Mass Effect - Andromeda: Entwickler reagieren auf frauenfeindliche Tweets

Richard Benzler 2

Erst kürzlich schlug ein Shitstorm Wellen innerhalb der Gaming-Szene. Im Mittelpunkt stand diesmal eine ehemalige Mitarbeiterin von EA, die über soziale Medien attackiert wurde, da sie angeblich für die verkorksten Animationen in Mass Effect: Andromeda verantwortlich sei. Nun zelebrieren Entwickler den Schulterschluss, indem sie die frauenfeindliche Hasswelle als Anlass nehmen, um den Anteil weiblicher Entwickler in der Branche finanziell zu unterstützen.

Mass Effect Andromeda: Der Launch-Trailer zum Rollenspiel.

Nachdem einige Netz-Spezialisten die ehemalige EA-Mitarbeiterin Allie Rose-Marie Leost zur Zielscheibe ihrer unreflektierten Kritik erklärt hatten, sah sich BioWare dazu veranlasst, einzuschreiten, um Kritikern den Nährboden zu entziehen. Anlass für den Shitstorm waren die durchwachsenen Animationen in Mass Effect: Andromeda, für die Leost im Rahmen einer Kolumne des Bloggers Ethan Ralph fälschlicherweise zum alleinigen Sündenbock erklärt wurde.

Als Leost schließlich die Naughty-Dog-Künstlerin Alexandra Neonakis via Twitter zur Seite sprang, wurde auch sie ins Visier der Berufs-Nörgler genommen. Die Branchenkollegin ließ sich von der Häme jedoch nicht entmutigen und postete einen Tweet, indem sie sich zynisch bei den Trollen bedankte, da jene sie zum Spenden einer 500 Dollar hohen Summe an Girls Make Games inspiriert hätten. Das Netzwerk veranstaltet auf internationaler Ebene vielfältige Work Shops, die lehrreiche Einblicke in die unterschiedlichen Aspekte der Spielentwicklung bieten.

Diese Maßnahme verbreitete sich wie ein Lauffeuer, denn schon bald folgten viele ihrem positiven Beispiel und spendeten ebenfalls für den guten Zweck  — Unter anderem Naughty Dogs Creative Director Neil Druckman und zahlreiche Mitarbeiter von Blizzard und Disney; von etlichen Privatpersonen ganz zu schweigen. Die Solidaritätswelle überraschte sogar seine Urheberin. Auf Twitter bekundete Neonakis: „Ich sitze hier schluchzend. Ich liebe euch alle für eure Solidarität. Die Unterstützung hat mich umgehauen.“

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Besonders lesenswert ist ihre Richtigstellung hinsichtlich des Vorwurfs, sie habe nur wegen ihres Geschlechts eine Anstellung in der Gaming-Branche bekommen: „Ich habe zehn Jahre in dieser Industrie gearbeitet. Ich habe mich dahin durchgebissen, wo ich jetzt bin, obwohl mir Leute ständig sagten, das könnte und sollte ich nicht. Und bei jedem verdammten Schritt hat irgendein Arschloch versucht, es abzutun mit: Na ja, du bist ja ein Mädchen, das hat offensichtlich geholfen …Ich spüre einen stetigen Drang, immer härter zu arbeiten, um mir und anderen zu beweisen, dass das nicht der Grund ist. Jeder Frau in der Industrie, mit der ich spreche, geht es genauso.“

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