No Man’s Sky: Morddrohungen sind für Twitter voll okay

Marco Schabel 5

In der vergangenen Woche sickerte durch, dass das heiß ersehnte Weltraumspiel No Man’s Sky verschoben wurde. Neben den Entwicklern hat auch der Journalist, der darüber berichtete, Morddrohungen erhalten – was für Twitter offenbar völlig in Ordnung ist.

No Mans Sky - Ive Seen Things - Trailer.

Auch wenn es wirklich traurig ist, dass es Menschen gibt, die ein Videospiel so ernst nehmen, dass sie sogar bereit wären, einen Mord zu begehen, ist genau diese Androhung in den vergangenen Wochen keine Seltenheit gewesen. Bereits eine einzelne schlechte Bewertung für Spiele wie Uncharted 4 A Thief’s End oder DOOM führte bereits zu Petitionen mit zahlreichen Unterstützern, sowie Gewalt- und Mordandrohungen. Den Vogel abgeschossen haben aber ein paar Individuen der No-Man’s-Sky-Fangemeinde, einem Spiel, das bislang nicht einmal veröffentlicht wurde. Genau da liegt aber auch der Knackpunkt.

„Ich werde dich und deine Familie ermorden“

In der vergangenen Woche hat Kotaku-Autor Jason Schreier berichtet, dass No Man’s Sky verschoben wurde. Eine Meldung, die zwei Tage später offiziell bestätigt wurde und den Zorn einiger Fans hervorrief, welche die Entwickler dafür gerne ermordet hätten. Schreier selbst hatte zuvor auch selbst mit Drohungen zu kämpfen. Ihm wurde vorgeworfen, sich die Meldung lediglich ausgedacht zu haben. Angegeben wurde eine Quelle des amerikanischen Videospiel-Händlers GameStop, woraufhin ein Fan sogar 30 Filialen angerufen haben will, die ihm alle den Juni-Release bestätigt haben (weil die Filialmitarbeiter – im Gegensatz zur Zentrale – eben auch nicht mehr wissen als das, was in ihrem System steht). Im Reddit-Forum zu No Man’s Sky wurde daraufhin der Ton noch rauer, zahlreiche weitere Drohungen waren die Folge. „Noch nie war ich so erleichtert zu sehen, dass ein Videospiel verschoben wurde“, schreibt Schreier, nachdem die Verschiebung offiziell gemacht wurde.

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Während die Reddit-Moderatoren fleißig versuchten, alle entsprechenden Posts und Threads zu löschen, wurde der Autor auf Twitter angegriffen. Ein Nutzer schrieb dort wörtlich: „Ich finde heraus, wo du wohnst und werde dich und deine Familie ermorden.“ Der Beitrag wurde an Twitter gemeldet, weil er eine Gewaltandrohung und schlechtes Verhalten aufweist. Nach vier Tagen gab es eine Antwort von der Kurznachrichtenplattform: Diese ganz offensichtliche und unverblümte Morddrohung eines No-Man’s-Sky-Fans verstoße nicht gegen die Richtlinien der Plattform. Der Post sei demnach völlig okay.

Damit sind den fehlgeleiteten Fanboys wohl auch zukünftig Haus und Tor geöffnet, ihren Fanatismus auf die unangebrachteste Art auszudrücken.

No Man’s Sky wird erst am 10. August für PC und PlayStation 4 erscheinen. Ob es noch eine Verschiebung geben wird, steht angesichts der jüngsten Ereignisse allerdings auf einem anderen Blatt.

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