Need for Speed im Test: Haarscharf an der alten Form vorbei

Michael Krüger 5

Aufreger: Online-Lags im Solo-Spiel

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Mit dem neuen Need for Speed wurde schon eine Menge richtig gemacht. Da stellt sich die große Frage, warum ausgerechnet dieses unliebsame Feature erneut eingebaut wurde. Die Rede ist natürlich vom Online-Zwang. Grundsätzlich wäre es kein Problem, wenn auch andere Spieler auf eurer Karte unterwegs sind. Immerhin ist diese groß genug. Doch dann müsste das Spiel auch flüssig laufen. In der Realität sieht es aber so aus, dass ihr mindestens einmal in der Stunde ordentliche Lags vernehmt. Dabei ruckelt das Bild und im schlimmsten Fall verliert ihr die Kontrolle über das Auto und dadurch ein Rennen. Es bleibt ein Rätsel, warum hier nicht wie in großen Vorbildern wie Forza Horizon 2 verfahren wurde. Wäre das gemeinsame Spiel mit anderen Teilnehmern optional, könnte jeder von euch selbst entscheiden, ob und wann ihr euch der Gefahr von Lags aussetzen wollt.

Außerdem wäre es schon schön, wenn man sich einfach auf das Geschehen konzentrieren könnte, ohne darüber benachrichtigt zu werden, dass Hinz oder Kunz das Spiel betreten haben. Es wäre toll, die Karte aufrufen zu können, ohne wildfremde Namen lesen zu müssen, die einem den Blick versperren. Noch viel besser wäre es allerdings, wenn man bei einem Anruf oder einer vollen Blase auch während eines Rennens oder einer Verfolgung einfach auf Pause drücken könnte. Diese Zeiten scheinen vorbei zu sein, denn dank des Online-Zwangs ist alles live - ob ihr es wollt oder nicht.

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Rennen fahren: Wenig, aber davon reichlich

Im Zentrum des Spiels befinden sich natürlich Adrenalin-geladene Rennen gegen andere Untergrund-Fahrer, die sich ebenfalls einen Namen machen möchten. Überraschungen werdet ihr hier vermutlich keine erleben, denn die Auswahl an Veranstaltungen ist überschaubar und besteht aus den üblichen Verdächtigen: Rundenrennen, Sprintrennen, Driftrennen.

Variationen dieser Renntypen führen zu ein wenig Abwechslung. Diese fällt nicht groß aus, was die Quatität der Rennen wieder ausgleicht. Selbst wenn es insgesamt immer wieder die gleichen Formen der Vergnügung sind, machen sie dennoch Spaß und motivieren gemeinsam mit täglichen Herausforderungen, sammelbaren Fotos und Burnouts auch noch nach einigen Stunden. Das liegt einfach in der Natur von Rennspielen. Was soll man denn auch großartig anderes machen, als schneller als die anderen zu fahren? Hier profitiert Need for Speed von einer passenden Fahrphysik und dem bereits erwähnten Geschwindigkeitsgefühl. Es geht nicht um Realismus oder darum, etwas besser als andere Spiele zu machen. Need for Speed hatte früher einen eigenen Charme und keiner der neuen Ableger trifft diesen besser als der neueste Teil.

Auch die bereits gelobten Zwischensequenzen passen super in das Gesamtbild und konzentrieren diesen Charme weiter. Schaut ihr euch die Details an, dann kommt Freude auf. In einem Moment quatscht euch eine quirlige Mechanikerin in der Werkstatt zu und - ohne das Bild zu unterbrechen - steht ihr plötzlich vor eurem selbst designten Auto und stellt fest, dass der Übergang zur Videospielgrafik fließend war. Kein Grund für eine herunterfallende Kinnlade, aber definitiv ein wichtiger Bestandteil für den Charakter des neuen Need for Speed.

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