Exklusives Interview mit Jeff Kaplan: Die Overwatch-Community – ein besserer Ort für Gamer?

Lisa Fleischer 1

Online-Games sind Fluch und Segen zugleich: Während darüber schon zahlreiche Freundschaften geknüpft wurden, hört man auch immer wieder von Hass und Belästigungen, die durch den Voice-Chat gehen. Overwatch will dagegen aktiv vorgehen – wie, darüber habe ich mit Game Director Jeff Kaplan gesprochen. Vor kurzem erst wurde ein neuer Held für Overwatch vorgestellt: Hammond oder auch Wrecking Ball, ein Hamster in einem riesigen Mech-Ball. Seine Vorgeschichte wird in folgendem Video erzählt.

Overwatch – Neuer Held: Wrecking Ball oder Hammond, der Hamster.

Overwatch feierte vor wenigen Wochen nicht nur den eigenen zweijährigen Geburtstag, kurz darauf wurde auch der Patch 1.25 veröffentlicht. Mit dem Update hielten neue soziale Features Einzug ins Spiel, darunter auch die Möglichkeit, andere Spieler für positives Verhalten zu belohnen. Damit wirken die Overwatch-Entwickler einem Trend entgegen, der sich in den letzten Jahren in Online-Communitys von Spielen enorm verbreitet hat: grundlose Beleidigungen und Hass, die durch die Gamingwelt wabern.

Schon zum Release zeichnete sich ab, dass die Overwatch-Community positiver werden könnte als die anderer Spiele:

Overwatch: Eine Community ohne Hass?

Wir hatten die Gelegenheit, mit Game Director Jeff Kaplan über die neuen Features in Overwatch zu sprechen. Er erklärt, dass Spielern durch das Anerkennungssystem und die Gruppensuche mehr Kontrolle über das eigene Spielerlebnis gegeben werden soll. „Das betrifft so gut wie alles, von der Entscheidung, wie Teams strukturiert sein sollen, bis zur Frage, ob das eigene Fortschritts-Profil öffentlich, privat oder nur sichtbar für Freunde sein soll. Wir glauben daran, dass Overwatch-Fans ein Recht darauf haben, das Spiel auf eine Weise zu erleben, die zu den eigenen sozialen Bedürfnissen passen“, beschreibt Kaplan.

Zuckerbrot und Peitsche: Die neuen sozialen Features in Overwatch

Nachdem in der Vergangenheit schon robuste Reporting-Tools in Overwatch etabliert wurden, kannst du jetzt nicht mehr nur negatives Verhalten melden, sondern auch positive Aktionen loben. So soll jeder Spieler optimal dazu animiert werden, ein positives Verhalten an den Tag zu legen. „Jeder von uns ist als Individuum einzigartig und so ist es auch zu erklären, dass einige eben besser auf die Karotte vor der Nase reagieren als auf Strafen.“

Natürlich ist das neue System keine Garantie dafür, dass in Overwatch doch einmal schwarze Schafe unter den Spielern sind, die ein negatives Verhalten an den Tag legen. Solltest du dies bemerken, empfiehlt dir Jeff Kaplan, sofort zu handeln. Er betont: „Das Melde-System funktioniert!“ Und ergänzt: „Außerdem sollten Spieler unser neues „Meide einen Mitspieler“-Feature benutzen.“ Setzt du einen Spieler auf die Liste des Features, wirst du für eine Woche lang nicht mehr mit diesem Spieler gematcht. Nach Ablauf dieser Zeitspanne kannst du ihn erneut auf die Liste setzen.

In nächster Zeit sollen noch mehr neue soziale Features kommen, die die Community-Erfahrung noch weiter verbessern soll. Schon jetzt zeigen sich laut Kaplan erste Erfolge. Vor allem die Gruppensuche scheint sich großer Beliebtheit zu erfreuen. „Viele Spieler stimmen dem zu, dass der Umgang miteinander freundlicher ist, seit du den Luxus hast, das Spiel genauso zu spielen wie du möchtest.“

Die Overwatch-Community: Eine riesige Familie

Gremlin-D.Va: Jeff Kaplans sind die Fan-Artworks bis heute im Kopf geblieben:

Die neuen Social-Features sollen aber keinesfalls Kritik an der Overwatch-Community sein. Vielmehr zeigt sich Jeff Kaplan begeistert, was die Fans bislang alles zu Stande bekommen haben. „Es gab so viele großartige Momente in den vergangenen zwei Jahren, an die ich gerne zurück denke. Der Launch war fantastisch – so viele neue Spieler willkommen zu heißen, war wirklich einzigartig.“ Vor allem die Gremlin-D.Va-Artworks hat er noch heute im Kopf – „Wer könnte die vergessen?“ 

Deshalb ist es ihm ein Anliegen, persönlich mit den Fans in Kontakt zu treten. „Zeit mit unseren Fans zu verbringen ist für uns sehr wichtig. Natürlich ist die Blizzcon für uns die beste Möglichkeit, unsere Spieler zu treffen und mit ihnen persönlich abzuhängen. Wir freuen uns aber auch darüber, dass einige von uns jährlich an der gamescom in Deutschland teilnehmen können.“

Nicht nur Gremlin-D.Va-Artworks existieren – ein Künstler hat die Overwatch-Helden sogar in Pokémon verwandelt:

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Overwatch + Pokémon: So sehen die Watchemon aus.

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Overwatch ist am 24. Mai 2016 für den PC, die PlayStation 4 und Xbox One erschienen. Das Update 1.25, das auch die neuen sozialen Features enthielt, erschien vor knapp einer Woche. Mit ihm wurden auch Heldin Symmetra und die Karte Horizon leicht angepasst.

Spielst du noch Overwatch? Wie erlebst du die Community um den Shooter? Ist sie tatsächlich freundlicher als in anderen Online-Spielen? Hast du bislang nur positive Erfahrungen mit der Community gemacht oder sind dir auch schon einige schwarze Schafe als Mitspieler untergekommen?

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