Die Freizeitpark-Simulationen, die ich als Kind so sehr geliebt habe, sind in diesem Jahr endlich wieder zurück: Planet Coaster ist seit Kurzem in einer frühen Early-Access-Version verfügbar. Ich werfe einen Blick auf das Spiel und sage euch, ob ihr jetzt schon einsteigen könnt oder lieber auf den vollen Release warten solltet.

Planet Coaster in der Vorschau.
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Planet Coaster ist das neue Freizeitpark-Spiel von Frontier Developments, dem Studio hinter Elite Dangerous und so Zeug wie RollerCoaster Tycoon 3 und Thrillville. Das Spiel ist seit Ende März in der Early-Access-Phase, an der auch ihr teilnehmen könnt, wenn ihr 67,99 Euro übrig habt. Falls nicht, könnt ihr zum Release im vierten Quartal des aktuellen Jahres für knapp 28 Euro zuschlagen - oder jetzt meine folgenden Plus- und Minuspunkte lesen:

Das gefällt mir an Planet Coaster:

Planet Coaster hat im Vergleich zu seiner Inspiration einige echte Vorteile, und die konnte ich bereits in der Early-Access-Version ausprobieren. Das wohl beste Feature ist vor allem für diejenigen gedacht, die richtig kreativ sind: Dieses Spiel erlaubt euch modulares Bauen. Das bedeutet konkret, dass euch Planet Coaster sehr viel Freiheit lässt, wenn es ums Entwerfen geht. Entsprechend setzt ihr nicht einfach nur Fahrgeschäft an Bude an Weg, sondern baut euch vor allem die Gebäude überwiegend komplett selbst aus Wänden, Dächern und Dekoration. Das ist fast schon mehr Sims als Freizeitpark-Simulation und grad deswegen so herausragend, weil es euch die Option gibt, echte Parks nachzubauen oder ganz persönliche Entwürfe umzusetzen. Ich hab ein wenig im offiziellen Forum gestöbert und bereits jetzt schon - trotz noch sehr wenig Bauteilen - richtig individuelle Parks gefunden, wie zum Beispiel das Willow Wonderland und einen beeindruckenden Eiffelturm, der in ein Einkaufszentrum mit lauter Fressbuden umgewandelt wurde.

Das Bauen selbst ist dabei überwiegend angenehm gestaltet: Das Verlegen der unterschiedlich breiten Wege funktioniert hervorragend, an entsprechenden Stellen komplettieren sie sich sogar selbst - und sehen dabei nie total unecht aus, sondern haben Mut zur Neigung und Kurve.

Mache ich mich an die Gebäude, dann „snappen“ die Wände nahtlos aneinander - und trotzdem kann ich durch einfache Tastenkombinationen die Höhe und Ausrichtung ändern, oder mein fertiges Gebäude noch mal komplett neu platzieren. Mit den Möglichkeiten, die aktuell schon im Spiel sind, lässt sich viel machen. Besser wird’s, wenn bei Release - und möglicherweise auch danach - noch mehr Bauteile dazukommen.

Gut gefallen haben mir übrigens auch die passenden Geräusche, die das Spiel beim Bauen macht. Das Dekorieren meines Gebäudes mit einer Glocke löst einen Gong-Sound aus, was das Spiel gleich ein wenig atmosphärischer wirken lässt. Es gibt so viele Kleinigkeiten, die dem etwas comichaften Look von Planet Coaster mehr Flair verschaffen und den eigenen Park individualisieren - zum Beispiel die Möglichkeit, farbige Lampen an Gebäuden oder Indoor-Achterbahnen unterzubringen, welche den Park dann nachts in lauter Lichtern erstrahlen lassen.

In Planet Coaster dürft ihr übrigens auch wieder selbst ins Fahrgeschäft einsteigen: Die Ride-Funktion erlaubt euch drei unterschiedliche Perspektiven auf eure Kreation - entweder für etwas eigenen Fahrspaß, vor allem aber für guten User-Generated-Content, weil ihr euren Park auf diese Weise aus diversen Blickwinkeln für eigene Videos aufnehmen könnt.

