Ninja Gaiden 3 Test - Ninja meiden!

Thomas Goik 5

Team Ninja prahlte vor dem Release mit der „Steel on Bone“-Mechanik, da man als Spieler wirklich merken sollte, wie Ryus Klinge durch seine Gegner prescht. Resultat des Ganzen ist ein Zoom auf den sterbenden Gegner und ein Quick-Time-Event, um ihm den Todesstoß zu verpassen. Abseits dessen läuft die Animation automatisch und sieht bei allen menschlichen Feinden auch noch gleich aus.

Die Tiefe der Vorgänger wird ebenfalls nicht erreicht: Es gibt kaum Spezialmanöver, nur einen Ninpo-Zauber und generell keine Art der Charakterentwicklung. Dadurch bleiben die Kämpfe bis zum Schluss gleich und werden entsprechend schnell langweilig.

Herausforderungen sind rar gesät und entstehen wenn überhaupt nur durch unfaire Off-Kamera-Angriffe. Die Bossgegner – etwa eine Mutantin, die ihre Arme regeneriert oder ein gigantischer Spinnendämon – sind gut inszeniert, aber ebenfalls sehr anspruchslos. Auch hier übernehmen Quick-Time-Events einen Großteil der Arbeit. Oft haben wir für die Eingabe der eingeblendeten Tasten zu viel Zeit, selbst eine falsche Eingabe wurde uns nicht bestraft.

„Asura’s Wrath“ hat vor Kurzem gezeigt, wie QTEs Spaß machen können – mit Timing und Rhythmus nämlich. Da macht es auch nichts, dass wir keine direkte Kontrolle über das Geschehen haben, denn es ist entsprechend Over-the-Top und kaum anders lösbar. Bei „Ninja Gaiden 3“ ärgern wir uns über die ständigen Slow-Downs im Kampf und den Nutzen von Quick-Time-Events selbst bei Kletterpassagen, die ihr am Ende des Spiels einfach nur verfluchen werdet.

Obendrein weiß uns „Ninja Gaiden 3“ nicht einmal durch eine gute Präsentation zu blenden. Ryu sieht zwar klasse aus und die Animationen in den Kämpfen sind cool und stylisch, die miese Kameraführung, detailarme Umgebungen und die püppchenhafte Darstellung sämtlicher weiblicher Charaktere werden dadurch aber nicht erträglicher. Der Soundtrack passt zwar immer zur Situation, im Nachhinein blieb aber keine der Melodien länger als drei Sekunden in unserem Gedächtnis.

Der Mehrspieler-Modus wirkt zwar etwas deplatziert, kann im Deathmatch aber tatsächlich Spaß machen. Das Online-Ninja-Chaos unterhält dabei aber nur für kurze Zeit, selbst der Horde-Modus und die Individualisierungsmöglichkeiten motivieren nur wenig, zumal die Kämpfe unter den gleichen Schwächen leiden wie im Singleplayer.

Fazit:

„Ninja Gaiden“ sollte bockschwer sein, mit einem facettenreichen Kampfsystem glänzen und reichlich Blut vergießen. Leider erfüllt Teil 3 von Team Ninjas Vorzeige-Reihe nur den letzten dieser Punkte. Die einzig wahre Herausforderung an Ninja Gaiden 3 ist es, diesen Mix aus schlechten Designentscheidungen und zähem Spielfluss bis zum Ende durchzuhalten.

Ab und zu blitzt zwar die gute Inszenierung durch und dem Oberfiesling könnten wir den ganzen Tag zuhören, aber rein spielerisch ist das hier eine absolute Nullnummer. „Ninja Gaiden 3“ besteht zu gefühlten 99% aus Kämpfen und fährt ein Kampfsystem auf, das schlicht und einfach keinen Spaß macht. Wir begrüßen es, wenn eine Spielereihe neues Terrain erschließen will, in diesem Fall empfehlen wir aber nur, sich erneut an den Vorgängern zu orientieren.

Wertung: 59%

Ninja Gaiden - Trailer 2.

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