Meisterdetektiv Pikachu im Test: Columbo im pelzigen Taschenformat

Michael Sonntag

In seinem neuesten Abenteuer hat Pikachu den Arenakämpfen den Rücken zugekehrt, um als Meisterdetektiv eine große Verschwörung aufzudecken. Dich erwarten spannende Kriminalfälle, bunte Orte und vor allem viele Pokémon.

Meisterdetektiv Pikachu: Bereite dich auf den Fall deines Lebens vor! - Nintendo 3DS.

Grips statt Donnerblitz einsetzen

Der junge Tim Goodman reist nach Ryme City, um seinen verschwundenen Vater zu suchen. Auf dem Weg in die Innenstadt beobachtet er plötzlich, wie eine Bande frecher Griffel-Pokémon einem Mädchen die Halskette stiehlt. Als Tim eingreifen will, kommt eins zum anderen – Ketchup, Chaos und ein Pikachu eilt ihm zur Hilfe.

Doch dieses Pikachu ist nicht wie jedes andere. Anstatt zu schocken, hat es Geistesblitze. Anstatt vor sich hinzuquietschen, murmelt es coole Sprüche. Denn es ist Meisterdetektiv Pikachu! Sein Markenzeichen: Das braune Käppi zwischen den Ohren. Das frisch gebackene Duo ist gerade in seinen ersten Fall gestürzt.

Um die Kette wiederzufinden, müssen die beiden den Tatort untersuchen und Zeugen befragen. Da die Sprachbarriere bei ihnen aus mysteriösen Gründen aufgelöst ist, können sie sowohl mit Menschen als auch mit Pokémon sprechen. Das Notizbuch mit den Hinweisen und Ermittlungen bildet hierbei das wichtigste Werkzeug.

Doch der Fall der gestohlenen Kette bleibt nur ein Tutorial zum Warmwerden, die große Verschwörung kommt erst noch. In letzter Zeit häufen sich in der Stadt Berichte über ausrastende Pokémon, die aus heiterem Himmel jeden angreifen. Und irgendwie hängt das auch mit Tims verschwundenem Vater und Pikachus verschollenem Besitzer zusammen.

Also heißt es: noch mehr Tatorte inspizieren, Pokémon verhören und Kaffee trinken. Pikachu führt seinen menschlichen Watson im Laufe der Geschichte immer weiter in das Handwerk eines Detektivs ein. Währenddessen bleibt aber auch immer genug Zeit, coole Sprüche zu klopfen, Kekse zu stehlen, Blödsinn anzustellen und Frauen anzuhimmeln.

Die gewohnten Duell-Kämpfe finden wenn überhaupt nur im Kopf statt und verbrauchen statt Tränken Gehirnschmalz. In den insgesamt neun Episoden erkundet das Duo Forschungseinrichtungen, Inseln sowie TV-Studios und ermittelt neben der großen Verschwörung auch immer bei kleineren Fällen am Rand.

Einfach, aber pokétastisch

Prinzipiell bleibt das Gameplay über die zehn Stunden immer dasselbe, wenn du nicht gerade ein Baby-einfaches Quicktime-Event absolvieren oder ein etwas aufwendigeres Rätsel lösen musst. Das Detektiv-Adventure setzt nicht auf Kopfnüsse, sondern auf seine sympathischen Charaktere und seine niedliche Spielwelt innerhalb der Detektivgeschichte.

Denn wann musstest du im Pokémon-Universum schon mal Regie in einer TV-Sendung führen? Oder legendäre Gegenstände auf einer zwielichtigen Auktion ersteigern? Ein Pokémon als Cocktailmixer benutzen? Und, und, und… Die Spielwelt vermittelt dem Spieler, wie Pokémon und Menschen eigentlich zusammenleben und wie sie sich in den verschiedensten Arbeitsbereichen unterstützen können. Hinzu kommen der typische Humor und dutzende Taschenmonster aus allen Generationen.

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Die Hauptgeschichte ist einigermaßen spannend und Pikachu sorgt regelmäßig für Momente zum Schmunzeln. An sich kann der Spieler nicht viel falsch machen und wenn er einmal hängenbleibt, weil er nicht weiter weiß, kann er Pikachu um Hilfe bitten, das den Fall angeblich schon vor einer halben Stunde gelöst hat.

Zusammenfassung und Fazit:

Meisterdetektiv Pikachu ist ein niedliches Spiel mit einigen Schmunzelstellen, aber kein Meisterwerk. Es verfügt über keine deutsche Tonspur, nur über eine englische mit deutschen Untertiteln. Bei der Auflösung des Mysteriums werden am Ende einige wichtige Fragen nicht aufgeklärt oder vermutlich in eine Fortsetzung verschoben.

Die Welt und die Charaktere unterhalten, aber am Stück konnte ich immer nur zwei Episoden spielen, dafür müdet das Gameplay aus Befragen und Verknüpfen zu schnell an. Pikachu selbst ist der eigentliche Showrunner, stellenweise aber auch etwas nervig aufgrund seiner machohaften und selbstverliebten Art.

Meisterdetektiv Pikachu beweist, dass das Pokémon-Universum abseits des traditionellen Trainer-Gameplays noch viel zu bieten hat, schöpft diese Möglichkeiten aber nicht aus und stellt ein Spiel dar, dass definitiv etwas für junge Gamer ist und auch die fanatischsten unter den Pokémon-Fans interessieren könnte.

Wird dir gefallen, wenn du schon immer mal ein Detektiv-Abenteuer mit Pokémon spielen wolltest.

Wird dir nicht gefallen, wenn du bockschwere Fälle brauchst und Pokémon ohne Kämpfe doof findest.

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