Naruto Shippuden - Ultimate Ninja Storm Generations Test: Mehr Charaktere, weniger Spaß

Robin Schweiger 20

Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm Generations ist mir ein Rätsel. Ich mag die Anime-Serie und mit den beiden Vorgängern hat Entwickler CyberConnect 2 zwei sehr gute Ableger präsentiert, welche die Geschehnisse des Animes in spektakulären Zwischensequenzen und Quick-Time-Events wiedergegeben hat. Zwischendurch seid ihr in den Schuhen von verschiedenen Charakteren durch die komplette Welt von Naruto gelaufen, habt die Orte kennengelernt, Nebenquests gelöst und Gespräche geführt. Statt diese Elemente weiter zu verbessern und auszubauen wurden sie für „Generations“ komplett entfernt.

„Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm 2“ verbesserte das erste Abenteuer in allen Belangen, ohne das Spielgefühl zu drastisch zu verändern. Die Welt wurde detaillierter und das Kampfsystem ausgefeilter. Mit „Generations“ gibt es nun genau eine Verbesserung: Mehr Charaktere. Während der zweite Teil mit 44 spielbaren Charakteren daherkam, sind es nun über 70, die sich sowohl aus Figuren aus „Naruto“, als auch aus „Naruto Shippuden“ zusammensetzen. Jede Mutation oder „Weiterentwicklung“ eines Charakters wird allerdings einzeln gezählt. So gibt es allein Naruto als Kind und Jugendlicher sowie im Fox- und Sage-Modus.

Naruto Shippuden Ultimate Ninja Storm Generations Trailer 1.

Was Fans hingegen übel aufstoßen wird, ist der neue Story-Modus. Um es kurz zu machen: Sämtliche RPG-Elemente des Vorgängers wurden gestrichen. Es gibt keine frei bereisbare, offene Welt mehr zu erkunden, keine Nebenquests zu lösen, keine Gegenstände zu finden. Stattdessen wählt ihr eine von über einem halben Dutzend Geschichten aus, die ihr nachspielen wollt. Zu Anfang stehen euch etwa die Geschichten der beiden Narutos (aus Part 1 und Shippuden) und Sasuke zur Verfügung. Anschließend bekommt ihr eine ca. fünf- bis zehn-minütige Anime-Sequenz zu sehen, die den Charakter kurz einführt und dann geht es auch schon los.

Im Falle von Naruto (Part 1) bekommt ihr die über 130 Folgen umspannende Geschichte nun in 45 bis 60 Minuten anhand von Texttafeln erklärt. „Ultimate Ninja Storm 2“ konnte vor allen Dingen mit seinen unglaublich spektakulären Quick-Time-Events und Zwischensequenzen punkten, die ganz wie in „Asura’s Wrath“ die Kämpfe dank der wunderschönen Grafik meist noch spektakulärer darstellen konnten, als das Anime selbst. Auch diese Sequenzen wurden komplett gestrichen. Stattdessen werden nun 20 bis 30 Folgen am Stück mit ein oder zwei Texttafeln erklärt, ihr werdet in den nächsten Kampf geworfen und das wird dann solange wiederholt, bis man am Ende der Story angekommen ist.

Besonders übel: Namco Bandai wirbt mit über 60 Minuten neuen Anime-Sequenzen, die es nur in „Generations“ zu sehen gibt. Was sie dabei verschweigen ist, dass diese Sequenzen schlicht entschärfte Versionen des Animes sind.  Während sich Zabuza im Serien-Anime etwa mit einem Messer im Mund durch eine Gegnerhorde metzelt, um anschließend deren Boss blutüberströmt mit mehreren Messerstichen eine Brücke hinunter zu befördern, rennt er im Spiel-Anime recht ungestört durch die Gegnermassen, bekommt ein paar Stockschläge ab und rammt Goto seinen Kopf in die Magengrube. Wem also die RTL 2-Zensuren schon zu weit gingen, der wird hier vermutlich einen kleinen Kollaps bekommen. Nicht nur sämtliches Blut wurde entfernt, sondern auch die Kampfhandlungen an sich wurden stark verändert und abgemildert.

Es ist offensichtlich, dass das Animationsteam von CyberConnect2 mit Asura’s Wrath beschäftigt war und man sich deswegen bei „Generations“ für eine Alternative entscheiden musste, um die spektakuläre Inszenierung der Kämpfe zu ersetzen. Texttafeln und entschärfte Variationen des Animes waren da aber nicht die richtige Entscheidung.

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