Nach einigen Stunden, die ich mit One Piece: Burning Blood verbringen durfte, bin ich mir über eines ziemlich sicher: Das Beat ‚em Up ist eine hervorragende Umsetzung des One-Piece-Animes – sowohl, was Präsentation als auch Gameplay angeht. Nicht so sicher bin ich mir, ob One Piece: Burning Blood ein wirklich rundes, auf Dauer fesselndes Prügelspiel ist. Alle Details lest ihr in der Preview.

 

One Piece: Burning Blood

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One Piece: Burning Blood

Fanservice im Übermaß – One Piece: Burning Blood im Trailer:

One Piece Burning Blood Trailer

Den Machern von One Piece: Burning Blood liegt das One-Piece-Universum am Herzen. Das wollten sie auf dem Vorstellungsevent zum Spiel in Frankfurt deutlich machen: Produzent Koji Nakajima erschien im Bepo-Cosplay (ein Eisbär-Charakter aus One Piece) und betonte während der kurzen Präsentation immer wieder, mit wie viel Liebe zum Detail die Entwickler versucht haben, Charaktere und Fähigkeiten aus der Serie spielerisch umzusetzen. Solche Überzeugungsversuche hätte es gar nicht gebraucht, denn ich durfte das Spiel ja auch ein paar Stunden lang antesten und dass die Entwickler Monkey D. Ruffy und Co. lieben und der Serie und ihren Fans gerecht werden wollen, sieht man Burning Blood in jedem Frame an. Aber funktioniert das Spiel auch als eigenständiges Beat ‚em Up und für Zocker, die keine Fans des Mangas oder Animes sind?

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Look & Feel des Anime perfekt getroffen

Nachdem wir in der Präsentation kurz den Story-Modus zu sehen bekamen, in Form einer wirklich schönen Cutscene und einem kurzen Kampf, konnte ich in der abgespeckten Testversion des Spiels den 3v3-Melee-Modus ausprobieren. Größtenteils spielte ich alleine gegen die CPU, einige wenige Partien gegen die anderen anwesenden Journalisten.

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Vor dem Kampf wählt ihr drei Figuren aus dem One-Piece-Universum. Im Kampf selbst tritt für jede Seite nur eine Figur an, allerdings könnt ihr jederzeit (wenn ihr nicht in einer Combo des Gegners feststeckt) per Knopfdruck zu einer der beiden anderen gewählten Figuren wechseln. Jeder Figur stehen, neben dem regulären Angriff, einem stärkeren Spezialangriff und dem Blocken, mehrere an ihre Fähigkeiten aus der Serie angelehnte Spezialangriffe zur Verfügung, die durch Kombination einer Schultertaste und der Block-, Angriff- oder Spezialangriffstaste ausgelöst werden. Ja, zumindest in der Testversion wurden zwei verschiedene Angriffsarten als „Spezialangriff“ bezeichnet und ja, das verwirrt mich genauso wie euch.

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Grafisch ist One Piece: Burning Blood im Cel-Shading-Stil gehalten, und der kann sich wirklich sehen lassen: Klare Linien und Schraffierungen sowie die japanischen Schriftzüge im Stil von Comic-Lautmalereien rufen immer wieder die Manga-Herkunft des Universums ins Gedächtnis, während die aufwändigen 3D-Effekte und Animationen die Grafikpower der aktuellen Konsolen (gespielt habe ich die PS4-Version) nutzen. Lediglich die Darstellung der (in der Testversion zwei) weiblichen Figuren fällt negativ auf - was natürlich zum Teil der Vorlage geschuldet ist.

Die wunderschöne Grafik, kombiniert mit dem ebenfalls hervorragenden Sound-Design sowie den aus der Vorlage bekannten Spezialangriffen, dürfte One Piece: Burning Blood zu einem Traum für Fans des Mangas oder Animes machen, denn ihre geliebten Figuren und das Anime-Universum erwachen hier wirklich zum Leben.

