Mighty No. 9 in der Vorschau: Das ist mega, man!

Martin Eiser 4

Mega Man befindet sich in einer Kreativpause, denn sein Schöpfer Keiji Inafune ging eigene Wege. Wer Nachschub braucht, wird aber trotzdem mit frischem Stoff versorgt. Der Meister persönlich erschafft mit Mighty No. 9 eine moderne Version dessen, was Mega Man heute wäre. Ob das funktioniert, verraten wir in der Vorschau.

Mighty No. 9 - Masterclass Trailer.

Wie aus Mega Man schließlich Mighty No. 9 wurde

Keiji Inafune erschuf zusammen mit Akira Kitamura vor fast 30 Jahren Mega Man. Für Capcom gehört die Serie zu den frühen Erfolgen und hat weit über 100 Spiele, Comics, eine Zeichentrickserie, Filme und jede Menge Merchandise hervorgebracht. Weltweit wurden mehr als 31 Millionen Spiele verkauft und bis heute ist der kleine blaue Hauptcharakter eine Ikone.

2010 aber trennten sich die Wege. Inafune gründete sein eigenes Studio Comcept, während die Rechte für Mega Man bei Capcom verblieben. Capcom allerdings hat seitdem kein neues Spiel in der Serie veröffentlicht. Alle vielversprechenden Projekte wie Mega Man Universe und Mega Man Legends 3 wurden eingestellt. Es folgten lediglich Wiederveröffentlichungen bereits bekannter Spiele.

Irgendwann fasste sich Keiji Inafune offensichtlich selbst ein Herz. Im August 2013 überraschte er seine Fans mit einer Kickstarter-Kampagne für Mighty No. 9, einem spirituellen Nachfolger für Mega Man. Seine Kampagne wurde ein großer Erfolg. Ursprünglich waren 900.000 Dollar das Ziel für den Action-Sidescroller. Am Ende waren kamen über vier Million Dollar von rund 70.000 Unterstützern zusammen.

Alle geplanten erweiterten Ziele wurden erreicht und das Projekt somit um einiges größer. Unter anderem erscheint das Spiel nun auch für den Nintendo 3DS und die aktuelle Konsolen-Generation. Aus diesem Grund wurde auch die geplante Veröffentlichung mehrmals verschoben. Der eigentliche Plan sah einen Termin im Frühjahr 2015 vor. Tatsächlich erscheint der Titel nun erst am 24. Juni 2016.

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Spiele, deren Entwickler unter neuem Namen nochmal das gleiche gemacht haben.

Vertraute Elemente

Doch das Warten hat sich gelohnt. Mighty No. 9 ist tatsächlich so etwas wie eine moderne Version von Mega Man: Charakter, Aufbau und Spielgefühl weisen große Parallelen zum Klassiker auf. Wir steuern den Androiden Beck, der schießen, springen und rutschen kann – und wie es sich für das Vorbild gehört, kann zunächst nur geradeaus geschossen werden. Beck ist Teil der Mighty Numbers, doch die anderen acht aus dem Team wurden von einem Virus befallen und sind nun bösartig.

Entsprechend gibt es acht große Level mit eigenen Themen, an deren Ende ein dicker Bosskampf wartet. Da wäre die Fabrik mit Fließbändern und einer Kriegsmaschine als Endgegner. Im Elektro-Level geht manchmal das Licht aus, und auf dem Luftschiff weht ein starker Wind. Sind wir in einem Abschnitt erfolgreich, können wir die Fähigkeiten des jeweiligen Androiden für uns nutzen. Ebenfalls gleich geblieben gegenüber Mega Man ist, dass wir selbst entscheiden, mit welchem der acht Level wir beginnen wollen.

Dank Kickstarter gibt es außerdem ein Einführungslevel, zwei Zusatzlevel sowie einen Bonuslevel am Ende. Dazu kommen weitere Solo-Herausforderungen und auch solche, die mit anderen zusammen im Team bewältigt werden müssen. Diese Zusatzmissionen finden alle in einem Trainingslevel statt, dort müssen wir beispielsweise bestimmte Ziele treffen oder sie auf Zeit abschließen. Manche davon sind für ein ganz bestimmtes Mitglied aus dem Team der Mighty Numbers.

Neue Mechaniken

Einer der wesentlichen Unterschiede zur klassischen Mega-Man-Erfahrung, wie wir sie von früher kennen, sind mehr Rücksetzpunkte und eine Speicherfunktion. Es ist also nicht die Frage, ob es uns gelingt, Mighty No. 9 durchzuspielen, sondern nur wann. Aber selbst hier gibt es eine kleine Hilfe: Optional lassen sich Support-Roboter aktivieren. Scheitern wir an einer Stelle, geben sie uns mit jedem Mal mehr Gegenstände zur Unterstützung.

Allerdings gibt es im Gegenzug auch ein neues Feature, das sich vor allem an alte Hase richtet. Schalten wir Gegner aus, müssen wir sie mit einem Dash final erledigen. Je schneller wir beides miteinander verbinden, desto mehr Punkte winken. Mit etwas Glück übernehmen wir für ein paar Sekunden sogar die Eigenschaften des Gegners und verstärken beispielsweise unseren Angriff. Außerdem gibt es ein Kombo-System, das die Punktzahl weiter in die Höhe treibt.

Mit jeder weiteren Fähigkeit wird ein Level zwar immer auch etwas leichter. Wer seinen Durchlauf aber gerne optimiert, für den gibt es eine Bestenliste, um sich mit anderen zu vergleichen. Bestimmte Fähigkeiten sind beispielsweise besonders effektiv gegen einzelne Feinde oder Bossgegner. Wer alle acht Mighties gesammelt hat, für den geht der Spaß also erst richtig los.

Mega Man wird uns nicht fehlen

Und das ist der Punkt, an dem deutlich wird, warum Mighty No. 9 wirklich die moderne Version von Mega Man ist. Auf eine Speicherfunktion kannst du heute eigentlich nicht mehr verzichten, also müssen die fordernden Elemente, die uns lange vor das Spiel fesseln, andere sein. Mit dem Challenge-Modus und den Highscores für jedes Level wird das Spiel mit seinem eigentlich altbackenen Konzept zu zeitgemäßer Unterhaltung.

Etwas schade finde ich, dass die Präsentation ganz offensichtlich so durchwachsen ist. Allen Levels, in die ich reinschauen konnte, fehlte ein wenig der Charme. Hübsche 2D-Grafik hätte dem Spiel wahrscheinlich besser zu Gesicht gestanden, stattdessen ist das Spiel optisch auf dem Stand von 2013 stehengeblieben. Vielleicht sogar noch etwas weiter davor. Wahrscheinlich ist das der Kompromiss dafür, dass Mighty No. 9 auf so ziemlich jeder Plattform erscheint, die ihr aktuell noch kaufen könnt.

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Aber am Ende ist die Grafik nicht das, was zählt. Viel wichtiger ist das wunderbare Gefühl, das wir haben, während wir durch die Level sprinten, Gegner ausschalten und per Dash die Punkte dafür kassieren. Es sind die knappen Sprünge, und die fiesen Stellen, die nach erfolgreicher Absolvierung ein Grinsen in mein Gesicht gezaubert haben. Wenn sich dieses Gefühl durch das ganze Spiel zieht, dann denke ich, dass sich Mighty No. 9 den Platz in vielen Herzen erobern kann. Und bei einer Sache bin ich mir sicher: Wir werden Mega man nicht vermissen.

Bericht von der Gamescom 2015: Werden Mega-Man-Fans enttäuscht?

gamescom 2015: Mighty No. 9.

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