NBA 2K19 im Test: 20 Jahre bis zum Höhepunkt

Jens-Magnus Krause

Manchmal dauert es eben 20 Jahre: NBA 2K19 ist die bislang beste Basketball-Simulation. Der Umfang, die audiovisuelle Präsentation und vor allem das Spielerische glänzen wie frisch versiegeltes Parkett. Doch ist wirklich alles so rund, dass es durch einen Korb passt?

Im Trailer bekommst du einen kleinen Einblick davon, wie sich NBA 2k19 spielt.

NBA 2K19: Momentous.

Du hast keine Zeit, den kompletten Test zu lesen? Unten findest du eine Zusammenfassung mit allen wichtigen Eckdaten.

Basketball als Sportart gewinnt auch hierzulande immer mehr Fans. Kein Wunder: Geschwindigkeit, Abwechslung, bebende Arenen, die besten Spieler der Welt – all das trägt zur Unterhaltung bei. Und da NBA 2K19 auf dieser Sportart basiert, genügt schon alleine die Präsentation vor einer virtuellen Partie, um sofort losspielen zu wollen.

Augen auf und hergeschaut

Die Präsentation ist so gekonnt wie bei der NBA selbst. Vom Beginn der TV-Berichterstattung vor dem Spiel über das Abdunkeln der Halle zwecks Präsentation der Starting-Five bis hin zur antreibenden Hallenmusik kurz vor dem Tip-Off. Du bekommst richtig Lust, loszuspielen. Selbst das Menü überzeugt mit dem passenden Soundtrack, der aus 49 Hip-Hop- und Rocksongs besteht.

Während einer Partie ist auch abseits des Platzes viel los: die Fans halten überdimensionale Spielergesichter aus Pappe hoch, klatschen und springen auf – feiern dich! Genau wie der Hallensprecher. Dazu gesellen sich authentische Kommentatoren. Selbst bei einem langweiligeren Spielverlauf sind die Jungs immer auf der Höhe des Spielgeschehens und erzählen sogar Anekdoten zu einzelnen Spielern. Und in der Vorberichterstattung gibt es sogar was zu lachen, wenn der animierte Shaquille O’Neal als Experte zu Beginn der TV-Sendung genüsslich gähnt. Einfach so zum Spaß. Das lässt das Spiel noch realistischer wirken.

Obendrauf gibt es in Spielpausen dann auch noch exzellent präsentierte Interviews: Wenn das animierte Konterfei von Al Horford von den Boston Celtics mit seiner echten Stimme über Basketball spricht, kommt das Gefühl auf, du säßest wirklich vor einer realen Partie Basketball.

Lernen, werfen, noch mehr lernen

Schon bei der ersten Runde fällt direkt die veränderte Lernkurve auf, die bedeutend steiler als noch im Vorjahr ist. Jedoch keinesfalls unfair oder total überfordernd für Anfänger, schließlich kannst du zwischen fünf unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden wählen. Das Timing bei Würfen variiert von Spieler zu Spieler, wodurch das Spiel authentisch und herausfordernd wirkt – die Dribblings ebenso. Ein Besuch im Tutorial-Bereich lohnt sich für dich mit jedem Spieler, denn dein angeeignetes Können wird mit mehr Siegen auf dem Platz belohnt, durch Niederlagen zeigt sich, wo du noch Übung brauchst.

Dass im Angriff nicht mehr so leicht zu punkten ist, liegt an der optimierten Defensive – die künstliche Intelligenz wurde gesteigert und die Spielerwerte im Gameplay stärker verankert. Entwickler Visual Concepts betont noch einmal mehr die Unterschiede zwischen den einzelnen Spielertypen. Mit einem Kawhi Leonard von den Toronto Raptors (2,01 Meter) ist deine eigene Defensive spürbar besser aufgestellt als mit weniger stämmigen und großen Spielern. Das spürst du auch am Gamepad, weil du mit großen Spielern leichter an Rebounds unter dem eigenen Korb kommst.

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Die ganz neue „Takeover-Leiste“ untermauert zusätzlich die unterschiedlichen Fähigkeiten der Spieler. Während des Spiels füllt sich diese Leiste bei guten Spieler-Aktionen, ist sie voll, kannst du per Knopfdruck für eine bestimmte Zeit eine oder mehrere Spezialfähigkeiten eines Spielers verstärken. Der erwähnte Kawhi Leonard kann dann unter dem eigenen Korb noch besser die Rebounds erspringen.

Schade nur, dass dir eigene Spieler aufgrund von KI-Aussetzern manchmal deinen Laufweg zum Korb versperren. Und ab und zu wählt die KI nicht den bestplatziertesten Spieler als Passempfänger, sondern wieder den einen wichtigen Superstar im Team. Über zig Umwege. So ein Spielzug ist leider ziemlich unlogisch.

