Ja, „Doktor“. Einfach nur „Doktor“. Wenn das schon der Code- und Spitzname ist, dann hat man auf dieser Liste quasi schlagartig gewonnen. Der Doktor, der mit vollem namen Wilhelm Voigt heißt, stammt aus der DDR und hat nach der Wende seinen Weg in das Feld der Kybernetik und von dort zu Cyborgs gefunden.

Anfänglich erfüllt der Doktor viele der typischen Klischees: Sein Akzent ist so dick, dass man ihn mit einem Messer aus Solingen schneiden kann, er sieht aus wie ein Auffahrunfall aus allen anderen deutschen Ärzten, die man je gesehen hat und seine Leidenschaft für sein Feld „enthusiastisch“ zu nennen wäre noch eine Untertreibung – niemand steigert sich so schön in seine Arbeit wie Doktor. Spätestens, wenn er Protagonist Raiden darum bittet, den Feinden Körperteile abzutrennen und zu Forschungszwecken mitzubringen, muss man schon ein bisschen stutzen.

Warum ich aber Doktor besonders mag: Er untergräbt gleichzeitig auch viele Klischees und reiht sich damit nur scheinbar in die Riege der verrückten Krauts ein. Doktor ist sympathisch, informativ, hat Humor, ist moralisch einwandfrei (jaja, die Gliedmaßen – darum geht es in dem Spiel doch!) und ist sogar heroisch: Von allen Leuten in Raidens Team ist es ausgerechnet der alte Mann mit der Brille, der spät im Spiel helfend als Pilot eingreift und sein Leben riskiert, außerdem ist er maßgeblich daran beteiligt, zahlreiche Unschuldige zu retten.

Das, und er heißt „Doktor“.

 

Metal Gear Rising: Revengeance

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Leo Schmidt
Leo Schmidt, GIGA-Experte.

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