Mittelerde - Schatten des Krieges in der Vorschau: So wurde das Nemesis-System aufpoliert

Sandro Kreitlow

In der angespielten halben Stunde von Mittelerde: Schatten des Krieges wird sofort eines klar: Das Nemesis-System des Vorgängers ist überarbeitet worden und macht den Kampf um Festungen packend, herausfordernd und intensiv.

MITTELERDE: SCHATTEN DES KRIEGES - Open World Trailer.

In Mittelerde: Schatten des Krieges spielst Du wie schon im Vorgänger den Waldläufer Talion, der mit einem Elbengeist verbunden ist und in einem offenen Krieg gegen die Untertanen Saurons kämpft. In Mittelerde: Schatten von Mordor innovierten die Entwickler bereits mit dem Nemesis-System, mit dem du Gegner auf deine Seite ziehen kannst.

Das erweiterte Nemesis-System

Schatten des Krieges hat dieses Nemesis-System nun erweitert. Du kannst nicht nur gegnerische Hauptmänner bekehren, sondern auch ganze Armeen aufstellen. Mit diesen eroberst und hältst du Festungen. Bevor es allerdings in die Schlacht geht, rüstest du erst einmal dein Heer auf. Dazu stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Ob du große Monster für die Belagerung mitnimmst, die Armee mit Kavalerie verstärken oder deinen Truppen Gift-Fähigkeiten verleihst, liegt ganz an dir. Allerdings kostet jede Erweiterung einen gewissen Betrag an Mirian, der Währung aus Schatten des Krieges.

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Geht es auf zur Schlacht, werden besonders cinematische Reden gehalten - nicht nur vom Burgherren, auch die Mitglieder deiner Truppen können verbal austeilen. Die Berserker wirken dadurch glaubwürdig, was die Präsentation sehr atmosphärisch macht. Nach dem verbalen Schlagabtausch geht es auf in die Schlacht. Während deine Verbündeten unter anderem ebenfalls etliche Hauptmänner erledigen, nimmst du die wichtigen Stützpunkte ein oder zähmst einen Drachen, um aus der Luft gleich mehrere Gegner ins Nirwana zu schicken. Der Rest ist wie im Vorgänger: Du erklimmst leichtfüßig selbst die höchsten Türme, beamst dich mit dem neuen Shadow-Schuss über weite Distanzen direkt ins Geschehen und schnetzelst dich mit unkompliziert auszuführenden Kombos, Blocks und Takedowns an der Seite deiner Verbündeten durch die Gegnerhorden.

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Stärken und Schwächen erkennen

Nachdem die Burg eingenommen wurde, wartet der Herrscher der Festung auf dich. In den Thronsaal gelangst allerdings nur du, ohne deine Armee. Dabei gibt es eine Ausnahme: Hast du vorher einen Bodyguard bestimmt, kann er im Bosskampf beschworen werden. Durch den Elbengeist hat Talion neue Fähigkeiten gelernt. Zum Fähigkeiten-Repertoire zählen nun unter anderem Slow Motion-Bewegungen. Darüber hinaus kannst du aus der Luft mit Pfeil und Bogen schießen und Gegner in Brand setzen. Jede dieser Fähigkeiten kann eine bestimmte Schwäche des Gegners ausnutzen, denn jeder Ork-Gegner hat mehrere Spezial-Fähigkeiten und Schwächen. Ein Ork wird doppelt geschwächt, wenn er von hinten attackiert wird, während ein weiterer wütet, wenn Talion über seinen Kopf ausweicht. Stärken und Schwächen zu erkennen ist notwendig, um als Sieger vom Schlachtfeld zu gehen.

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Ist der Kampf gegen den Herrscher der Burg gewonnen und die Burg erobert, musst du selbst einen neuen Overlord bestimmen, der die Burg zukünftig verteidigt. Auch hier spielen Stärken und Schwächen keine unwichtige Rolle. Je nachdem, welchem Stamm er angehört und was er so an persönlichen Neigungen pflegt, fallen die Verteidigungsanlagen der Festung anders aus. Auch optisch gibt es Unterschiede. So wird die Burg im Falle deiner Wahl auf einen neuen Herrscher des Dark-Stamms zu einer Festung im gotischen Stile - Gegner hängen an den Wänden, Blumen haben seit Ewigkeiten kein Wasser gesehen.

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Besser als der Vorgänger?

Was in Schatten von Mordor noch misslungen ist, soll im Nachfolger nun überzeugen. Nach jeder Eroberung einer Burg öffnet sich für dich eine neue Region mit neuen Missionen und zusätzlichen Ressourcenquellen. Gegner hinterlassen Schwerter, Runen und Rüstungen. Vor allem die Auswahl der Waffen ist nun deutlich vielfältiger und bietet so mehr Dynamik im Kampf. Abhängig ist das Loot- und Crafting-System von deiner Wahl des regierenden Stammes in der Region. So stellen beispielsweise Verbündeten der Maschinen-Fraktion zusätzliche Ausrüstungsgegenstände in ihren Fabriken her. Die Warmonger hingegen unterstützen dich mit mehr Truppen im Kampf gegen Sauron. Welche Auswirkungen letzterer Punkt wirklich hat, wird sich zeigen. Die Anspiel-Demo fokussierte sich vorerst auf die Burg-Eroberung.

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Ohne Taktik in den Kampf zu stürzen wird nicht lange funktionieren. Mittelerde: Schatten des Krieges ist taktisch, anspruchsvoll und bedarf etwas Geduld, bis du alle Spielmechaniken gelernt hast. Entwickler Monolith Productions weiß jedoch, die Frustration zu entschärfen. Stirbst du einmal, kann sich der Herrscher der Burg einen hämischen Kommentar im zweiten Anlauf nicht verkneifen. Lächerlich wirkt das neue Herr der Ringe-Spiel trotzdem nicht, es nimmt sich nur nicht unnötig ernst. Das Ergebnis ist eine motivierende Mischung aus taktischen Überlegungen vor dem Gefecht und spektakulären Action-Schlachten mit vielen Handlungsmöglichkeiten, die hoffentlich im gesamten Spiel nicht zu kompliziert sind.

Mittelerde: Schatten des Krieges erscheint am 10. Oktober 2017 für PlayStation 4, Xbox One und PC.

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