Persona Q - Shadow of the Labyrinth Test: Alles andere als ein billiger Abklatsch

Annika Schumann 3

Nachdem Atlus angekündigt hat, etliche Persona-Ableger zu produzieren, die unterschiedlichsten Genres zuzuordnen sind, wurden viele Fans skeptisch, ob das funktionieren könnte. Ob Persona Q: Shadow of the Labyrinth ein würdiger Titel oder ein mieser Abklatsch ist, erfahrt ihr nun in meiner Review.

Persona Q - Shadow of the Labyrinth Test: Alles andere als ein billiger Abklatsch

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Persona Q: Shadow of the Labyrinth – Alte Begleiter auf neuen Wegen

In Persona Q: Shadow of the Labyrinth habt ihr freie Wahl, mit welchen eurer Favoriten ihr die Geschichte erlebt. Mögt ihr lieber den dunkleren Touch von Persona 3? Oder doch lieber den lebendigen, bunten Stil von Persona 4? Je nachdem, wo eure Präferenzen liegen, könnt ihr die Ereignisse erleben und mit den beliebten Charakteren bestreiten – denn Persona Q: Shadow of the Labyrinth bringt beide Persona-Teams zusammen.

Ein Vorfall, der beide Gruppen zusammenführt, obwohl sie in unterschiedlichen Zeiten und Dimensionen leben, sorgt dafür, dass sie nur durch das gemeinsame Bestreiten und Durchwandern von Labyrinthen zurück in ihre Welt können. Insgesamt vier Irrgärten müssen durchschritten werden, bis jeder wieder seiner Wege gehen kann.

Bis dahin heißt es zusammenarbeiten, egal wie.

Persona Q Launch Trailer.mp4.

Begleitet werden die Teams außerdem von zwei neuen, mysteriösen Charakteren namens Rei & Zen, die scheinbar ihre Erinnerungen verloren haben und in den Labyrinthen umher irrten. Ziel ist es, dass sie das Yasogami-High-School-Gebäude wieder verlassen können – doch geht dies erst, wenn vier Schlösser geknackt werden. Das kann nur geschehen, wenn alle Labyrinthe und ihre Bossgegner bezwungen werden. Funktioniert es denn überhaupt, so viele unterschiedliche Charaktere zwanghaft aneinander zu binden? Und dann auch noch im japanischen, quietschigen Chibi-Stil? Na, das kann ja was werden!

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Die 10 besten Nintendo 3DS-Spiele 2014.

Liebevoll gestaltet, spannend umgesetzt

Persona Q: Shadow of the Labyrinth fusioniert die beiden Universen der beliebtesten Persona-Teile und schafft daraus einen liebenswerten, spannenden Dungeon-Crawler. So viel muss ich direkt vorwegnehmen. Ab der ersten Sequenz wird sofort deutlich, dass es sich hier um einen waschechten, großartigen Persona-Teil handelt und nicht „nur“ um einen Ableger. Ich habe mich für die Charaktere aus Persona 4 entschieden, da mir diese Figuren und die Story durch Persona 4 Golden noch frischer im Gedächtnis sind, doch meine Favoriten lagen eigentlich immer mehr bei den Charakteren aus Persona 3. Also begegneten mir erst Chie, Yosuke und Co., doch selbst bei diesen wurde direkt klar, dass sie auf den Punkt getroffen sind.

Ich hatte keine Sekunde das Gefühl, dass ich eine andere Sorte von Persona spiele, denn die Dialoge, die Handlungsweisen, selbst die Art der Bewegungen war eins zu eins so wie in den Spielen, mit denen ich so unendlich viel Zeit verbracht hatte. Dieser Eindruck bestätigte sich noch mehr, als beide Gruppen aufeinandertrafen und sich die Gegensätze und gleichzeitig doch die Ähnlichkeiten herauskristallisierten. Jede einzelne der vielen Figuren agiert wie gewohnt und schafft so ein vertrautes Spielgefühl – trotz des neuen Designs.

Ich persönlich habe mich rasch damit akklimatisieren können und finde, dass das Aussehen durchaus auf die wirre Situation des Treffens der Persona-Generationen passt. Auch der typische, leicht sarkastische Humor, der den Teilen innewohnt, zieht sich durch das ganze Spiel und sorgt so, vor allem in den Labyrinthen, immer wieder für lustige Stimmung und amüsante Dialoge.

Ebenjene lockern vor allem das allgemeine Geschehen auf – denn vorrangig ist Persona Q: Shadow of the Labyrinth nun mal ein Dungeon-Crawler; ergo also ein Spiel, bei dem viel gegrinded wird. Obwohl die Irrgärten sehr detailreich und surreal gestaltet sind, können die Interaktionen der Charaktere mit ihrer Welt immer wieder für frischen Wind sorgen und die vielen Gegnerwellen erträglich machen.

