel gehen stark auseinander. Während Kollege Robin von Hooked immer noch auf ein sehr gutes Spiel hofft, hat manch anderer die Hoffnung längst aufgegeben. Ich hatte auf der gamescom 2015 nun selbst die Gelegenheit Hand an Mad Max anzulegen. Also, ähem, an das Spiel versteht sich. Taugt der Titel nun was oder leider nicht?

Ein Mann und sein Auto

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Spiele, die zur falschen Zeit herausgekommen sind

Die Prämisse klingt ja zumindest eigentlich sehr vielversprechend: Im Fokus des Spiels steht Max‘ Karre, die man selbst zusammen baut und im Spielverlauf immer weiter aufbessern und verändern kann. Den Fokus auf das Auto zulegen macht bei Mad Max natürlich absolut Sinn – und die Idee, dass ich mein eigenes Kampf-Vehikel zusammen schrauben kann, ist fantastisch! Nach meiner Session mit dem Spiel, in der ich gleich am Anfang auch mein Auto zusammenstellen konnte, habe ich aber meine Zweifel an der Umsetzung. Man kann seine Karre zwar in vielen Kategorien aufbessern oder verändern, doch der Grad der Individualisierung scheint schlicht und ergreifend nicht tief genug zugehen, sodass man nicht das Gefühl bekommt etwas wirklich eigenes geschaffen zu haben.

E3 2015: Mad Max Preview (Re-Upload).

Ich würde gerne durch die Gegend fahren und mir Teile für mein Auto selbst zusammen suchen oder von besiegten Gegner-Fahrzeugen abmontieren. Stattdessen konnte ich mir die Upgrades auf Knopfdruck kaufen und sie wurden sofort montiert. Keine Aufregung, keine Spannung, alles passiert in einem Menü. Neben den Upgrades für Waffen, Reifen und anderen Teilen des Autos, bei denen man im Endeffekt wohl sowieso immer die mit den besten Werten auswählt, gibt es nur recht wenige rein optische Kategorien, mit denen man sein Auto nach Wunsch gestalten könnte. Das sah zumindest auf den ersten Blick leider alles sehr unspektakulär aus und hat meine Kreative-Ader nicht gerade angefixt.

Rumfahren, kämpfen, aussteigen, kämpfen.

Mit dieser Überschrift habe ich das eigentliche Gameplay des Spiels eigentlich bereits beschrieben. Auch hier steht das Auto im Fokus, mit dem ihr durch das weitläufige und offene Gelände des Spiels fahren könnt. Dabei stoßt ihr natürlich auch auf gegnerische Fahrzeuge, die euch im Vehikel-Kampf aufs Korn nehmen. Auf Knopfdruck feuert ihr mit eurer Schrotflinte oder Raketen-Geschosse auf die Gegner und müsst dabei nicht einmal zielen, da sich das Spiel sein Ziel selber sucht. Natürlich könnt ihr auch manuell zielen, doch das kann geht in der Hektik der Situation nicht immer gut von der Hand, schließlich müsst ihr gleichzeitig ja auch das Auto steuern.

Das automatische Zielen ist prinzipiell also eine gute Sache, doch leider bin ich mit der Zielauswahl schlichtweg zu oft nicht zufrieden gewesen. Neben den bereits genannten Waffen, habt ihr auch eine Harpune, mit denen ihr Autos und Gegner packen und heranziehen kann. So könnt ihr etwa Reifen oder Teile der Rüstung von gegnerischen Fahrzeugen reißen und sie so recht leicht aus dem Verkehr ziehen. Da ist es dann durchaus ärgerlich, dass das Spiel im Kampf gegen drei Fahrzeuge immer wieder ausgerechnet das eine als Ziel gewählt hat, bei dem ich die Reifen bereits abgezogen hatte. Das war dann also stets ein sprichwörtlicher Schuss in den Ofen.

Hin und wieder verlässt man den bequemen Fahrersitz seines Autos jedoch auch, zum Beispiel um das Innere von Häuser- oder Ruinen-Komplexen zu erkunden. Auch hier trefft ihr auf Gegner, die ihr dann in recht belanglos wirkenden Faustkämpfen erledigen könnt. In der Demo auf der gamescom gingen die Feinde dabei teils viel zu schnell KO. Teilweise reichte nur ein Schlag und die Gegner lagen am Boden. Mag ja sein das Mad Max ein Badass ist, ich würde in den Kämpfen aber durchaus gerne auch mal eine Herausforderung erleben.

Mad Max Preview-Fazit

Ob sich dieser durchwachsene Eindruck auch in der finalen Version hält, bleibt natürlich abzuwarten. Mad Max hat definitiv positive Ansätze, die aber scheinbar nicht ausreichend genutzt werden. Somit dürfte es für Mad Max leider schwer werden an die Qualität des großartigen Films anzuknüpfen. Aktuell sage ich für das Spiel eine Platzierung im besseren Mittelfeld voraus – mit der Gefahr im Ödland der Belanglosigkeit verloren zu gehen. Da das Spiel bereits am vierten September erscheinen wird, wissen wir schon bald mehr.

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