PewDiePie: Von Disney nach antisemitischem „Witz" gefeuert (Update)

Sandro Kipar 2

Felix Kjellberg, besser bekannt als PewDiePie, ist nicht mehr bei den Maker Studios. Das zu Disney gehörende Unternehmen hat nach mehreren Videos mit antisemitischen Inhalten die Zusammenarbeit mit dem YouTuber aufgekündigt. 

PewDiePie's Tuber Simulator: Launch-Trailer.

Update vom 14. Februar 15.45 Uhr

Aktuell häufen sich die Meldungen, dass nun auch YouTube selbst gegen Kjellberg aufgrund antisemitischer Inhalte vorgeht. Sowohl The Verge als auch Variety berufen sich auf einen Sprecher des Google-Unternehmens der ankündigte, PewDiePie aus dem Werbeprogramm Google Preferred zu entfernen. Zudem soll auch die zweite Staffel der YouTube Red exklusiven Serie Scare PewDiePie mit sofortiger Wirkung gestrichen sein. 

Original-Meldung vom 14. Februar 13 Uhr

Im Juli 2012 überstieg die Abonnentenzahl des schwedischen YouTubers PewDiePie die Marke eine Million. Seitdem ging es für den heutigen Internetstar steil bergauf: Mittlerweile zählt sein Account 53 Millionen Abonnenten und er veröffentlicht sogar eigene Spiele. Auf diesen Erfolg werden auch traditionelle Unternehmen aufmerksam, weswegen Maker Studios, ein Unternehmen der Walt Disney Company, ihn noch 2012 unter Vertrag nahm. Maker Studios gab dem YouTuber jegliche Freiheiten und setzte darauf, dass Kjellberg mit seinem Unterhaltungsformat vor allem junge Zuschauer anlockt. Immer wieder sorgt der YouTuber seitdem für Aufregung: Vor kurzem kündigte er an, dass er bei 50 Millionen Abonnenten seinen Account löschen würde. Nachdem PewDiePie jedoch mehrmals deutlich über die Strenge schlug, kündigte Maker Studios nun den Vertrag mit ihm.

So viel verdient PewDiePie mit seinen Videos*

Hintergrund sind antisemitische Inhalte in PewDiePies Videos, die das Wall Street Journal zusammengefasst hat. Auf dem Kanal des YouTubers sind laut WSJ seit August neun Videos erschienen, die solche Inhalte zeigen. Darunter animierte Hakenkreuze, ein als Jesus verkleideter Mann der skandiert, dass Hitler nichts Falsches gemacht hätte und zwei Männer, die von Kjellberg dafür bezahlt wurden, lachend ein Schild mit der Aufschrift „Tod allen Juden“ in die Kamera zu halten. Bei letzterem gab sich Kjellberg schockiert darüber, dass die Männer dies wirklich machten. Er fand die beiden mithilfe der Website Fiverr, in der Menschen Dienste aller Art anbieten. Alle drei wurden für die Aktion zeitweise gesperrt. Die beiden Männer haben sich mittlerweile für das Schild entschuldigt.

Auch Kjellberg äußerte sich vor kurzem zu den Vorwürfen. Auf Tumblr  streitet er sämtliche Vorwürfe ab: „Ich habe festgestellt, dass mache behaupten, ich unterstütze antisemitische Bewegungen mit meinen Videos. (…) Ich habe lediglich versucht zu zeigen, wie verrückt die moderne Welt ist, speziell die Dienste, die im Internet angeboten werden.“ 

Weiter schreibt Kjellberg, dass er in keinster Weise irgendwelche durch Hass motivierte Einstellungen unterstütze. Er mache Videos zur Unterhaltung und nicht für politische Statements. Im WSJ widerspricht ihm jedoch Jonathan Vick von der Anti-Defamation League, die sich gegen Diskriminierung einsetzt: „Es (den Antisemitismus; Anm. d. Red.) in die Öffentlichkeit zu bringen, macht dies mehr und mehr zum Mainstream.“

Nach der Entschuldigung wurden die beiden Fiverr Dienstleister wieder für die Plattform freigeschaltet. Welche Konsequenzen durch die Vertragskündigung seitens Disney mit sich bringt und ob Kjellberg weitere Strafen fürchten muss bleibt abzuwarten.

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