Metro Exodus in der Vorschau: Eine unbarmherzige neue Welt

Lisa Fleischer

Bislang standen in den Metro-Spielen die engen, namensgebenden Untergrund-Verzweigungen im Fokus, nach draußen kam der Protagonist nur selten. In Metro: Exodus stellt sich die Serie auf den Kopf – und offenbart dadurch ganze neue Gameplay-Möglichkeiten. Schon der erste Gameplay-Trailer bewies, dass das neue Metro dabei auch noch extrem gut aussieht.

Metro Exodus - E3-2018-Gameplay-Trailer [DE].

Die Metro-Serie spielt in einer Zeit nach einem verheerenden Atomkrieg, der Moskau sowie weite Teile der Welt unbewohnbar gemacht hat. Die letzten lebenden Menschen haben sich in die unterirdischen Netze der Metro zurückgezogen haben. Du übernimmst die Kontrolle über Artjom, ein junger Russe, der in den unterirdischen Stationen wie auch an der Oberwelt, die nur mit Gasmaske betretbar ist, verschiedene Abenteuer erlebt.

Um genau diesen Artjom dreht sich auch die Geschichte von Metro: Exodus. Viel ist noch nicht über die Geschichte des neuen Metro-Spiels bekannt, die ersten Stunden konnte ich aber schon jetzt anspielen. Eines steht fest: Auch wenn Artjom und seine Mitstreiter die Oberwelt inzwischen auch längerfristig betreten können, kannst du dich in Metro noch lange nicht sicher fühlen.

Mit dem Zug durchs Ödland

Zwar ist Metro: Exodus per Definition ein Shooter, trotzdem wird es, wie schon die Teile zuvor, ein Story-basiertes Spiel. Im Verlauf triffst du kleinere sowie größere Entscheidungen, die den Verlauf des Spiels entscheidend beeinflussen, sollte Exodus so aufgebaut sein wie die vorherigen Spiele.

Auch in Exodus ist Artjom Teil der Ranger, Anna ist inzwischen seine Frau und Miller, der am Ende von Last Light beide Beine verliert, steht jetzt auf künstlichen Stelzen. Gemeinsam bereist ihr an Bord einer großen Lokomotive über die Oberwelt, offenbar auf der Suche nach einer neuen Heimat. Allerdings wirst du schon nach kurzer Zeit mit anderen Menschen konfrontiert, die die Schienen blockieren und das Feuer auf dich und deine Truppe eröffnen. Miller schickt dich deshalb gemeinsam mit Anna auf Erkundungstour. Eure Aufgabe: Die Störenfriede ausfindig machen und sie zum Waffenstillstand bewegen.

Wie du einige Minuten später erfährst, handelt es sich bei den anderen Menschen um fanatische Gläubige, die jeglichen Fortschritt verteufeln und kein Interesse an einer Kooperation zeigen. Einzig eine Mutter mit ihrem Kind ist dir wohlgesonnen, im späteren Verlauf schließt sie sich dir sogar an. Dadurch wiederum wirst du auf andere, dir gut gesonnene Charaktere aufmerksam, die es im weiteren Verlauf zu retten und zu rekrutieren gilt. Und so bahnst du dir deinen Weg durch die lebensfeindliche Wildnis des postapokalyptischen Russlands.

Selbst ist der Mann

Weil die Oberwelt noch immer zahlreiche Gefahren bietet und ein sicheres Leben nahezu unmöglich ist, findest du zwar immer wieder vereinzelt Menschen, strukturierte Siedlungen wie in den vorherigen Teilen konnte ich jedoch nicht finden. Dementsprechend fallen auch die Händler weg, bei denen du in Metro: 2033 und Metro: Last Light deine Ausrüstung erweitern konntest. Natürlich musst dich trotzdem nicht mit deiner Anfangs-Ausrüstung durch die lebensfeindliche Welt schlagen: Artjom wird zum Tüftler.

Besiegst du Gegner oder findest du Truhen, wirst du mit wertvollem Loot belohnt. Gehst du anschließend ins Menü, kannst du aus den gefundenen Rohstoffen überlebenswichtige Dinge wie Med-Kits, neue Munition und Gasmasken herstellen. Du wirst außerdem vor die Wahl gestellt, ob du gefundene Waffen behältst oder sie auseinander nimmst und mit den Einzelteilen deine eigene Waffe modifizierst.

Mit der Zeit findest du Schalldämpfer, Zielvorrichtungen und größere Magazine, die mehr Munition fassen. Deine Waffe wird quasi zum Schweizer Taschenmesser, die mit den richtigen Ergänzungen ganz unterschiedliche Funktionen erfüllen kann. Aufwerten kannst du dein Inventar jederzeit, willst du größere Modifikationen vornehmen oder andere Gegenstände herstellen, musst du zuerst eine Werkbank in einem sicheren Gebiet finden.

