Commander Shepard kann nicht nur schießen, jetzt teilt er auch im Nahkampf ordentlich aus.

Und natürlich lässt Bioware am Ende die große Bombe platzen. So wie es sich gehört für ein „Mass Effect“. Epischer hätte man diese finale Schlacht kaum inszenieren können – Szenenregie, Score, Schauplatz, alles einfach groß. Grausame Entscheidungen wollen getroffen werden, Abschiede werden zelebriert, Neuanfänge eingeleitet. Dass die eigenen Reihen nicht vor Verlusten gefeit sind, sollte jedem Veteranen sowieso längst klar sein.

Das ist er, der „Mass Effect“. Den Spieler in eine Geschichte hineinziehen, die so auch genauso gut in einem Multiplex-Kino über die große Leinwand flimmern könnte. Mit dem feinen Unterschied, dass ich hier selbst entscheiden kann, wer stirbt, wer lebt, wer siegt, wer verliert. Und zu welchem Preis. Ein Spiel, dass mich mehr in seine Geschichte einbindet, will mir aus dem Stand nicht einfallen. Dafür muss man „Mass Effect 3“ danken. Auch wenn der Abgang schaler ausfällt, als erhofft.

Fazit
Der Holzhammer zuerst: Spielerisch ist dies der schwächste Teil der gesamten Reihe. Kein Teil zuvor hat mir so sehr die Zügel aus der Hand genommen, hat mich so eingeschränkt und um Inhalte beraubt, die die Vorgänger noch bereicherten, im Tausch gegen übertrieben viele und immens dröge Dauerballereien. Vielleicht wollte Bioware sich auf die Geschichte konzentrieren? Würde einleuchten. Dagegen spricht allerdings die ideenlose, fast schon frech uninspirierte erste Spielhälfte.

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Als galaktischer Babysitter diplomatische Nichtigkeiten am anderen Ende des Universums lösen? Das hatten wir doch nun wirklich schon zweimal. Dann, etwa zur Halbzeit, wird es allerdings magisch: Wie Bioware dieses Finale inszeniert, was „Mass Effect 3“ mir für Entscheidungen abringt und wie es seine zutiefst menschlichen Charaktere in Szene setzt, das ist einfach einmalig...oder zumindest sehr selten für dieses Medium.

Wenn am Ende die Credits über den Bildschirm laufen, hält man kurz inne, erinnert sich an die vielen Stunden, die man mit dieser Reihe und ihren Charakteren verbracht hat – und ist doch zutiefst befriedigt. Das Ende mag spielerisch eine kleine Enttäuschung gewesen, die Technik irgendwo im Jahr 2007 stehen geblieben sein und Rollenspiel-Puristen müssen ihr Genre mittlerweile schon mit der Lupe suchen. Aber zum Teufel - das war ein echter Ritt. Und wir waren gerne dabei.

Wertung: 86%

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