Dafür sorgt auch das Kampfsystem, das – vom Gameplay her – an Persona-Kenner keine große Herausforderung darstellen dürfte. Die Attacken sind allesamt genau so, wie in den bekannten Reihen und die Monster haben ebenfalls die bekannten Schwächen und Stärken. Oft habe ich mich dabei erwischt, dass ich gar nicht erst auf den Status schauen musste, um direkt zu wissen, welche Attacke am besten gegen das ein oder andere Monster wirkt. Auch die Persona-Fusionierungen gehen wie von selbst. Wenn man so viele Stunden mit Persona 3 & 4 verbracht hat, geht das irgendwann einfach in Fleisch und Blut über. Genau wie bei Pokémon.

Etrian Odyssey lässt grüßen

Eine große Veränderung gibt es allerdings doch: Der Held, zumindest in meiner Storyline mit Yu aus Persona 4, kann nicht mehr alle Personas kontrollieren, sondern ist nur noch auf zwei beschränkt – dafür können aber alle anderen Gruppenmitglieder ebenfalls zwei kontrollieren. Welche das sind, könnt ihr selbst bestimmen. Es bleibt euch ebenfalls überlassen, welche Charaktere ihr in eure Party schmeißt. Es stehen alle zur Auswahl und so könnt ihr entweder ein reines Team aus Persona 3/4 oder eine völlig gemischte Gruppe samt Rei & Zen aufstellen. Das bleibt ganz euren Vorlieben überlassen.

Ebenso gibt es außerdem den sogenannten Leader-Skill, mit dem ihr zum Beispiel einen Charakter bestimmen könnt, der zuerst angreifen soll. Außerdem habt ihr eine Front- und eine Back-Row. Ihr solltet am besten die Charaktere mit hoher Reichweite nach hinten verfrachten und alle anderen nach vorne. So bringt ihr die richtige Strategie und Formation in das Geschehen, das teilweise wirklich schwer werden kann.

Obgleich die Attacken, Schwächen und Stärken bekannt sind, sind die Monster teilweise wirklich hart im Nehmen. Ich denke, es gibt den „Safety“-Schwierigkeitsgrad nicht ohne Grund. Bei diesem könnt ihr nämlich, solltet ihr sterben, direkt an der gleichen Stelle während des Kampfes weitermachen, an der ihr aufgehört habt und weiter durch das Labyrinth wandern, sobald ihr eure Gegner besiegt habt. Wer den Fokus auf Erkundung und Story legen möchte, ist damit sehr gut beraten.

Überhaupt wurde dem Spiel ein Aspekt hinzugefügt, der mir selbst sehr gut von Anfang an gefallen hat. Da ich mittlerweile ein großer Fan von Etrian Odyssey bin, war ich von Anfang an Feuer und Flamme, die Labyrinthe aus der First-Person-Perspektive zu erkunden – und meine eigene Karte währenddessen selbst zu zeichnen; dabei natürlich immer ein Auge auf die FOEs, die starken, übermächtigen Gegner, die sichtbar auf der Karte umherlaufen und die ihr auf jeden Fall umgehen solltet.

Auch diese gibt es in Persona Q: Shadow of the Labyrinth. Ebenso müssen Rätsel gelöst werden, um Zwischenaufgaben zu erfüllen oder gar den richtigen Weg hinauszufinden. Diese Details sorgen dafür, dass es nie langweilig wird – und durch Truhen, die nur geöffnet werden können, wenn ihr die jeweilige Karte zu 100 Prozent aufgedeckt habt, wird der Ehrgeiz geweckt und die Suchtgefahr gesteigert. Wenn ihr Persona Q: Shadow of the Labyrinth spielt, werdet ihr nicht merken, wie die Zeit verfliegt – und das kann gut nach hinten losgehen, denn je nach Schwierigkeitsgrad könnt ihr locker um die 80 Stunden damit verbringen.

Doch nicht nur die Labyrinthe sorgen für reichlich Spielzeit, sondern auch außerhalb, in der Yasogami High, könnt ihr einige Stunden verbringen. Ihr könnt unter anderem Items herstellen, Personas fusionieren oder Sidequests annehmen, die euch entweder durch das Gebäude oder abermals durch ein Labyrinth schicken. Auch der soziale Aspekt, der ein großer Bestandteil der Persona-Teile ist, kommt hier nicht zu kurz. Während eurer Erkundungen in der Schule könnt ihr euch mit den Charakteren treffen und euch unterhalten. Auf diese Weise erfahrt ihr einiges an Hintergrundwissen zu den jeweiligen Figuren. Alles in allem gibt es jede Menge zu tun und es bleibt euch überlassen, wie ihr eure Zeit in Persona Q nutzt.

Fazit:

Persona Q: Shadow of the Labyrinth ist nicht nur ein bloßer Ableger, sondern ein waschechtes, grandioses Erlebnis samt legendärem Soundtrack für alle Persona-Fans. Das Spiel rückt die Charaktere genau in das richtige Licht und sorgt für etliche Stunden Spielspaß. Kartografie & wirre Labyrinthe = Langeweile? Ganz und gar nicht. Persona Q: Shadow of the Labyrinth ist ein toller Dungeon-Crawler und ein episches Persona-Erlebnis.

Persona Q: Shadow of the Labyrinth ist exklusiv für den 3DS erhältlich, diese Version wurde auch getestet. Das Spiel ist komplett in englischer Sprache gehalten. Es gibt keine deutschen Texte.

So testen wir: Die GIGA-GAMES-Wertungsphilosophie

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