One Piece Burning Blood im Test: Wilde Klopperei mit viel Fan-Service

Lisa Fleischer

Nach Ausflügen in das Warriors-Genre kehrt One Piece mit Burning Blood zu seinen Prügler-Wurzeln zurück. Mit seiner Story möchte es vor allem Fans des Mangas und Animes für sich gewinnen. Ob das knallbunte Beat ‚em Up Durchschlagskraft beweisen kann oder zu viel einstecken muss, erfahrt ihr in unserem Test.

One Piece Burning Blood im Test.

One Piece Burning Blood im Test

Das Prügler-Potential scheint One-Piece-Spielen in die Wiege gelegt worden zu sein. Schon die originale Serie strotzt nur so vor spektakulären Kampf-Szenen und wahnwitzigen Attacken. Burning Blood nimmt diese Vorlage freudig auf und verknüpft sie mit spaßigen Tag-Team-Elementen. Das bedeutet, dass ihr mit bis zu drei Figuren gleichzeitig in den Kampf ziehen könnt und eure Gegner mit wuchtigen Team-Attacken in die Flucht schlagt.

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Die Schlacht um Marineford

Im Zentrum steht dabei der Story-Modus, der euch die packenden Geschehnisse während der Schlacht um Marineford erzählt, welche – wenn ihr mich fragt – eine der besten Szenen der Serie ist. Die ist, so wie auch das ganze Spiel, in einem wunderschönem Cel-Shading-Stil gehalten, der dank seinen Schraffuren und japanischen Zeichen an die Manga-Vorlage erinnert. Die Sprachausgabe ist dabei im japanischen Original gehalten, die gut übersetzten deutschen Untertitel lassen euch jedoch nicht verzagen. Das ist Fan-Service vom Feinsten, lässt aber leider aufgrund der fehlenden Kontextualisierung der Schlacht One-Piece-Neulinge komplett im Regen stehen. Und nach höchstens zwei bis drei Stunden ist der Story-Modus dann auch schon wieder vorbei.

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Nach Abschluss der Geschichte ist eure Reise jedoch keinesfalls am Ende angelangt. Bandai Namco bietet euch in One Piece Burning Blood vier weitere Modi, darunter einen umfassenden Online-Modus, bei dem ihr euch zwischen Freundschaftsspiel, Rang- oder Piratenflaggenkampf entscheidet. In Letzterem tretet ihr dauerhaft einer Piratenbande bei, und versucht mit dieser, Inseln zu besetzen und so in der Banden-Rangliste aufzusteigen. Natürlich könnt ihr auch gänzlich offline spielen. Wie in anderen Beat ‚em Ups gibt es dafür den lokalen Ein- und Zwei-Spieler-Modus, sowie den Steckbriefmodus, in dem ihr diverse Kampf-Missionen abschließt und dadurch mehr von der In-Game-Währung Berry gewinnt.

Guide: So verdient ihr schnell Berry

Charaktere im Überfluss

Mit dieser virtuellen Währung ist es euch möglich, neue Kämpfer freizuschalten. Und die fallen erstaunlich vielzählig aus. 42 Charaktere, die allesamt aus Manga und Anime bekannt sind, ziehen mit euch in den Kampf. Darunter befinden sich die bekannten Verdächtigen Ruffy, Nami, Lyssop, Zoro und Sanji, aber auch elementare Nebencharaktere wie Ace, Shanks oder Whitebeard. Selbst die ‚böse Seite der Macht‘ mit Blackbeard oder der Marine ist spielbar.

Charakterauswahl

Sollte euer Lieblingscharakter nicht spielbar sein, so ist er bestimmt unter den Unterstützer-Charakteren zu finden, die im Kampf hinter euch stehen und eure Angriffe oder Heilung automatisch verstärken. Diese Helden-Riege umfasst 65 weitere Kämpfer aus dem One-Piece-Universum und ist in Kämpfen enorm nützlich. Solltet ihr euch wider Erwarten irgendwann an den vielzähligen Charakteren sattgesehen haben, könnt ihr zusätzliche Skins für eure Kämpfer erwerben. Leider kosten diese keine erspielten Berry, sondern können nur im Paket mit Echtgeld gekauft werden.

