Mass Effect 3: Day One DLC - BioWare am Pranger

Robin Schweiger 20

Zweifel blieben jedoch. Für den DLC werden immerhin über 600 MB heruntergeladen. Wären die Inhalte bereits auf der Disc, würde ein so großer Download keinen Sinn ergeben. Erneut ließen BioWare den Vorwurf nicht im Raum stehen und meldeten sich im Mass Effect-Forum zu Wort:

„Aus der Asche ist ein 600+ MB-Download mit neuen Inhalten, inklusive einer neuen Mission auf Eden Prime, neuen Dialogoptionen und Konversationen, neuen Zwischensequenzen, einer neuen Protheaner-Waffe und neuen Rüstungen für die anderen Teammitglieder. All diese Inhalte wurden entwickelt, während sich das Spiel selbst bereits in der Zertifizierung befand und sind nicht auf der Disc enthalten. Wie wir bereits mitgeteilt haben, ist es nötig, dass wir bestimmte Framework-Elemente und Charaktermodelle auf die Disc packen, damit sich das zusätzliche Squad-Mitglied ohne Probleme in die eigentliche Kampagne einfügen kann. Wir haben etwas Ahnliches mit Zaeed und Kasumi in Mass Effect 2 gemacht.“

Und damit wären wir beim momentanen Kenntnisstand angekommen. Viele Spieler sind noch immer wütend, andere konnten durch die Beschwichtigungen BioWares beruhigt werden. Die Forderung vieler Gamer bleibt klar: Alle Inhalte, die zum Release eines Spiels fertig sind, müssen dem verpackten Spiel beiliegen. Damit machen sie es sich jedoch sehr viel einfacher, als es eigentlich ist. Denn Inhalte wie „Aus der Asche“ würden ohne die Möglichkeiten, die Entwickler durch DLCs bekommen, schlicht nicht existieren. In den drei Monaten, die zwischen Fertigstellung und Release eines Spiels vergehen, wurden Vorproduktions- und Entwicklerteams früher bereits dem nächsten Projekt zugewiesen. Wurde nicht direkt ein nächstes Projekt gefunden, waren sie oft von Kündigungen betroffen. Nun können die Teams jedoch direkt an die Arbeit an solchen Day One-DLCs gehen.

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Natürlich bleibt diese Praxis aber nicht ohne Nachteile. Auf der Disc von „Street Fighter X Tekken“ sind 12 Charaktere enthalten, die eigentlich bereits komplett spielbar sind. Hier kauft ihr tatsächlich lediglich eine Lizenz, um die Figuren spielbar zu machen und sie wurden nicht in dem Zeitraum von drei Monaten zwischen Fertigstellung und Release des Spiels entwickelt. All diese Charaktere sind vollständig spielbar. Solche Geschäftspraktiken sind es, die Gamer zu Recht skeptisch stimmen.

Trotzdem sind Day One-DLCs an sich aber keine schlechte Sache, solange sie nicht genutzt werden, um bereits entwickelte Inhalte nachträglich wieder zu entfernen und teuer zu verkaufen. Auch wenn eine gewisse Skepsis immer angebracht ist, sollten sich Gamer aber nicht grundsätzlich gegen jede neue Form der Spieledistribution wehren. So einige Inhalte hätten ohne den digitalen Verkaufsweg nie das Licht der Welt erblickt. Gut möglich, dass wir die Protheaner sonst nie zu Gesicht bekommen hätten.

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