Pro Evolution Soccer 17 im Test: Das fast perfekte Fußballspiel

Lukas Flad 3

Pro Evolution Soccer 2017 ist die mit Abstand bisher beste Fußballsimulation der Reihe. Punkt. Warum das Spiel dennoch nicht für jeden etwas ist und warum es manchmal auch ganz gut sein kann, ein Auge zuzudrücken, erfährst Du im Test.

Pro Evolution Soccer 17 im Test: Das fast perfekte Fußballspiel

Ich mache es kurz: Wer taktischen Fußball mag, wird PES 17 lieben. Die Fußballsimulation präsentiert Dir nämlich eine große Anzahl an möglichen Strategien. Besonders toll ist, dass Du jeweils zwei Offensiv- und zwei Defensiv-Taktiken auf die Pfeiltasten legen kannst und so etwa von Gegenpressing auf Manndeckung oder von Tiki-Taka auf den Angriff über die Flügelstürmer umschalten kannst. Außerdem können auch einzelne Spieler sowie jeweils der offensive als auch der defensive Teil einer Mannschaft mit speziellen Aufgaben versehen werden. Das sorgt dafür, dass sich das Gameplay mit jeder noch so kleinen Umstellung spürbar anders anfühlt.

PES 2017 Gamescom Trailer.

Ich bräuchte mal ein passendes Wort

Es mag nicht unbedingt das beste Wort sein, um die Spielmechaniken in PES 17 zu beschreiben, aber geschmeidig trifft es dann eben doch sehr gut: Schnell und präzise fliegen die Bälle über den Rasen und das Feedback, welches mit jedem Schuss einhergeht, ist hervorragend. Man kann förmlich spüren, wie der Ball den Kontakt mit dem Fuß findet. Das sorgt für ein tolles Gefühl, das mit dem physischen Kontakt fortgesetzt wird. Hier zeigt PES 17, wie realistisch es sein kann: Wenn ich einen Spieler mittels Grätsche auf den Boden reiße, dann knallen die Körper auch wirklich aufeinander.

Ein großes Problem in PES 16 waren die Torhüter. Sie haben, wenn überhaupt, viel zu häufig zu spät reagiert. Hier hat Konami deutlich nachgebessert. Der letzte Mann hechtet jetzt in jede Ecke und wirft sich auch mal in den Lauf eines Spielers. Das sieht nicht nur schick aus, sondern hilft tatsächlich auch. Damit gibt es eine Sorge weniger, denn die KI schläft nicht.

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Volltreffer: Das sind die genialsten Tore in Pro Evolution Soccer 2017.

Die perfekten Gegenspieler?

Konamis adaptive KI, welche im Vorfeld als eine Art historische Neuerung angepriesen wurde, ist gerade auf den höheren Schwierigkeitsgraden fordernd. Zwar muss ich hier anmerken, dass ich noch zu wenig Partien gespielt habe, um zu sehen, wie vorhersehbar sie mit der Zeit wird, momentan sieht es aber danach aus, dass die lernenden Gegenspieler Dich fordern dürften: Machst du zwei Tore über die Flügel, dann mauern die Verteidiger diesen Weg eben zu und es wird nicht noch ein drittes Mal klappen. Das ist im Zusammenspiel mit den üppigen Taktik-Einstellungen äußerst motivierend, da man sich so immer wieder aufs Neue, taktische Finessen ausdenken muss.

Mist, da war ja was

Kommen wir zur leidigen Frage nach den Lizenzen. Ja, PES 17 hat welche, aber nur von einer handvoll Klubs und wenn ihr mit eurem Lieblingsverein aus der deutschen Bundesliga spielen wollt, dann müsst ihr mit Borussia Dortmund, Schalke 04 oder Bayer 04 Leverkusen Vorlieb nehmen, denn mehr deutsche Mannschaften gibt es nicht. Immerhin hat PES mit dem FC Barcelona und dem Liverpool FC zwei starke Partner mit an Bord. Gleichzeitig ist die PES-Reihe aber auch bekannt dafür, dass Spieler, Mannschaften und Stadien editiert werden können. Nur auf der PS4 kann man dieses Jahr übrigens auf den Konsolen auch Bilder importieren und hat dadurch noch mehr Möglichkeiten beim Editieren.

Auch wenn Du das Aussehen von einigen Dingen in Pro Evolution Soccer 17 ändern kannst, die Atmosphäre verbessert sich dadurch leider kaum. Und ich sage hier leider, da sie der größte Minuspunkt von PES 2017 ist und auch schon immer war. Stadiongesänge, Fans, Kommentatoren – alles klingt nicht so schön und sieht nicht so toll aus, wie es eigentlich sein sollte. Das ist besonders schade, da die Fußballsimulation auf dem Rasen optisch sehr gut aussieht.

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Mein Test-Fazit zu Pro Evolution Soccer 17

PES 17 ist nicht perfekt: Die Präsentation lässt zu wünschen übrig, die Menüführung ist umständlich und dem Spiel fehlen Lizenzen.

Trotzdem drücke ich sehr gerne ein Auge zu. PES 17 gleicht seine Schwächen nämlich durch ein hervorragendes Spielgefühl aus, welches dafür sorgt, dass ich um drei Uhr nachts „nur noch eine“ Partie spiele. Der Spielfluss ist butterweich, das Feedback fühlt sich gut an und es motiviert einfach ungemein, konstant an der eigenen Taktik zu feilen und sie zu verbessern. Solltest Du hingegen deinen liebsten Klub und atmosphärische Fangesänge suchen, dann wirst Du hier nicht fündig.

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