NieR Automata in der Vorschau: Zwischen Ernst und Action

Martin Eiser 1

NieR: Automata wagt den Spagat zwischen ernster Geschichte und übertriebener Action. Gelingt es diesmal in allen Bereichen zu punkten? Wir haben den Einstieg in das Action-Rollenspiel gespielt und die offene Welt erkundet.

NieR: Automata - Der Menschheit zur Ehre 119450310.

Wo beginnt eigentlich menschliches Leben? Und wodurch wird es gekennzeichnet? Ist ewiges Leben möglich?

Das alles sind sehr philosophische Fragen, die Menschen schon lange beschäftigen. Doch insbesondere durch die zunehmende Automatisierung und die sich entwickelnde künstliche Intelligenz suchen wir vermehrt nach Antworten. Auch NieR: Automata nimmt sich dem Thema an und und erzählt eine Geschichte über Menschen und Maschinen. Es ist eine Neuinterpretation von NieR, einem Action-Rollenspiel aus dem Jahr 2010 – diesmal aber nimmt sich mit Platinum Games ein neuer Entwickler der Umsetzung an. Unter anderem ist der Gameplay-Designer von Metal Gear Rising: Revengeance an Bord und will auch das Gameplay für neue Werk auf ein neues Level hieven.

Obwohl sich NieR: Automata hintergründig mit tiefsinnigen Themen befasst, lässt Dir das Spiel nur wenig Zeit, diese Gedanken länger zu verfolgen. Es legt den Schwerpunkt auf die Action und wechselt dabei gern auch mal das Genre. In der Regel kämpfst Du in einer offen gehaltenen Welt mit einer Mischung aus Schwerttechniken im Nahkampf gegen Feinde und hast als Unterstützung einen kleinen fliegenden Roboter mit Schusswaffen für Angriffe aus der Distanz. Es gibt auch genauso auch Arcade-Shooter-Passagen aus der Top-Down-Perspektive und solche, die an klassische Bullet-Hell-Shooter erinnern.

Und wie für Platinum Games üblich, steigert sich das Tempo und die Action bis zu einem Höhepunkt. Diese auch an God of War oder Bayonetta erinnernde Choreografie ist inzwischen zu einer Art Markenzeichen des japanischen Entwicklers geworden und tatsächlich macht es aufgrund unterschiedlicher Techniken und Spielmechaniken besonders viel Spaß, sich immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen. Sogar die Bullet-Time ist mit an Bord, die beim erfolgreichen Ausweichen eines Angriffs die Zeit für einen Augenblick verlangsamt. Es macht den Tanz mit den vier verschiedenen Waffentypen zwischen Gegnern noch schöner. Du kannst sogar mehrere Waffensets anlegen und zwischen ihnen per Knopfdruck wechseln.

Doch NieR: Automata setzt trotzdem auf typische Rollenspiel-Elemente. Es gibt beispielsweise ein Chip-System, mit dem Du deinen Kampfstil mit jedem neuen Level durch kleine Hilfen im Spiel unterstützen kannst. Diese Ergänzungen für den Androiden 2B, den Du steuerst, können Dir beispielsweise die verbliebene Energie eines Gegners anzeigen oder bestimmte Statuswerte erhöhen. Manche optionale Chips ermöglichen auch die Automatisierung der Fernangriffe oder des Ausweichens, um für Anfänger zugänglicher zu sein. Allerdings brauchen solche Elemente auch viel Platz und geben somit wenig Raum für weitere Individualisierungsmöglichkeiten.

Auf der Erde haben sich bereits die ersten Siedler des Widerstands gegen die Maschinen niedergelassen. Diese kleinen Zusammenrottungen sind ein wichtiger Anlaufpunkt, um neue Ausrüstungen zu bekommen, Aufgaben anzunehmen oder einfach eine Verschnaufpause bei Deinem Kampf gegen die Maschinen einzulegen. Die Erkundung der Ruinen der alten Welt ist ein zentrales Element. Inzwischen hat sich die Natur viel zurückerobert. Es wachsen riesige Pflanzen zwischen den zerfallenden Gebäuden und offenbar siedeln sich auch wieder die ersten Tiere an. Du kannst sie sogar nutzen, um sie gegen Maschinen kämpfen zu lassen.

Als Android hast Du übrigens einen echten Vorteil im Kampf gegen die Maschinen. Wenn Du scheiterst, bist Du nicht direkt tot. Es gibt spezielle Stationen, an denen Du Deine Daten ins zentrale System hochladen und später in einen neuen Körper laden kannst. Findest Du mit Deinem neuen Androiden den alten mechanischen Körper kannst Du einen Bonus bekommen oder sogar versuchen, den Androiden zu reparieren, um ihn als Hilfe im Kampf einzusetzen. Ewig wird er aber nicht an Deiner Seite kämpfen, sondern irgendwann den Geist aufgeben.

Es wird gern genörgelt, dass in den letzten Jahren kaum innovative Idee umgesetzt werden. NieR war ein solches Beispiel dafür, wie sich ein Genre weiterentwickeln kann und wie eine Mischung verschiedener Ideen zu einer ganz neuen Erfahrung wird. Das Spiel hat zwar ein paar Fans gefunden, aber der große Erfolg blieb aus. Square Enix gibt dem Action-Rollenspiel nun eine zweite Chance, ohne offenbar etwas von der Tiefe des Originals einzubüßen. Falls Du Lust auf fesselnde Kämpfe, abwechslungsreiche Spielmechaniken und eine spannende Geschichte hast, solltest Du NieR: Automata auf jeden Fall im Auge behalten.

NieR: Automata erscheint am 10. März 2017 zunächst exklusiv für PlayStation 4. Eine Version für den PC erscheint im Laufe des Jahres.

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Freust Du Dich schon darauf, das Geheimnis zu lüften? Hast Du das Original gespielt und bist gespannt, wie sich nun NieR: Automata spielt? In wenigen Wochen kannst Du selbst herausfinden, ob Platinum Games das beste aus dem Action-Rollenspiel herausgeholt hat.

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