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Das gefällt mir an Planet Coaster (noch) nicht:

Das Offensichtliche zu Beginn: Planet Coaster ist aktuell noch in der Early-Access-Phase. Entsprechend ist es ganz normal, dass noch viel Content fehlt und diverse Bugs auftauchen. Wirklich genervt haben mich vor allem die Probleme mit der Steuerung der Kamera. Als ich meinen ersten Park bauen wollte, sprang sie bei jedem platzierten Stück Weg richtig weit vom Geschehen weg, was dann dazu führte, dass ich das Spiel für den Abend frustriert beendete. Und auch generell fühlt sich die Kamera noch nicht sehr intuitiv an - die aus RollerCoaster Tycoon bekannte Bewegung, bei der man die Maus an den Bildschirmrand hält, ist hier z.B. nicht verfügbar. Glücklicherweise schreien die Coaster-Fans im Forum schon ganz laut danach, möglicherweise ist diese Steuerung in der finalen Version dann drin.

Was aktuell ebenfalls schmerzlich fehlt, ist das Tutorial. Solltet ihr euch für den Kauf der Early-Access-Version entscheiden, müsst ihr euch mühsam alle wichtigen Infos zur Steuerung, zur Kamera oder zu Shortcuts aus dem Forum suchen. Dort wird zwar ein Tutorial-Video angeboten, das deckt aber noch zu wenig Sachen ab. Wenn ihr besonders beim Bauen lieber an die Hand genommen werdet, solltet ihr vor eurem Kauf lieber noch ein Weilchen warten.

Das trifft vor allem dann zu, wenn ihr Achterbahnen erstellen wollt - was aktuell bereits durch den Cheat-Code „underconstruction“ möglich ist. Während das Bauen auf den ersten Blick mit seiner ungewöhnlichen Steuerung recht simpel aussieht, ist es in der Praxis leider noch zu frustrierend. Einerseits, weil die Steuerung im Spiel nicht richtig erklärt wird und ihr die drei Button-Funktionen erraten müsst; andererseits weil die Kameraperspektive es ständig erschwert, einen angenehmen Blickwinkel auf das Gefährt zu bekommen, um das nächste Teil ordentlich zu platzieren. Ich habe locker eine halbe Stunde nur damit zugebracht, das Endstück meiner Achterbahn wieder in das Startstück zu bekommen – anstrengend!

Das könnt ihr von Planet Coaster künftig noch erwarten:

Bis zum Release des Spiels im vierten Quartal 2016 soll es massenweise Bugfixes und mehr Content geben. Eine Karriere bzw. Kampagne kommt oben drauf - was das Spiel auch dringend benötigt, um mehr als eine glorreiche Sandbox zu sein. Frontier Developments selbst verspricht dafür einen tiefen Grad der Simulation - man soll sogar Parkmitarbeiter einstellen, bezahlen, trainieren können; und die Art wie ihr die Wege baut, wird sich darauf auswirken, wie schnell sich die Besucher von Attraktion zu Attraktion bewegen – um entsprechend mehr oder weniger Geld in eurem Park auszugeben.

Für NOCH individuellere Parks bekommt ihr auch Terrain-Manipulation und eine größere Themen-Auswahl wie Western oder Fantasy. Und natürlich das Wichtigste: viele neue Fahrgeschäfte.

Das Paket, das bei Release verfügbar sein soll, klingt wirklich gut. Dazu würde ich mir bloß noch ein Event-Feature wünschen: Parkparaden zu festen Zeiten oder Einfluss von Wetter auf das Parkgeschehen wären eine interessante Komponente für eine besonders gute Wirtschaftssimulation im Freizeitpark-Gewand.

Mein Early-Access-Fazit zu Planet Coaster:

Planet Coaster ist bereits mit dem aktuell noch geringen Content eine verdammt vielversprechende Sandbox, die zum Release nur besser werden kann - und jede Menge Potential für das beste Freizeitpark-Spiel aller Zeiten hat.

Doch Achtung: Aktuell fehlt noch die Karriere und damit der Simulationsfaktor, weshalb manche von euch lieber noch ein Weilchen warten sollten, bis wir uns auch davon einen genauen Eindruck machen konnten.

Bis dahin kitzelt das Spiel vor allem euren Minecraft- und Die-Sims-Komplex: Diejenigen von euch, die richtig kreativ sind und wissen, wie man gute Parks und Gebäude designt, werden mit Planet Coaster auch in dieser frühen Phase einen Heidenspaß haben und das RollerCoaster-Gefühl aufleben und sogar verbessern können.

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