Darf es ein bisschen mehr sein?

Für ausreichend Abwechslung und Langzeitmotivation sind die verschiedenen Spielmodi in NBA 2K19 zuständig. Der umfangreichste ist definitiv „Meine Liga“. Dieser erlaubt es dir, die NBA-Welt so zu gestalten, wie sie dir gefällt – die Pipi Langstrumpf der NBA-Welt sozusagen. Welcher Superstar spielt wo? Sind die Vereinsfarben der Los Angeles Lakers immer noch lila und gelb? Trittst du überhaupt mit einem echten NBA-Team an oder baust du dir dein eigenes? Du hast die freie Wahl.

Im Mittelpunkt der Spielmodi steht jedoch der Einzelspielermodus „Meine Karriere“. Zu Beginn bestimmst du erst einmal, wie du als Basketballer aussehen möchtest. Und hier kannst du aufatmen: im Vergleich zum Vorgänger kannst du nun wieder jedes Detail von der Ohrenform bis zur Augenfarbe bestimmen – oder dein eigenes Gesicht via Smartphone-App-Scan auf deinen Spieler verpflanzen. Bei der Charaktererstellung fehlen dieses Mal nur Tattoos und Hüte.

Danach startet deine Karriere, inklusive Zwischensequenzen, extra geschriebener Hintergrundgeschichte und einer offenen Spielwelt namens „Die Nachbarschaft“. Am Anfang steht in deinem Spielplan allerdings nicht die NBA, sondern die CBA (Chinese Basketball Association) mit authentischen Kommentatoren, die Mandarin sprechen. Du verstehst zwar nichts, aber es fühlt sich herrlich authentisch an. Von Shanghai aus führt dich dein Weg über die zweitklassige amerikanische NBA G-League schlussendlich bis in die NBA – dabei triffst du viele amerikanische Schauspieler und Weggefährten.

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Was in „Meine Karriere“ und „Mein Team“, das vergleichbar mit Ultimate Team aus FIFA 18 ist, immer wieder auffällt: Hersteller 2K bietet dir kontinuierlich die Möglichkeit an, für echtes Geld die virtuelle Währung VC zu erwerben. Es gibt dazu häufige Hinweise, jedoch wirst du nie gezwungen, echtes Geld auszugeben. Zur Einordnung: Wenn du deinen Spieler von der anfänglichen Gesamtwertung von 60 bis auf über 90 anheben willst, kostet das ungefähr 50 bis 60 Euro – oder eben zahlreiche Spiele und Trainingseinheiten im Karrieremodus. Kartenpakete für „Mein Team“ erspielst du dir selbst oder sie kosten dich zwischen 5 und 10 Euro. Happig, aber optional.

Mit dieser Mikrotransaktionen-Politik von 2K wiederholt sich leider eine mittelschwere Tragödie des Vorgängers: die Fans fühlen sich betrogen. Gerade weil der Hersteller versprochen hat, in Hinblick auf die Mikrotransaktionen besser zu werden. Immer noch dauert es jedoch sehr lange, alleine über Spiele und Trainingseinheiten virtuelles Geld zu generieren – der Weg über Echtgeldausgaben ist deutlich schneller und stressfreier. Zumindest musst du jetzt nicht mehr zahlen, willst du zum Friseur gehen.

Natürlich gibt es auch klassischere Spielmodi: einen Eine-Saison-Modus, Einzelspiele online und offline, Playoffs, „Mein GM“, in dem du Manager eines NBA-Teams bist, und „Meine Liga online“. Oder auch ein „Basketball-im-Hinterhof“-Modus mit zwei-gegen-zwei oder drei-gegen-drei und weiteren Konstellationen. Anders gesagt: NBA 2K19 garantiert dir stundenlange Beschäftigung.

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Mein Test-Fazit zu NBA 2K19

Bei NBA 2K19 ist nahezu alles so rund wie der Basketball selbst. Das Spiel überzeugt dank bombastischer Präsentation, einer dramaturgischen Hintergrundgeschichte im Karriere-Modus und einer präzisen, herausfordernden Steuerung. Für die Mikrotransaktionen kannst du 2K allerdings getrost einen Korb geben, außerdem hat die KI stellenweise leichte Probleme. Und für alle, für die Basketball mehr als ein Spiel ist: Auch NBA 2K19 ist mehr als eine einfache Basketball-Simulation. Es fühlt sich realistisch an, spektakulär – kurz: wie richtiges Basketball.

Was bedeutet eine 8,5? Unsere GIGA GAMES-Wertungsphilosophie*

NBA 2K19 wird dir gefallen, wenn du Basketballfan bist und auf Sportspiel-Simulationen stehst.

NBA 2K19 wird dir nicht gefallen, wenn du auf die Arcade-Basketballspiele vergangener Zeiten stehst (NBA Jam, NBA Street).

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