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Übersichtsprobleme und Balancing

Ich selbst bin weniger als Fan von Manga und Anime, und mehr als Beat ‚em Up-Fan an One Piece: Burning Blood herangegangen. In meiner kurzen Spielzeit hatte ich zwar Spaß, habe das Event allerdings mit einigen Bedenken verlassen. Die Entwickler haben sich alle Mühe gegeben, möglichst viele Charaktere, Attacken und andere Elemente der One-Piece-Mythologie in Spielmechaniken zu übersetzen, was in Kämpfen resultierte, die mit Fanservice vollgepackt sind, allerdings spielerisch möglicherweise etwas überfrachtet sind.

Neben den drei Spezialangriffen pro Figur und dem Wechsel zwischen den drei Charakteren (den man idealerweise so timt, dass man einen Team-Angriff oder -Konter auslöst) könnt ihr, wenn die entsprechenden Leisten voll aufgeladen sind, auf Transformationen (die wiederum neue Spezialattacken ermöglichen), Support-Charaktere (die heilen oder Buffs auslösen) und die aus der Serie bekannten Teufelsfrüchte mit den damit verbundenen Kräften zurückgreifen.

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Für meinen Geschmack waren das vielleicht ein, zwei Mechaniken zu viel – mir wäre es lieber, wenn ich im Kampf auf ein paar Energieleisten weniger achten müsste. Denn die Kämpfe sahen zwar spektakulär aus, aber ein richtiger Flow wollte sich für mich nicht einstellen, weil gefühlt alle paar Sekunden eine Mini-Cutscene mit einem neuen Spezialangriff den Kampf-Rhythmus unterbrach.

Ebenfalls mit der Menge an Charakteren (35 insgesamt, 21 waren in der Testversion verfügbar) und Mechaniken verbunden, aber sicher nicht nur Problem des persönlichen Geschmacks: Es fiel den Entwicklern offensichtlich schwer, eine ordentliche Balance zu finden. In der Probesession kristallisierten sich schnell Übereinstimmungen zwischen fast allen anwesenden Journalisten heraus, welche Charaktere den anderen überlegen und welche Fähigkeiten für (gefühlte) Balance-Probleme verantwortlich waren. Eine der Teufelsfrucht-Fähigkeiten, die sogenannte Logia, ermöglicht es Figuren, die sie beherrschen, aus jeder gegnerischen Combo zu entkommen, was völlig overpowered wirkte.

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One Piece für alle – auch Xbox-Zocker!

Letztlich konnte ich natürlich nur an der Oberfläche von One Piece: Burning Blood kratzen. Vielleicht habe ich das System des Spiels noch nicht ganz durchschaut, vielleicht bessern die Entwickler auch noch nach bis es erscheint. Das tut Burning Blood übrigens am 3. Juni 2016 für PS4, PS Vita und, erstmalig für ein One-Piece-Spiel, auch für Xbox One. Irgendwann im Juni soll es außerdem auf Steam erscheinen.

Vormerken, wenn auch nicht ganz bedenkenlos, sollte sich das Datum jeder Beat ‚em Up-Spieler. Aber die One-Piece-Fans dürfen sich ganz besonders darauf freuen, denn für sie wird wohl kein Weg vorbei führen an den detailverliebten, Fanservice-reichen Prügeleien.

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Wie gut kennst du One Piece?

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Erst vor kurzer Zeit erschien One Piece: Pirate Warriors 3, nun wurde auch noch One Piece: Burning Blood angekündigt. Am besten versteht und genießt ihr die Spiele allerdings, wenn ihr auch einen Bezug zu der Reihe habt. Wie gut ihr euch in der Welt von One Piece auskennt, könnt ihr jetzt in diesem Test beweisen. Aber Achtung, es könnten Spoiler vorkommen. Viel Spaß!

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Sebastian Moitzheim
Sebastian Moitzheim, GIGA-Experte.

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