Mittelerde - Schatten des Krieges in der Vorschau: Ein neuer Ring, um sie zu knechten

Martin Eiser 2

Seit mehr als einem Jahr gibt es nun schon Gerüchte rund um den Nachfolger von Mittelerde: Mordors Schatten. Jetzt wagt sich Warner Bros. endlich aus der Deckung und verrät die ersten Details zu Mittelerde: Schatten des Krieges. Wir haben uns das Action-Rollenspiel angeschaut und verraten, was Dich erwartet.

Mittelerde: Schatten des Krieges - Trailer.

Mittelerde: Mordors Schatten gehörte zu den großen Überraschungen 2014. Das soll nicht falsch verstanden werden, denn die meisten haben durchaus ein gutes Action-Rollenspiel erwartet. Am Ende war es aber für viele nicht weniger als das beste Spiel des Jahres. Auch Entwickler Monolith Production hatte damit nicht gerechnet. Lange hatte das Team sogar intern Mühe, das einzigartige Nemesis-System begreiflich zu machen – begleitet von vielen eigenen Zweifeln. Und selbst als irgendwann klar war, dass sich hier wirklich ein heißes Eisen im Feuer befindet, war der Erfolg überwältigend. Und er ermöglichte es dem Team, mit Mittelerde: Schatten des Krieges an einem noch ambitionierteren Nachfolger zu arbeiten.

Für uns war der Ausgangspunkt, dass viele von einem Nachfolger oft enttäuscht werden. Wir wollten also nicht einfach einen Nachfolger 1.5 entwickeln, sondern wir wollten 2.5“, erzählt mir Studio-Chef Kevin Stephens im Interview. „Wir sagten uns: ‚Wenn wir scheitern, dann scheitern wir, weil wir zu viel wollten und nicht, weil wir uns zu wenig angestrengt haben.‘“ Um das Wirklichkeit werden zu lassen, wird die Welt deutlich größer. In Mordors Schatten waren es zwei Regionen, jetzt werden es mehr als fünf. Die Rollenspiel-Elemente werden durch einen erweiterten Fähigkeitenbaum, mehr Beute und Equipment verfeinert. Das Nemesis-System wird ebenfalls ausgeweitet. Und darüber hinaus gibt es genug zu verbessern, das weiß auch das Team. Die Geschichte war laut Stephens zwar ganz gut, aber sie war nicht so befriedigend, wie erhofft.

Mehr Handlung und tiefere Nemesis-Integration

Diesmal soll es eine „epische“ Herr-der-Ringe-Geschichte werden, auch wenn davon in der ausführlichen Gameplay-Demo noch nichts zu sehen war. Gegenspieler wie Nazgûl, der Hexenkönig und Sauron wird aber eine wichtigere Rolle zugedacht. Du sollst eine Beziehung zu ihnen aufbauen und ihnen gegenübertreten können. Das geht einher mit großem Spielziel und der Handlung. Der Feind ist nämlich weit nach Gondor in die Gebiete der Menschen eingedrungen, unter anderem Osgiliath ist gefallen. Deine Aufgabe ist es, diese Regionen zurückzuerobern und das Böse endlich zu vernichten. Damit Du überhaupt den Hauch einer Chance gegen Sauron hast, fertigt der Schmied Celebrimbor einen neuen Ring der Macht für den Waldläufer Talion.

Mit diesem Ring, der übrigens in enger Absprache mit Rechteinhaber Middle-Earth Enterprises entstanden ist, kannst Du nun ebenfalls wieder Orks dominieren und sie so zu Deinen Gefährten in diesem Krieg machen. Ab einem gewissen Punkt im Spiel wird Dir sogar keine Wahl bleiben, als auf diese Kraft zurückzugreifen – also Deine Gegner zu schwächen, ihren Willen zu brechen und sie auf Deine Seite zu ziehen. Und daraus erklärt sich auch das neue Nemesis-System. Neben Deinen Erzfeinden, die sich im Verlauf des Abenteuers herauskristallisieren, schließen sich Dir wiederum andere an und werden zu Verbündeten, die an Deiner Seite kämpfen, als Spione den Feind infiltrieren, Festungen verwalten und Dich im Kampf unterstützen. Persönliche Geschichte über Verrat und Treue sollen sich daraus ergeben.

