Overwatch in der Konsolen-Vorschau: Wie gut ist Blizzards Shooter auf PS4 und Xbox One?

Stefan Briesenick 2

Overwatch erscheint bereits in wenigen Wochen. Wir durften bei Blizzard erstmals in die Konsolen-Version reinspielen und erzählen euch in der Vorschau, ob das Spiel für PS4 und Xbox One genau so viel taugt wie auf dem PC.

Overwatch - Cinematic Trailer.

Als Blizzard 2013 mit Diablo 3 in den Konsolenmarkt eindrang, war das für einige Leute eine Art Affront. Doch wie bei so vielen Dingen, denen sich Blizzard widmet, wurde auch diese Version von Diablo zu einem Erfolg. Das ist, zugegeben, keine neue Information, trotzdem schiebe ich sie an den Anfang dieses Textes. Warum? Weil das als Kampfansage an Skeptiker zu verstehen ist: Blizzard kann Action-Spiele und das auch auf der Konsole.

Was ist Overwatch und wie spielt es sich?

Overwatch ist ein kompetitiver Shooter mit starkem Fokus auf teambasierte Koop-Action. Es wird jedoch kein Spiel werden, in dem ihr stumpf auf Gegner ballert. Overwatch verlangt Teamplay, die Missionsziele haben oberste Priorität. Gespielt werden kurzlebige Mehrspielerpartien, die trotz des eher taktischen Spieltempos gerade in den rasanteren Szenen einen starken Eindruck hinterlassen. Um sich zusätzlich aus dem Einheitsbrei der Team-Shooter abzugrenzen, setzt Blizzard auf vorgegebene Heldenfiguren, die mit festen Talenten daherkommen und somit unterschiedliche Rollen im Team übernehmen.

Das besondere Augenmerk von Overwatch bilden genau diese hochgradig stilisierten Charaktere, die in den Mehrspielerpartien mit unterschiedlichen Fähigkeiten und sehr markantem Eigencharakter glänzen. Die Helden aus dem Overwatch-Universum stammen aus diversen Regionen dieser Welt und bringen länderspezifische Merkmale, wie einen regionalen Akzent oder andere stereotypenbeladene Eigenschaften mit in das Spiel. Auch wenn nicht alle 21 Spielfiguren gleich gut in Erinnerung bleiben, so hat doch jeder Held ein Alleinstellungsmerkmal. Trotz teils ähnlicher Rollen fühlt sich deshalb kein Charakter wie der andere an.

Die Helden von Overwatch in der Übersicht

Neben unterschiedlicher Bewaffnung sind die Helden von Overwatch mit unverwechselbaren ultimativen Fähigkeiten ausgestattet. Dieser Skill lädt sich mit der Zeit automatisch auf, gute Spielergebnisse beflügeln die Aufladung ebenfalls. Die Ultimates sind zum Teil sehr mächtige Talente, die meist großen Einfluss auf das Spielgeschehen haben. Der Einsatz eines solchen Skills sollte aber mit Bedacht gewählt werden, da auch Ultimates gekontert oder umgangen werden können. Der Cyber-Ninja Genji zum Beispiel darf bei Aktivierung für einige Sekunden lang tödliche Nahkampfangriffe ausführen. Für die Dauer seiner ultimativen Fähigkeit ist er jedoch an die Reichweite des Nahkampf-Angriffes gebunden und Fernkämpfern deshalb schutzlos ausgeliefert.

Im Gegensatz zu vielen anderen teambasierten Spielen, erlaubt Overwatch die Mehrfachbelegung von Spielfiguren sogar im selben Team. Das heißt für euch, dass euch niemand euren Lieblingscharakter wegnehmen kann, es birgt aber auch eine gewisse Gefahr in sich. Denn obwohl das Spiel sehr deutlich kommuniziert, dass in einer Partie nicht alle Heldenrollen ausgewählt wurden, kam es auf dem Anspielevent zumindest in meiner Mannschaft recht häufig zu ungünstigen und einseitigen Spielerkonstellationen.

