Kommt dein Lieblingspokémon in Meisterdetektiv Pikachu vor? Wir haben den Film gesehen

Alexander Gehlsdorf

Ich durfte mir Meisterdetektiv Pikachu bereits vor dem offiziellen Kinostart ansehen und verrate dir, ob sich die Wartezeit auf den Film gelohnt hat und vor allem, ob auch dein Lieblingspokémon einen großen Auftritt hat. Natürlich ohne Spoiler.

Dass Pokémon in der letzten 20 Jahren zum größten Multimedia-Franchise aller Zeiten geworden ist, hat viele Gründe. Einer davon ist ohne Frage die Vielfalt, die den mittlerweile mehr als 800 Monstern inhärent ist. Egal wie obskur oder unscheinbar die unterschiedlichen Pokémon auch sein mögen, jedes einzelne hat irgendwo da draußen mindestens einen Fan, der genau jenes Monster zu seinem Lieblingspokémon erkoren hat.

Was ich damit sagen will: Irgendwo da draußen sitzt jemand, dessen Lieblingspokémon Zubat ist. Und einerseits habe ich vor diesem Menschen berechtigterweise Angst, andererseits aber auch Respekt. Schließlich bin ich selbst einer jener sonderbaren Fans, der offen zugibt, dass mein Lieblingspokémon Kleinstein ist.

Als ich mir Ende April vorab die Pressevorführung von Meisterdetektiv Pikachu ansehen durfte, war meine Priorität natürlich klar: Egal was Story, Charaktere, Humor und Effekte auch hergeben mögen, das einzig wichtige Kriterium ist die Frage, ob mein Lieblingspokémon einen großen Auftritt hat.

Wo ist mein lebensechtes Kleinstein?

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Meisterdetektiv Pikachu: Alle Pokémon, die im Film vorkommen, im Vergleich

Leider ist der Film auf der internationalen Welche-Rolle-spielt-Kleinstein-Skala mit einer 1/10 durchgefallen. Mit Ausnahme eines Wandgemäldes im ersten Akt des Films war weit und breit kein lebensecht animiertes Kleinstein zu sehen. Und nein, das Georock in der Arena-Szene zählt auch nicht. Eine herbe Enttäuschung für Kleinstein-Fans auf der ganzen Welt.

Aber Glück im Unglück: Der Rest des Films war wundervoll.

Ich suche weit und breit

Warum erst um den heißen Brei herumreden, wenn der Film am Schluss doch ein voller Erfolg war? Weil es wahrscheinlich so einigen Pokémon-Fans so gehen wird wie mir. Auch sie werden 104 Minuten lang jeden Winkel der Kinoleinwand absuchen, ob sich irgendwo am Rand vielleicht doch noch ein kurzer Auftritt ihres Lieblingspokémons versteckt.

Um es kurz und schmerzlos zu machen: Wenn du deinen Favoriten nicht bereits im Trailer entdeckt hast, stehen die Chancen schlecht, dass du es im finalen Film wiedersehen wirst. Klar, dass Fans von Kult-Monstern wie Glumanda, Fukano, Mewtu oder Relaxo problemlos auf ihre Kosten kommen, jedoch ist es bei mehr als 800 Pokémon auch keine Überraschung, dass nicht jedes einzelne einen großen Auftritt feiern kann.

Findest du dein Lieblingspokémon im offiziellen Trailer?

POKÉMON MEISTERDETEKTIV PIKACHU - Offizieller 1. Trailer (neu).

Ein Grund mehr dafür, dich ganz auf die Geschichte des Films einzulassen und eine wirklich gelungene Pokémon-Adaption zu genießen. Auf konkrete Details der Handlung will ich an dieser Stelle bewusst verzichten, da dem Film durchaus die ein oder andere Überraschung gelingt. Wie der Titel schließlich verrät, ist der Film in weiten Teilen eine Detektivgeschichte und die kommt wie vom Genre gewohnt mit einigen cleveren Wendungen daher.

Gemeinsam mit dem vom Ryan Reynolds gesprochenen, Koffein-süchtigen Meisterdetektiv Pikachu will der junge Versicherungsangestellte Tim im Film dem Tod seines Vaters auf die Spur kommen – eine Spur, die in die utopische Ryme City führt. Eine Stadt, in der es keine Trainer gibt, sondern Menschen und Pokémon gleichberechtigt miteinander leben.

Ich wollte immer der Allerbeste sein

Für mich als Pokémon-Fan der ersten Stunde beziehungsweise Generation trifft Protagonist Tim genau den richtigen Nerv. Auch er hat in seiner Kindheit davon geträumt, eines Tages Pokémon-Meister zu werden, nur um diesen Traum letztendlich aus den Augen zu verlieren. Zwar lag es in meinem Fall nicht an einem persönlichen Schicksalsschlag, sondern an dem simplen Fakt, dass ich nie einen Game Boy Advance und somit keinen Zugang zur dritten Generation hatte, trotzdem konnte ich seine der-Pokémon-Zug-ist-abgefahren-Einstellung recht gut nachvollziehen.

Genau darin liegt aber auch die große Kunst des Films: Jede Art von Fan wird angesprochen. Egal ob komplette Neueinsteiger, Hardcore-Pokémaniacs oder eben alte Fans, die den Franchise erst seit kurzem wieder auf dem Schirm haben – mit Meisterdetektiv Pikachu kann jeder etwas anfangen. Sei es durch den Protagonisten, durch die unzähligen Pokémon, die Ryme City bevölkern oder einfach nur durch die geschickte Art und Weise, wie der Film einen neuen, aber nachvollziehbaren Blick auf die Welt der Pokémon wirft.

Darüber hinaus gelingt dem Film eine organische Mischung aus Action, Tragik, Fan-Service, Mystery und natürlich Humor – allen voran dank der großartigen Pantimos-Szene. Einziger Wermutstropfen ist wie eingangs erwähnt nur, dass nicht jeder Zuschauer sein Lieblingspokémon auf der Leinwand wiederfinden wird. Gerade als sich im letzten Akt eine Parade ankündigt, stieg in mir die Hoffnung, dass noch einmal nach dem Fließbandprinzip die komplette erste und zweite Generation durch das Bild geschleift wird.

Dass genau das nicht passiert, ist aber womöglich auch ein Grund dafür, dass der Film mich über die gesamte Laufzeit fesseln konnte, ohne langatmig zu werden. Dementsprechend wird sich Warner Bros. Entertainment die Gelegenheit sicherlich und hoffentlich nicht nehmen lassen, noch mehr Pokémon-Filme in gleicher Qualität abzuliefern. Dann hoffentlich auch mit meinem Liebling Kleinstein. Davon bin ich, höhö, felsenfest überzeugt.

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