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Spiele, die schon vor dem Release gehasst wurden.

Eine persönlichere Erfahrung

Ebenfalls Teil des neuen System sind die Nemesis-Festungen, die überall auf der Karte verteilt sind und die Du einnehmen musst, um einen Teil der Karte zurückzuerobern. Festungen gab es auch schon im Vorgänger, aber die Spielmechaniken wurden nun deutlich erweitert. Zum einen passen sich die Festungen an den jeweiligen Schurken an, der Dir zugeteilt wurde. Selbst der Thronsaal ist individuell auf den Bösewicht zugeschnitten, wodurch sich jede Festung an die eigene Geschichte angepasst. Zum anderen kannst Du bei erfolgreicher Übernahme der Festung Deine eigenen Lakaien einsetzen, wodurch sich die Erscheinung der Festung ebenfalls wieder ändert. Dazu gehören auch fiese Verteidigungsmaßnahmen wie etwa Pechregen von der Burgmauer und einem folgenden Angriff mit dem Flammenwerfer – in diesem Flammeninferno gehen viele Kämpfer zugrunde.

Der Angriff erfolgt in Etappen und beinhaltet viele strategische Entscheidungen. Mit einem Spion erhältst Du im Vorfeld mehr Informationen. In der Gameplay-Demo taucht beispielsweise ein bekanntes Gesicht auf. Thrak Sturmbringer fiel im Kampf und ist auf dem Schlachtfeld ausgeblutet, bevor er gerettet werden kann. Nun wurde er als Dark Lord wiedergeboren und hegt einen Groll gegen Dich. Mit seiner Macht wird die Kraft des Rings etwas eingeschränkt, aber nachdem ein paar Köpfe gerollt sind – Mittelerde: Schatten des Krieges ist ziemlich brutal und blutig – und er ausgeschaltet wurde, kannst Du unter anderem wieder Gegner an Dich heranziehen, Mehrfach-Angriffe vornehmen und magische Pfeile verschießen.

Verrät Mittelerde: Schatten des Krieges den Xbox-Scorpio-Termin?

Der Grundstein ist gelegt

Zweieinhalb Jahre ist Mittelerde: Schatten des Krieges in Entwicklung. In dieser Zeit wurden neben dem neuen Festungskampf, dem erweiterten Nemesis-System und der größeren Karte auch Trolle hinzugefügt und es gibt Ork-Stämme in der offenen Welt, die die Sandkasten-Komponente bereichern sollen. Ich bin zum aktuellen Zeitpunkt trotzdem noch vorsichtig skeptisch, ob das Ziel mit Version 2.5 wirklich erreicht werden kann. Optisch macht das kommende Action-Rollenspiel zwar durchaus etwas her, aber die Grafik wirkt dennoch nicht herausragend. Und insgesamt war es ein viel zu kleiner Einblick in ein viel zu großes Spiel – da möchte ich noch mehr sehen. Wie sieht die offene Welt aus? Wie entwickeln sich die Charaktere? Und wie viel Seele bleibt einem Spiel, dass sich immer wieder an Dich anpasst?

Der Grundstein ist gelegt und Monolith Production hat definitiv wieder ein heißes Eisen im Feuer. Bei Angriffen auf die Festung kannst Du Reittiere beschwören und sogar einen Drachen steuern, um damit viel Schaden anzurichten. Das ist alles ziemlich cool – inklusive der Aussicht, diesmal mehr bekannten Gesichtern zu begegnen. Aber im Moment gibt es noch zu viele Fragezeichen, um sich ein wirkliches Urteil über Mittelerde: Schatten des Krieges bilden zu können. Es lohnt sich aber, das Action-Rollenspiel im Auge zu behalten.

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Schau Dir den brandneuen Gameplay-Trailer an:

Mittelerde: Schatten des Krieges - Gameplay-Trailer.

Mittelerde: Schatten des Krieges erscheint am 24. August 2017 für PC, PlayStation 4, PlayStation 4 Pro, Xbox One und Xbox Scorpio. Freust Du Dich schon auf das Action-Rollenspiel? Hast Du den Vorgänger gespielt? Was hältst Du von den Verbesserungen? Schreib uns Deine Meinung in den Kommentaren.

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