Mario Kart 8 DLC Test: Ein Traum wird wahr!

Martin Küpper 15

Drei neue Fahrer, acht neue Strecken und die Erfüllung eines alten Traums: Einmal mit Link im Kart durch Hyrule brettern! Der erste DLC zu Mario Kart 8 klingt auf dem Papier fantastisch, doch die Wahrheit liegt (umringt von Bananen-Schalen) auf der Piste. Wir haben übers Wochenende also fleißig die Reifen quietschen lassen und verraten euch nun, was die neuen Inhalte taugen.

Mario Kart 8 DLC Trailer.mp4.

Bevor wir uns gemeinsam auf die neuen Pisten begeben, möchte ich euch noch eine Frage mit auf den Weg geben: Wie steht ihr grundsätzlich zu der Idee, dass Mario Kart zu einem Nintendo Allstar-Rennspiel werden könnte? Es hat nämlich ganz den Anschein, als würde Nintendo mit eben diesem Gedanken spielen und jetzt mit den beiden DLCs (der zweite kommt im Mai) vorsichtig einen Versuch starten.

Die acht neuen Strecken beinhalten schließlich nicht bloß Hyrule, sondern auch Mute City aus F-Zero und das Stadion aus Excitebike. Und entgegen all meiner Zweifel, sind die Strecken ihren Vorbildern nicht bloß optisch nachempfunden, sondern vermitteln auch ein passendes Spielgefühl.

Unser Test zu Mario Kart 8

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You got boost power!

In der Excitebike-Strecke rast ihr über etliche steile Hügel und habt viel Air-Time, wodurch ihr im Idealfall einen Trick an den anderen hängen könnt. In den wenigen flachen Abschnitten der Strecke müsst ihr euch hingegen vor morastigen Pfützen und dem plötzlichen Ende eurer Spur in Acht nehmen. Eben ganz wie im alten NES-Klassiker.

In Mute City ist passend zum Vorbild F-Zero absoluter Highspeed angesagt! Dank zahlreicher Turbostreifen fühlt sich das Spiel hier angenehm flott an, sodass zeitweise sogar ein echtes F-Zero-Feeling aufkommt – natürlich besonders, wenn ihr mit dem Blue Falcon unterwegs seid. Mein Heißhunger auf einen neuen Teil der Future-Racer-Serie ist durch diese Strecke jedenfalls noch größer geworden.

Chinesischer Hauch und arktische Kälte

Doch nicht alle Strecken basieren auf anderen bekannten Nintendo-Serien. Die große Drachenmauer hat beispielsweise ein chinesisches Flair. Vorbeiziehende Pagoden und Laternen, sowie die musikalische Untermalung sorgen bei der Fahrt für ein ostasiatisches Ambiente. In Kombinationen mit dem farbenfrohen Art-Style hat mich das Ganze tatsächlich angenehm an Kung-Fu Panda erinnert.

Der Polarkreis-Parcours führt uns hingegen ins ewige Eis. Optisch ist das alles sehr reizvoll umgesetzt, in Punkto Fahrgefühl konnte mich die Strecke aber nicht restlos überzeugen. Die grundlegende Idee, dass die Strecke in zwei nebeneinander liegende, leicht unterschiedliche Wege geteilt wurde, ist zwar interessant, doch leider bleibt die Strecke insgesamt zu simpel und belanglos.

Hinzu kommen dann noch drei Retro-Strecken, die den meisten Mario-Kart-Fahrern sicher ein Begriff sein dürften: Warios Goldmine aus Mario Kart Wii, Yoshis Piste aus Double Dash!! und das Regenbogen-Boulevard vom Super Nintendo wurden für den DLC komplett überarbeitet. Eine durchaus solide Auswahl, an deren Umsetzung ich nur eine fehlende Abkürzung auf Yoshis Piste zu bemängeln habe.

Liebenswerte Details

Nun aber zum vermeintlichen Highlight im Paket: Hyrule! Und tatsächlich zeigt diese Strecke dann auch am deutlichsten, wo das Potential eines „Nintendo Karts“ liegen dürfte. Ihr fahrt hier nämlich nicht bloß einfach durch Schloss Hyrule (dessen Aufbau übrigens aus Twilight Princess stammt). Auch sonst hat Nintendo hier alles an die Zelda-Reihe angepasst: Statt Münzen sammelt ihr Rubine, beim Fahren durch Fragezeichen-Boxen startet die aus Zelda bekannte Schatztruhen-Melodie, am Streckenrand stehen Dekuranhas statt Piranha-Pflanzen, und sogar das Charaktermodell der Fledermäuse wurde gegen das aus Skyward Sword ausgetauscht.

All diese kleinen Details sind äußerst charmant und verdeutlichen, dass Nintendo hier mit Herz und Verstand bei der Sache war. Leider konnten sie aber doch nicht gänzlich darüber hinwegtäuschen, dass der Streckenverlauf selbst nicht sonderlich kreativ gestaltet wurde.

Mario Kart 8 DLC – Test-Fazit

Unterm Strich ist der erste DLC zu Mario Kart 8 durchaus gelungen. Die neuen Strecken sind abwechslungs- und detailreich gestaltet, und sind gewohnt gut zu befahren – nur die viel zu simple Polarkreis-Strecke fällt negativ aus dem Rahmen. Dafür ist besonders die schnelle F-Zero-Strecke ein neues Highlight in der Streckenauswahl, auf der ich sicher noch einige Runden drehen werde. Mindestens bis Nintendo endlich mal ein neues F-Zero bringt.

Ich hoffe wirklich, dass das Paket tatsächlich auch als Experiment für ein mögliches „Nintendo Kart“ gedacht ist, denn von dieser Idee bin ich durch den DLC nun endgültig überzeugt. Und damit bin ich offenbar nicht alleine, denn online tritt aktuell fast jeder Spieler mit Link als Charakter an. Es dürfte für jeden Zelda-Fan eine wahre Wonne sein, durch Hyrule zu brettern und all die vielen Details zu bewundern, sofern man sich dieser Idee nicht komplett verweigert.

Der einzige echte Wehrmutstropfen am DLC sind die anderen beiden neuen Charaktere. Katzenanzug-Peach und Tanooki-Mario? Ist Nintendo wirklich nichts Besseres eingefallen? Wir haben nun vier Versionen von Mario und Peach, aber ein Diddy Kong darf immer noch nicht mit fahren. Bei einem Kostenpunkt von acht Euro (jeweils sechs Euro wenn ihr beide DLCs im Paket kauft) fällt es mir natürlich dennoch leicht, eine Kaufempfehlung an alle Mario-Kart-Fans auszusprechen.

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