Eine durch und durch tödliche Welt

Mit deiner neu geschaffenen Wunderwaffe könntest du versuchen, größtmöglichen Schaden anzurichten und alle Gegner in Schutt und Asche zu verwandeln. Das wäre allerdings nicht wirklich klug. Schließlich bringst du dadurch nicht nur deine Mission unnötig in Gefahr, du riskierst auch, zahlreiche Story-Passagen zu verpassen. Folgt Metro: Exodus den vorangegangenen Teilen, wird es auch hier wieder so sein, dass dein Spiel zu Ende eine negative Wendung nimmt, gehst du zu stümperhaft vor.

Besser ist es, wenn du dich an einigen Gegnern einfach vorbeischleichst oder mit anderen Menschen verhandelst, anstatt sie zu töten. Schließlich reichen schon wenige Schläge oder Schüsse aus, dass deine Gesundheit versagt. Ein Blick auf deine Vitalitäts-Anzeige verrät: Das Spiel ist erbarmungslos, verzeiht dir nur wenige Fehler. Das liegt vor allem daran, dass die Ressourcen in Metro: Exodus stark begrenzt sind.

Entscheidest du dich wie ich mich dazu, hauptsächlich durch das Spiel zu schleichen, kann es allerdings sein, dass du durch die verpassten Kämpfe zu wenig Ressourcen sammelst – und dir schon nach kurzer Zeit wahlweise Med-Kits oder Munition ausgeht. Die Herausforderung besteht also darin, zwischen roher Gewalt und friedlichem Vorgehen gut auszuloten. Außerdem macht es sich bezahlt, bist du ein guter Schütze: Schaffst du es, Gegner mit nur einem Schuss auszuschalten, hält deine Munition logischerweise wesentlich länger.

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Zwar ist Russland, anders als in Metro: 2033 und Last Light, nicht mehr komplett verstrahlt, schlägt dein Geigerzähler aus, solltest du aber sofort deine Gasmaske ausrüsten. Bist du zu langsam, trifft dich die Radioaktivität mit vollem Schlag, dein Todesurteil ist quasi gefällt. Aber auch mit Gasmaske musst du vorsichtig sein. Treffen dich Gegner im Gesicht, fängt die Maske an zu splittern. Zum Glück gibt es ein Wunderheilmittel, dass ich auch in der Realität immer dann hervorkrame, geht etwas zu Bruch: Panzertape! Mit einer flotten Bewegung reißt sich Artjom einen Streifen ab und klebt ihn sich behelfsmäßig auf die betroffene Stelle.

Mittendrin statt nur dabei

Was schon seit dem ersten Trailer zu Metro: Exodus vermutet wird, bestätigt sich beim Anspielen: Das Spiel ist unglaublich detailliert. Das trägt dazu bei, dass dich Metro: Exodus von der ersten Szene an vollkommen in seinen Bann zieht. Verstärkt wird die Immersion dadurch, dass es offenbar kaum Cutscenes gibt. Sprichst du mit anderen Figuren, kannst du dich trotzdem noch völlig frei bewegen.

Natürlich gibt es auch wieder einige Jumpscares, als ich ein Haus betrete, springt plötzlich ein menschenähnlicher Mutant aus einem Schrank, den ich dort überhaupt nicht erwartet hätte. Obwohl ich absolut kein Fan von solchen Szenen bin, hat mich dies jedoch kaum gestört, werden Jumpscares doch nur selten und wenn, dann pointiert eingesetzt. Metro: Exodus ist also keinesfalls ein Horror-Spiel, auch wenn das Setting und die Kreaturen im Spiel deutliche Anleihen aus dem Genre haben.

Vielmehr erinnert das Spiel mit dem neuen Crafting-System und der nur teilweise verstrahlten Oberwelt an die Fallout-Reihe. Trotzdem zieht Metro: Exodus sein eigenes Ding durch, anstatt zur Kopie zu werden. Bewusst haben die Entwickler zugunsten der Geschichte auf eine offene Welt verzichtet. Hast du ein Gebiet abgeschlossen, kannst du nicht mehr dorthin zurückkehren. Die einzelnen Gebiete an sich fallen dafür sehr groß aus, zu erkunden gibt es zu genüge. Und auch das Crafting-System unterscheidet sich von Fallout, es ist weitaus weniger offen. Das erdet Metro: Exodus und stellt den Überlebens-Aspekt deutlich über den Spaß an verrückten Eigenkreationen.

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Seit 2013 entwickelt 4A Games nun schon an Metro: Exodus. Dementsprechend riesig wird das Spiel, laut den Entwicklern bietet es doppelt soviel Inhalt wie die vorherigen Metro-Spiele. Ein genaues Release-Datum für Metro: Exodus gibt es bislang nicht, das Spiel soll aber noch im ersten Quartal 2019 erscheinen.

Wie gefällt dir die Richtung, in die sich die Metro-Serie mit Exodus entwickelt? Freust du dich auf das neue Crafting-System oder werden dir die Händler aus den vorherigen Teilen fehlen?

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