Warum ich es schade finde, dass Overwatch keinen Story-Modus hat

Lisa Fleischer 2

Wie so viele andere Online-Spiele verzichtet auch Blizzards neuer Helden-Shooter Overwatch auf einen Story-Modus. Warum ich das in diesem Fall ganz besonders schade finde, und wie Blizzard mich vielleicht darüber hinwegtrösten könnte, lest ihr in meiner Kolumne.

Overwatch im Ersteindruck: Noob vs. Profi.

 

Hinweis: Dieser Artikel ist ein Meinungsartikel, der den Standpunkt unserer Redakteurin widerspiegelt und nicht zwingend der Meinung der gesamten Redaktion entsprechen muss. Er erhebt keinen Anspruch auf eine universell gültige Wahrheit und deckt sich vielleicht nicht mit deinen eigenen Vorstellungen.

Der Singleplayer-Modus hat es momentan wirklich nicht leicht. Immer mehr Entwickler gehen dazu über, in ihren Spielen keinerlei Kampagne anzubieten und damit auf das Erzählen der Hintergrundgeschichte komplett zu verzichten. Kein Wunder, denn während bei einem Singleplayer-Titel irgendwann Ende ist, eignet sich ein Mehrspieler-Titel hingegen oft noch über Monate und Jahre für ein paar weitere Runden und mögliche Mikrotransaktionen. Zudem ist die Entwicklung eines groß angelegten Story-Modus oftmals sehr aufwändig: mehrere Autoren müssen angeheuert werden, und die Koordination von Charakterdesign und Gameplay in allen Phasen der Entwicklung geht ins mühselige Detail.

Wenn man nicht gerade das Glück hat, mit einem großen Publisher zu kooperieren, scheint sich der nötige Aufwand zumindest laut Tim Sweeney, CEO bei Epic Games, nicht zu rechnen. Das ist wirklich schade, denn besonders Spiele wie BioShock, Life is Strange oder zuletzt Uncharted 4, die allesamt ihren Fokus auf eine voluminöse und packend erzählte Story legen, haben gezeigt, dass Singleplayer-Titel bei uns Spielern ankommen und enorme Erfolge verzeichnen.

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Doch viele Firmen zeigen sich davon völlig unbeeindruckt: Star Wars: Battlefront hat im letzten Jahr vorgemacht, dass sich ein Spiel auch ohne Kampagne verkauft; Epic Games möchte in Zukunft Kampagnen sogar gänzlich abschwören. Und auch Blizzard folgt dem Trend und verzichtet im seit dieser Woche erhältlichen Helden-Shooter Overwatch auf einen Story-Modus. Natürlich kann man jetzt behaupten, dass das logisch ist, war der amerikanische MMO-Riese doch immer schon eher für das flüssige Gameplay und die lang andauernde Multiplayer-Motivation bekannt, als für die innerhalb des Games erzählten Geschichten.

Man denke da nur an World of Warcraft, dessen Geschichte inzwischen total komplex und damit leider für Neueinsteiger kaum zu überblicken ist. Es sei denn, man nimmt sich mehrere Stunden Zeit und wälzt sich durch die unzähligen Quests, Bücher, Foren und Blogeinträge zum gigantischen Fantasy-Universum. Im Spiel selbst bekommt man von all den Story-Fetzen eher wenig mit. Und auch das Shooter-Genre, dessen Pforten Blizzard mit Overwatch zum ersten Mal betritt, ist nicht gerade dafür bekannt, die emotionalsten, aufregendsten Geschichten zu erzählen.

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Warum die Geschichte von Overwatch definitiv Potential hat

Aber genau weil viele Shooter an der Story-Front recht flach ausfallen, hätte Overwatch mit einer gut erzählten Geschichte einen signifikanten Vorteil. Denn selbst wenn die Beta mich im Hinblick auf das Gameplay vollkommen vom Spiel überzeugen konnte: Mit einer im Spiel toll präsentierten Geschichte könnte sich der Helden-Shooter noch stärker von der vielzähligen Konkurrenz abgrenzen und weitaus mehr Aufmerksamkeit – über diverse Zielgruppen hinweg – auf sich ziehen.

Dass Blizzard den Geschichten hinter ihren Spielen ganz grundsätzlich sehr viel Bedeutung beimisst, und dass das Unternehmen jede Menge Potential hat, uns mit Erzählungen zu berühren, zeigt nicht zuletzt das Warcraft-Universum. Selbst, wenn die Geschichten nicht direkt innerhalb des Spiels auftauchen und für Neulinge kaum zu überblicken sind, sind sie doch unglaublich durchdacht und liebevoll erzählt.

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Und genauso verhält es sich auch mit der Geschichte von Overwatch, die derzeit außerhalb des Spiels stattfindet. Man kann absolut nicht übersehen, wie viel Mühe und Liebe die Entwickler in die zusätzlich veröffentlichten Kurzfilme und das begleitende Buch in der Collector’s Edition gesteckt haben. Und selbst innerhalb des Spiels ist viel Potential vorhanden: Die Welt an sich ist stimmig und toll gestaltet, und die Charaktere haben, nun ja, Charakter. Das sieht man zum Beispiel an den Siegerposen im Spiel, die alle sehr individuell und mit viel Liebe zum Detail gestaltet wurden – egal ob beim verrückten Junkrat, der überheblichen Widowmaker oder dem sportlichen Lúcio.

Die wunderschönen Kurzfilme, in denen einige der Helden mit packend erzählten Ausschnitten aus ihrem Leben vorgestellt wurden, untermauern ihre Persönlichkeiten zusätzlich. Genau diese Filmchen waren für mich ausschlaggebend, um mein Interesse an Overwatch überhaupt zu wecken. Darum ist es gleich doppelt so schade, dass Blizzard im Spiel selbst auf diese Elemente, in denen sie bereits Stärke bewiesen haben, nicht eingehen werden.

Overwatch: Die Helden des Blizzard-Shooters im Überblick

Auf der nächsten Seite lest ihr, wie mich Blizzard über die fehlende Story-Kampagne hinwegtrösten könnte.

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