Nippon Nation: Terra Formars Review - Woah!

Annika Schumann 7

Was. Zur. Hölle. Das waren so ziemlich die immer gleichen Worte, die mir nach den ersten Folgen von Terra Formars ständig durch den Kopf schwirrten. Ich hatte keine Ahnung, was mich mit Terra Formars erwartet - und wurde nahezu weggefegt von dieser Anime-Serie. Nun sind die 13 Folgen vorbei - und es ist Zeit für ein Fazit. 

Terra Formars: Holt den Kammerjäger!

Ende des 26. Jahrhunderts leidet die Menschheit auf der Erde an Überbevölkerung und muss neue Lebensräume erschließen, um den Fortbestand der Spezies zu gewährleisten. Der Mars wurde dafür ausgewählt und über Jahre hinweg bewohnbar gemacht, damit die Menschen den roten Planeten bald besiedeln können. Doch niemand hat mit den verheerenden Folgen des sogenannten Terraformings gerechnet. Kakerlaken, die auf dem Planeten gelandet sind, haben sich extrem weiterentwickelt und sind nun riesengroß und bewegen sich auf zwei Beinen. Sie sind unmenschlich stark und scheinen sogar über einen gewissen Grad an Intelligenz zu verfügen – und sie sind extrem aggressiv. Alles, was ihnen über den Weg läuft, wird dem Erdboden gleich gemacht.

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Somit scheint der Mars kein Ort der Zuflucht mehr zu sein, doch da auf der Erde ein Virus herrscht, der aus dem All kam, muss abermals ein Team zur Expedition auf den Mars geschickt werden. Von dort sollen Proben in Form der Riesenkakerlaken auf die Erde gebracht werden, um ein Gegenmittel herzustellen.
Um auf dem Mars überhaupt gegen die Riesenkakerlaken anzukommen, wurden die Mitglieder der Expedition genetisch verändert, sodass sie unterschiedliche Eigenschaften von verschiedenen Tieren wie einem Zitteraal oder unterschiedlichen Insekten besitzen. Doch noch nicht einmal die Landung verläuft wie geplant, weshalb sofort klar ist, dass viele den Weg zur Erde nicht mehr erleben werden…

Terra Formars Opening.

Viel zu kurz

Das, was Terra Formars ausmacht, ist die Härte und Skrupellosigkeit, mit der die Kakerlaken gegen ihre Angreifer vorgehen - und mit welcher Abgeklärtheit die Serie die Tode der vielen Charaktere zeigt. Wenn ihr die Serie seht, müsst ihr darauf gefasst sein, dass ihr am besten keiner Figur besonders viel Sympathie entgegenbringt - denn wie bei Attack on Titan sterben viele Charaktere kurz nach ihrem Auftreten auf tragische, blutige und erschütternde Art und Weise.
Ich muss gestehen, dass ich darin einen großen Pluspunkt sehe. Aufgrund der Unvorhersehbarkeit der Charaktertode ist konstante Spannung gegeben, da der Zuschauer bestimmten Figuren eine bestimmte, entscheidende Rolle in der Gesamtgeschichte zuordnet - und diese dann doch plötzlich drei Minuten später einen Kopf kürzer gemacht werden.
Auch die Tatsache, dass die Menschen - trotz ihrer neuen Fähigkeiten - nahezu machtlos gegen die selbstgeschaffenen Wesen sind, ist eine spannende Grundvoraussetzung. Anders als bei Tokyo Ghoul, wo ebenfalls die Menschen nicht mehr an der Spitze der Evolution stehen, ist der Gewaltgrad hier jedoch angemessen und nicht zu übertrieben. Dennoch solltet ihr euch auf die ein oder andere extreme Szene einstellen - und Zuschauer mit einem schwachen Magen und seichten Nerven sollten sich Terra Formars lieber nicht ansehen.

Terra Formars hat aber einen großen Fehler: es ist viel zu kurz! 13 Folgen reichen niemals aus und machen so unheimlich viel Lust auf mehr, dass es schon weh tut und sich Wut anstaut, warum andere, nicht so grandiose Serien 24 Folgen erhalten. Aber gut. Daran lässt sich nun nichts ändern. Ansonsten hat die Serie nichts, was ich nicht mochte. Zuschauer, die allerdings rasch Beziehungen zu Charakteren aufbauen, dürften enttäuscht sein, da sie kurz nach Vorstellung bereits schon wieder tot sein könnten. Ich habe es mir einfach zur Regel gemacht, mir Namen erst nach mindestens drei Folgen zu merken, weil dann die Chance höher ist, dass die Charaktere doch noch länger eine Rolle spielen.

Aber apropos Charaktere. Davon bietet Terra Formars viele und dann auch noch einige spannende. Unter ihnen auch der deutsche Anführer namens Adolf (kein Scherz), dem sogar gegen Ende der Serie sehr viel Aufmerksamkeit geschenkt wird und der zu meinem Favoriten wurde. Er ist ein interessanter, starker, obgleich sensibler und verantwortungsvoller Charakter - ganz im Gegensatz also zu seiner makabren Erscheinung. Das die Figuren eben nicht nur nach dem Äußeren beurteilt werden sollten, wird vor allem durch ihre Hintergrundgeschichten deutlich.
Die Rückblenden, die einen großen Teil von Terra Formars ausmachen, unterbrechen nämlich das grausame Vorgehen auf dem Mars, erzählen aber dennoch spannende, emotionale und tiefgründige Erlebnisse. So werden die Schicksale und die Entscheidung der Figuren, sich überhaupt auf dieses Himmelfahrtskommando einzulassen, deutlicher und greifbarer. Die Wahl, die Geschichte teils aus Flashbacks und teils aus aktuellem Geschehen zu erzählen, ist angenehm und abwechslungsreich. Natürlich greifen auch andere Serien auf dieses Mittel zurück, doch bei weitem nicht in dem Ausmaße, wie es Terra Formars meiner Meinung nach macht.

Fazit:

Die Menschheit ist nicht mehr die Krone der Schöpfung - und genau dieses Setting gefällt mir immer mehr. Attack on Titan hat den Anfang gemacht, nach Tokyo Ghoul wurde mir klar, dass ich gefallen an dieser Ausgangssituation gefunden habe. Zwar werden in Terra Formars die Charaktere nicht aufgefressen, der allgegenwärtige Tod ist jedoch deutlich spürbar und erschafft so eine grausige, elektrisierende Grundstimmung. Deswegen ist Terra Formars für all diejenigen geeignet, die ebenfalls genau dieses Setting präferieren und einige, blutige Szenen in Kauf nehmen können. Ich werde mir nun definitiv den Manga zulegen, damit ich noch mehr über die Geschichte erfahre.

Terra Formars besitzt 13 Folgen á 24 Minuten. peppermint anime hat Terra Formars lizenziert.

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Unter dem Titel “Nippon Nation“ werde ich euch von nun an Artikel und Specials rund um das Thema Anime, Manga und Japan präsentieren. 

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