Ninja Gaiden 3 Preview - Von wegen ungeschnitten

Tobias Heidemann 2

Die goldene Ära der Ninja ist irgendwie vorbei oder? In den 80er Jahren wurden die Shuriken schleudernden Schattenkrieger durch Filme wie „American Ninja“, die „TMNT“ und eine Flut an Ninja-Animes zum Inbegriff des Cool. Mit „The Last Ninja“, „Shinobi“ oder „Tenchu“ bekam dann die Gameskultur ihre ersten Ninja Ikonen verspasst. Auch „Ninja Gaiden“ war von Anfang an dabei. Heute hält die Serie als eine der letzten ihrer Art die Fackel des Meuchelmörders hoch und steht damit vor einer gewaltigen Aufgabe. „Ninja Gaiden 3“ muss nicht nur seiner langen Tradition gerecht werden, sondern auch den Sprung in die Moderne schaffen. 

Ninja Gaiden 3 Preview - Von wegen ungeschnitten

Wenn es nach den Hardcore-Fans geht, dann hat Entwickler Team Ninja bei dieser Aufgabe schon im Vorfeld versagt. Für die Fans der ersten Stunde steht „Ninja Gaiden“ für einen enorm hohen Schwierigkeitsgrad, sehr viel Blut und die einmalige Handschrift des japanischen Entwicklers Tomonobu Itagaki. Der kehrte dem Projekt aber leider den Rücken zu (arbeitet an „Devil´s Third“) und überließ seinem Nachfolger Yosuke Hayashi die Entwicklung von „Ninja Gaiden 3“.

Mit dessen Ankündigung, der dritte Teil werde sehr viel zugänglicher sein und auch auf die Brutalität des direkten Vorgängers wolle man nun verzichten, setzte sich Hayashi prompt in die Ninja-Nesseln. Seitdem herrscht große Unruhe in der Fanbase.

In der Fanbase herrscht Unruhe

Wir ließen uns beim Hands-on in Hamburg allerdings vom Gegenteil überzeugen und können allen Traditionalisten eine Beruhigungsspritze setzen: „Ninja Gaiden 3“ ist schwer und ziemlich blutig.

Aber lasst uns das kurz relativieren. Wer Spiele wie „Dark Souls“ für Kinderkacke hält und den ersten Teil der Gaiden-Serie ohne Probleme gemeistert hat, der sollte den „Hero Mode“ von „Ninja Gaiden 3“ meiden wie der Teufel das Weichei-Wasser. Dieser Modus spricht nämlich ausschließlich Nachwuchs-Ninjas an. Im Helden Modus kuschelt man sich eher durch das Spiel, als wirklich gefordert zu werden. Nur einen Schwierigkeitsgrad höher, fließen dann allerdings schon die ersten Schweißtropfen. Im von uns gewählten „Normal Mode“ ging´s bereits mächtig zur Sache. Die rasanten Schwertkämpfe erfordern viel taktisches Geschick und höchste Konzentration. Fehler werden erbarmungslos bestraft und für die Bosskämpfe braucht es mindestens einen Re-Run. Wem das dann noch immer zu luschig ist, der darf seine Ninja Skills im „Hard-Mode“ auf die Probe stellen. Der macht seinem Namen dann auch alle Ehre.

Auch was die traditionell harte Gangart des Serien-Helden Ryu Hayabusa angeht, können wir Entwarnung geben. Die deutsche Version erhält hierzulande zwar das Label „ungeschnitten“ – geschnitten wird in „Ninja Gaiden 3“ aber mehr als so mancher Mutti lieb sein dürfte.

Entwicklerchef Yosuke Hayashi verschenkte einen Großteil seiner Präsentationszeit dafür, uns haargenau zu erklären, dass Ryus Katana nun endlich auch im Fleisch seiner Gegner stecken bleibt. Man habe sich voll und ganz der Aufgabe verschrieben, dem Spieler ein Gefühl für das „Durchreißen“ der Klinge zu geben. Mit anderen Worten: „Ninja Gaiden 3“ kommt dieses Mal ohne herumfliegende Gliedmaßen aus, weiß aber dank seiner blutigen Wucht und der expliziten Instant-Kills noch immer Zartbesaitete zu verstören.

Schnell, taktisch und blutig - so lieben wir unsere Ninja Gaiden Kämpfe

 

Wie viele Liter Blut in „Ninja Gaiden 3“ nun genau fließen, ist zumindest uns ziemlich egal. Auch an der Öffnung zu einer weniger versierten Zielgruppe haben wir uns bisher kaum gestört. Uns interessiert hingegen, ob es Team Ninja gelingt, das betagte Spielprinzip in eine zeitgemäße Form zu gießen. Diesbezüglich bringen wir gute und schlechte Nachrichten aus Hamburg mit.

Gute und schlechte Nachrichten

Die Gute: Das grundlegende Spieldesign funktioniert noch immer bestens. Schon nach kurzer Zeit verfallen wir in den bekannten Gaiden-Rausch, der uns akrobatische Ausweichmanöver und rasend schnelle Schwertattacken zu einem tödlichen Wirbel verknüpfen lässt. Gegnergruppen wollen gezielt auseinandergenommen, Blöcke zur rechten Zeit und spektakuläre Spezialattacken für Notfälle aufgespart werden. Garniert wird das cool in Szene gesetzte Gemetzel dann noch mit Gameplay-relevanten Zeitlupen und den äußerst ansehnlichen Charaktermodellen. Bei den Kämpfen hat Team Ninja alles richtig gemacht.

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