Mad Max Test: Mit Vollgas durch die Spiele-Wüste

Cliff Amador 1

Mad Max ist seit dieser Woche für PC, PS4 und Xbox One erhältlich und verspricht jede Menge Action und Nervenkitzel. In unserem Test verraten wir euch, ob der Open-World-Wüsten-Racer richtig gut ist oder ob er im Schatten des hervorragenden Film-Highlights Mad Max: Fury Road steht.

Mad Max Launch-Trailer.

Wenn uns Mad Max Fury Road eines gelehrt hat, dann dass ein Streifen mit einer dünnen Story und einem wortkargen Hauptprotagonisten sehr gut unterhalten kann—vorausgesetzt der Rest ist überzeugend genug, uns über neunzig Minuten an der Stange zu halten. Zwar ist der Max in der spielerischen Umsetzung der Action-Reihe deutlich geschwätziger, dafür fehlte mir dann aber doch das gewisse Etwas, um mich auf das Polygon gewordene Ödland von Warner 100% einzulassen.

5 Tipps, wie ihr das Ödland in Mad Max rockt!

Ein Vergleich zwischen Film und Spiel ist eigentlich völliger Blödsinn, denn inhaltlich hängt Mad Max nicht mit George Millers Vorlage zusammen. Nachdem es unser allseits bekannter Wüsten-Vagabund schafft, einen Gang-Anführer mit einer Kettensäge zu bearbeiten, wird ihm sein fahrbarer Untersatz gestohlen. Die relativ belanglose Prämisse für ein Open-World-Spiel nach Rezept, denn von nun an gilt es, ein Ersatz-Vehikel ausfindig zu machen und das Teil so krass aufzumotzen, dass ihr für die Haupt- und Nebenmissionen von Mad Max gewappnet seid.

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PlayStation und Xbox: Kostenlose Games im April 2018.

Mit Vollgas reingebrettert

Hier spielt Mad Max seine wahre Stärke aus. Habt ihr im Verlauf der ersten Stunden nämlich eine Karre gebastelt, kann die Action in der schicken Wüstenlandschaft für ein paar sehr spaßige Momente sorgen. Auf der Suche nach wertvollen Schrottteilen und Aufgaben trefft ihr immer wieder auf gegnerische Autos, die euch ans Getriebe wollen. Mit freischaltbaren Zusatzteilen wie der Harpune oder der Möglichkeit, in den Nitroboost zu schalten, könnt ihr die verrückten Überlebenden auf spektakuläre Art aus dem Weg räumen und euch danach ihren Schrott für weitere Upgrades schnappen.

Leider wird die Suche nach Altmetall und neuen Fähigkeiten schnell zum Spießrutenlauf. Für viele Angelegenheiten müsst ihr immer wieder eine der rar gesäten Basen aufsuchen. Und dann setzen auch noch einige Hauptmissionen voraus, dass ihr bestimmte Teile für euren Magnum Opus bastelt, was wiederum voraussetzt, dass ihr eine bestimmte Menge Schrott besitzt. Das kann schon mal frustrierend werden, vor allem, da mit dem Schrott nicht nur Autoteile verbessert, sondern auch Max‘ Aussehen und Fähigkeiten angepasst werden. Dass man also konstant zu wenig Schrott hat und vor vielen Hauptmissionen erstmal wieder auf die Suche gehen muss, bevor man Spaß haben kann, hat mich ziemlich gestört. Ein zusätzliches - und von Schrott getrenntes - System, in dem Erfahrungspunkte zum Anpassen verbraucht werden können, wäre eine bessere Alternative gewesen.

Streng dich an, Jungchen!

Auch wenn man von einem Action-Kracher wie Mad Max nicht unbedingt die tiefste Handlung erwarten sollte, hätte ich mich über einen angenehmen Verlauf der Geschichte und interessante Charaktere gefreut. Besonders die Dialoge fühlten sich belanglos und aufgesetzt theatralisch an, dass ich oft das Verlangen verspürte, auf den erlösenden X-Knopf zu drücken, um sie einfach zu überspringen. Max selbst wirkt zwar positiv “normal“ im Gegensatz zu seiner Tom-Hardy-Version aus Fury Road, wurde aber - wie viele Videospiel-Charaktere vor ihm - einfach nur dem bärtigen Joel aus The Last of Us nachempfunden. Etwas, das der implementierte Fotomodus bestens unter Beweis stellt.

Mad Max: Alle Autos freischalten

Wie das Bild oben so schön zeigt, sind es in Mad Max vor allem Fäuste, die uns um die Ohren gehauen werden. Die Kämpfe in Mad Max machen einen großen Teil eurer Spielzeit aus. Mal verschlägt es uns in gegnerische Quartiere, mal gehts ums nackte Überleben, geprügelt wird aber immer auf die gleiche Weise. Da wird getreten, geschlagen, rechtzeitig pariert und wenn ein herumliegender Gegenstand als Waffe missbraucht werden kann, immer her damit. Leider ist das Kampfsystem nur eine fade Batman-Arkham-Kopie und die Auseinandersetzungen mit der wilden Meute viel zu generisch präsentiert.

Unser Test-Fazit zu Mad Max:

Mad Max ist kein schlechtes Spiel, hinterlässt jedoch das Gefühl, dass sich die Entwickler zu sehr darauf konzentriert haben, die Atmosphäre der Filme einzufangen. Das ist zwar durchaus gelungen, aber auch gleichzeitig der Ursprung für viele typische Lizenztitel-Krankheiten: Statt eine eigene Vision zu realisieren, bedient sich Mad Max an vielen Stellen bei der Spiele-Konkurrenz. Das funktioniert als Grundgerüst prima, fühlt sich aber wegen fehlender Innovationen und keinen wirklich starken, eigenen Elementen über die lange Spielzeit zu mittelmäßig und repetitiv an. Und am Ende war dann nicht der Hauptcharakter, sondern die Karre und das Herumfahren der echte Star von Mad Max.

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