Kämpfen, bis die Hose reißt

In One Piece Burning Blood geht es vorrangig um das eine: ordentliche Durchschlagskraft. Neben normalen Angriffen und dem Blocken könnt ihr eure Gegner auch mit Block-Durchbrechern, Spezial-Attacken und Ultras attackieren – ganz zu schweigen von den vielzähligen Tag-Team-Combos. Dabei wird der Status eures Charakters nicht nur durch den Lebensbalken visualisiert, ihr habt mit der Zeit auch immer mehr Schrammen und Kratzer am Körper – und Löcher in der Hose. Das mahnt euch konstant zur Vorsichtigkeit, sieht enorm schick aus und ist eine elegante Idee, die Wichtigkeit des klassischen HUDs zu umgehen.

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Anders als bei den bekannten Genre-Vertretern Street Fighter, Tekken oder Soul Calibur bewegt ihr euch in One Piece Burning Blood übrigens nicht von links nach rechts und wieder zurück, sondern völlig frei im Raum. Das verschafft euch mehr Bewegungsfreiheit, lässt euch in manchen Situationen aber auch mal ins Leere schlagen. Das mag zu Beginn noch etwas frustrierend sein, mit der Zeit gewöhnt man sich dann aber an die Darstellung, und dann bietet sie weit mehr taktische Möglichkeiten, dem Gegner auszuweichen.

Leider bleibt die Steuerung der Charaktere dabei komplett gleich, und das, obwohl jeder von ihnen eigentlich individuelle Attacken und damit Potential für Abwechslung gehabt hätte. Das mag die Einstiegshürde für Beat-‚em-Up-Neulinge zwar recht gering halten, für Genre-Veteranen ist das auf Dauer aber leider zu monoton. Nach einer gewissen Weile habt ihr den Dreh raus, und da euch keine weiteren Herausforderungen mehr erwarten, schwindet die Motivation am Prügeln recht schnell.

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Das macht leider auch das Balancing nicht wieder wett. Manche Charaktere sind übermenschlich stark, während sich solch massive Charaktere wie Whitebeard zwar richtig wuchtig spielen, jedoch im Verhältnis zu wenig Schaden anrichten. Ein zweiter Minus-Punkt: Im Story-Modus werden die Gegner nicht exponentiell stärker, sondern sind mal mehr, mal weniger heftig. Das ist schade, weil es euch zu früh zu viel abverlangt, während das Spiel später – wenn wir eigentlich erwarten, gefordert zu werden – vergleichsweise zu leicht wird. Während ich eine gefühlte Ewigkeit gebraucht habe, um die beiden Pacifista zu Anfang des Modus zu besiegen, war der Endgegner ein sehr kleines Übel.

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Mein Test-Fazit zu One Piece Burning Blood

One Piece Burning Blood ist hauptsächlich auf Fan-Service ausgelegt. Das Spiel enthält nicht nur die beliebtesten Charaktere der Serie, sondern zelebriert auch beliebte Szenen ausgiebig. Die Story ist dabei zwar etwas kurz geraten, was die spaßigen Attacken allerdings wieder wett machen.

Schade ist, dass das Gameplay dabei zu simpel und abwechslungsarm bleibt, das Balancing stellenweise fehlerhaft ist und Skins für die Charaktere nicht freigeschaltet, sondern zusätzlich im Paket gekauft werden müssen.

Hier könnt ihr One Piece Burning Blood bestellen *

Wer mit One Piece generell nichts anfangen kann, ist hier also fehl am Platz, während Freunde der Reihe durchaus zuschlagen können. Ich persönlich, die gleichermaßen Fan des Animes und Beat ‚em Ups bin, hatte jedenfalls trotz der Schwächen eine Menge Spaß mit dem Titel.

One Piece Burning Blood ist seit dem 3. Juni auf Xbox One, PS4 und PS Vita erhältlich und kostet, je nach Konsole, zwischen 37 und 60 Euro. Eine Steam-Version für den PC soll folgen.

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Wie gut kennst du One Piece?

Erst vor kurzer Zeit erschien One Piece: Pirate Warriors 3, nun wurde auch noch One Piece: Burning Blood angekündigt. Am besten versteht und genießt ihr die Spiele allerdings, wenn ihr auch einen Bezug zu der Reihe habt. Wie gut ihr euch in der Welt von One Piece auskennt, könnt ihr jetzt in diesem Test beweisen. Aber Achtung, es könnten Spoiler vorkommen. Viel Spaß!

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