Nippon Nation: Sword Art Online 2 Review - Zwiegespalten

Annika Schumann 5

Die lang ersehnte Fortsetzung zum erfolgreichen Anime Sword Art Online ist endlich gestartet und wurde mittlerweile beendet. Ob sich die Fortsetzung lohnt, erfahrt ihr in meiner neuesten Review hier bei Nippon Nation

Sword Art Online 2 -  Der Tod wartet auf die Besten

Bevor ich auf die Serie eingehe, möchte ich erklären, dass Sword Art Online 2 aus einem großen Story-Arc und danach aus kleineren besteht. Im ersten Part geht es um ein neues Spiel namens Gun Gale Online, das, wie der Name schon sagt, den Fokus auf Schusswaffen setzt. In diesem Spiel halten sich allerdings hauptsächlich sogenannte „Pros“ auf, da das Ingame-Geld in reales Geld umgetauscht werden kann und es für Neueinsteiger somit schwierig ist, dort Erfolge zu feiern.
Nichtsdestotrotz entschließt sich Kirito einen Abstecher in die industriell-angehauchte Welt zu unternehmen und dem Fantasy-Look von Alfheim Online für eine Weile den Rücken zu kehren. Dafür gibt es einen besonderen Grund: Ein Jahr nach den verheerenden Vorkommnissen in Sword Art Online treibt sich jetzt ein bizarrer Mörder in Gun Gale Online herum. Nachdem bereits zwei berühmte Spieler des MMO im Spiel durch einen Mann namens Death Gun erschossen wurden, wurden sie im echten Leben tot aufgefunden. Der Verdacht kommt auf, dass Death Gun sich vor allem auf die besten Spieler konzentriert und diese dann umbringen will.

Sword Art Online 2 Opening.

Kirito soll nun herausfinden, was es damit auf sich hat und ob die Erschießung im Spiel tatsächlich für den realen Tod verantwortlich ist. Mit einem neuen Avatar, der ständig für eine weibliche Figur gehalten wird, macht sich Kirito mit einem Schwert - obwohl die favorisierte Waffe Pistolen und Gewehre sind - auf, zu den besten Spielern zu gehören, um Death Gun zu finden. Dabei erhält er Unterstützung von Sinon, die in Gun Gale Online eine herausragende Scharfschützin ist, im echten Leben aufgrund schlimmer Ereignisse in ihrer Vergangenheit aber nicht einmal eine Waffe anfassen kann, ohne sich zu übergeben oder in Ohnmacht zu fallen. Die beiden freunden sich an und begeben sich auf die gefährliche Reise, um Death Gun das Handwerk zu stellen.
Sobald der Gun Gale Online-Part zu Ende ist, folgen kleinere Geschichten rund um Alfheim Online. Im Teil namens Mother’s Rosario wird vor allem Asuna, ihr echtes Leben und die Probleme darin in den Vordergrund gerückt. Allerdings wird in diesem Part auch ein ernstes Thema angeschnitten, auf das ich nicht näher eingehen kann, ohne zu spoilern.

Die erste Hälfte: Grandios!

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Gun Gale Online ist für mich die beste Story-Line, die die Serie bislang zu bieten hatte. Wie ich in meiner Review zu Sword Art Online geschrieben habe, fehlte mir in der ersten Serie immer etwas und vor allem die Settings haben mir nicht komplett zugesagt. Das war hier nun anders. Die industrielle und teils karge Umgebung gefällt mir eindeutig besser als die bunte, fröhlich anmutende Fantasy-Welt. Gun Gale Online wirkt erwachsener, ernster und vor allem gefährlicher. Die Tatsache, dass wieder einmal ein Videospiel für reale Tode verantwortlich ist, sorgt für Gänsehaut und insbesondere der bizarre Charakter des Death Gun trägt zum gruseligen Flair bei.

Was mir ebenfalls gefällt ist die Tatsache, dass im Gun Gale Online-Part Asuna kaum wahrnehmbar ist. Sie hat mich schon immer genervt, insbesondere ihre Turtelei mit Kirito. Dieser Teil der Geschichte ist so gut wie nicht vorhanden, weshalb mir die Story gleich noch viel mehr zusagt. Das mag auch daran liegen, dass ich Sion sehr sympathisch, stark und gleichzeitig empfindsam finde. Insbesondere ihre schwere Vergangenheit und die daraus resultierenden Ängste sind perfekt umgesetzt worden und lassen den Zuschauer mitfühlen. Das Ende des Arcs hat mich tatsächlich die ein oder andere Träne verdrücken lassen.

Allgemein lag es vor allem an der brisanten Atmosphäre samt einschneidenden Rückblenden, die für konstante Spannung gesorgt haben. Sobald Gun Gale Online allerdings keine Rolle mehr in Sword Art Online 2 gespielt hat, fiel die Serie in eine Belanglosigkeit und es machte den Anschein, dass die Macher verzweifelt versuchen die 24 Episoden irgendwie, egal wie, mit Inhalt zu füllen. Asuna-Fans dürfte das natürlich freuen - doch mich hat besonders der Part um sie, die Sleeping Knights und ihr reales Leben nur genervt, da ich ihren Charakter absolut nicht mag. Zwar hat sie immer wieder ihre starken Momente, doch die tauchen eher sporadisch auf und sie wird/muss oftmals von Kirito gerettet werden. Da war mir Sion deutlich lieber, da sie - zumindest im Spiel - einen starken, erwachsenen und absolut nicht naiven Eindruck hinterlassen hat. Die letzten drei Episoden der Staffel waren dann aber doch noch überraschend emotional und berührend und haben den Gesamteindruck wieder heben können.

Fazit:

Die erste Hälfte von Sword Art Online 2 rund um Gun Gale Online ist einfach nur grandios und übertrifft für mich den Vorgänger aufgrund des besseren Settings und des starken sowie zeitgleich tragischen Charakters von Sinon. Der Rest danach wirkt leider wie ein Lückenfüller, weshalb weniger Folgen dem Gesamteindruck deutlich besser getan hätten. Asuna-Fans kommen aber in den letzten Abschnitten deutlich auf ihre Kosten - Zuschauer, die sie nicht mögen, können sich die Folgen sparen.

Sword Art Online 2 besitzt 24 Episoden á 24 Minuten. Die deutschen Rechte liegen bei peppermint anime.

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Unter dem Titel “Nippon Nation“ werde ich euch von nun an Artikel und Specials rund um das Thema Anime, Manga und Japan präsentieren. 

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