Wenn die Kommunikation innerhalb des Teams nicht stimmt, dann ist ein Sieg unwahrscheinlich. Um auf sich verändernde Situationen flexibel reagieren zu können, dürft ihr übrigens auch noch während einer Partie den Charakter wechseln. In der sicheren Spawnzone gelangt ihr noch einmal in den Heldenauswahl-Bildschirm und dürft dort aus der gesamten Heldenliga einen passenden Kandidaten für die aktuelle Lage wählen. Dieses System sorgt unfairen Teamkompositionen vor und verhindert, dass sich zwei Spiele gleichen.

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Overwatch auf der Konsole

Auf der Konsole spielt sich Overwatch sehr gut, auch wenn das Spiel meiner Meinung nach eher auf den PC gehört. Die Konsolenversion des Spiels nutzt zum Beispiel ein recht gewöhnungsbedürftiges Steuerungsschema. Das konkrete Problem besteht darin, dass es eine fixe Taste gibt, die die jeweiligen Charakter-Skills auflistet. Diese Taste liegt – so merkwürdig das auch klingt – direkt neben der Taste, die für das Wechseln der Waffe zuständig ist. Wenn ihr in hitzigen Augenblicken daneben greift, bleibt ihr einfach regungslos stehen und bewundert eure Fähigkeiten, während die Gegner euch gnadenlos niederwalzen oder schnell entkommen.

Natürlich ist diese unübliche Belegung „nur“ Gewöhnungssache, doch für ein Spiel, das sich selbst als Casual-Spiel versteht, ist eine Steuerungsvorgabe, die derart grob von gängigen Shootern abweicht, tatsächlich ein mittelschweres Problem. Da die Helden nur über eine sehr begrenzte Anzahl an Fähigkeiten-Slots und Interaktionsmöglichkeiten verfügen, hätte sich Blizzard in puncto Eingabekontrolle durchaus näher am einheitlichen Standard der Shooter-Tastenbelegung bewegen können. Hilfreich ist die aktuelle Steuerungsvorlage meiner Meinung nach für Einsteiger jedenfalls nicht.

Aber genug der kritischen Worte, denn technisch läuft Overwatch sehr flink auf der aktuellen Konsolengeneration. Merkliche Ruckler traten während des Anspielevents nur auf globaler Ebene auf; sprich, wenn eine Anspielkonsole abgeschmiert ist (was bei frühen Versionen ja durchaus mal passieren darf). Das Spielerlebnis ist ansonsten sehr flüssig, was deutlich für die Qualität von Blizzard spricht. Optisch funktioniert der charmante Artstyle von Overwatch auf der Konsole natürlich ebenso gut wie auf dem Computer. Vom grafischen Gesichtspunkt her fühlen sich Xbox-One- und Playstation-4-Fassung sehr ähnlich an. Nennenswerte versionsspezifische Unterschiede habe ich jedenfalls nicht bemerkt.

Mein Vorschau-Fazit zu Overwatch:

Blizzards Vorstoß in das Genre der First-Person-Shooter darf man als schlauen Schachzug, gewagt oder eben völlig hirnrissig empfinden. Tatsache ist, dass Overwatch wirklich rund läuft und einige sehr nette Ideen miteinander kombiniert.

Overwatch

Mir gefallen die unterschiedlichen Heldenfiguren mit ihren unverwechselbaren Fähigkeiten. Auch das Zusammenspiel der individuellen Charaktere funktioniert (bestimmt) sehr gut, wenn sich tatsächlich alle Teammitglieder darauf einlassen und jemand die verhältnismäßig undankbare Supporter-Rolle auswählt. Der unbedingte Fokus auf Teamaktionen müsste meiner Meinung nach nicht ganz so markant hervorstechen, aber ich verstehe, warum Blizzard genau das möchte.

Ich bin echt gespannt, wie sich Blizzard mit Overwatch positionieren wird. Letztlich wird doch immer alles irgendwie zu Gold, was sich der große Publisher vornimmt. Bei mir hat Overwatch jedenfalls einen guten ersten Eindruck hinterlassen.

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