Bekenntnisse einer eSport-Jungfrau: Wieso du Twitch viel öfter gegen Live eintauschen solltest

Victoria Scholz

CS:GO-Turniere verfolge ich schon lange auf Twitch. Trotzdem kam es für mich noch nie infrage, den PC auszuschalten und ein eSport-Turnier live anzusehen. Durch meinen Job war ich beim PUBG Global Invitational in Berlin dabei. Jetzt will ich unbedingt mehr Spiele live sehen – immerhin habe ich meine große Liebe beim PGI getroffen.

Bekenntnisse einer eSport-Jungfrau: Wieso du Twitch viel öfter gegen Live eintauschen solltest

Es war ein Dienstag, drei Wochen vor dem PGI in Berlin, als meine Kollegin Lina quer über den Flur zum Meetingraum rannte, in dem ich gerade saß. Durch die Glastür sah ich sie bereits über den langen Flur laufen und ich konnte in ihrem Gesichtsausdruck erkennen, dass es unglaubliche Neuigkeiten sein mussten, die sie mir überbringen wollte.

Das PUBG Global Invitational (PGI) fand vom 25. bis 29. Juli in Berlin statt. Die ersten beiden Tage (Mittwoch und Donnerstag) wurde ein Turnier in der Third-Person-Ansicht ausgetragen, während am Samstag und Sonntag das gleiche noch einmal mit First Person stattfand. Am Freitag kämpften 20 4er-Teams bestehend aus jeweils zwei Streamern und zwei Profi-Spielern bei einem Charity-Event (PGI Charity Showdown) um eine Million US-Dollar, die sie anschließend an ein gemeinnütziges Projekt spendeten.

Diese Neuigkeiten hatten es in sich. Wir hatten gerade erfahren, wer alles beim PGI dabei sein würde. Bekannte Streamer aus den USA, Europa oder auch Asien würden sich einen erstklassigen Kampf liefern – und wir durften live dabei sein. Nach unzähligen Stunden, die ich bereits vor Twitch saß und mir Turniere von Overwatch, CS:GO und PUBG ansah, war der Moment gekommen, an dem ich den Platz vor dem heimischen PC und der flauschigen Decke gegen einen unbequemen Plastiksitz in der Mercedes Benz Arena tauschen würde.

Ein absoluter Gänsehaut-Moment und nur ein Grund, weshalb du so ein Turnier live erleben musst - das Intro vom finalen Turnier am Sonntag des Events:

Bisher gab es einfach nie die Möglichkeit, ein eSport-Turnier zu besuchen. Zwar wollte ich immer mit besagter Kollegin nach Köln fahren. Aber die Planung reichte immer nur bis zu einem „Auf jeden Fall. Das machen wir mal!“. Durch das PGI sollte also am 27. Juli mein erstes Mal auf einem eSport-Turnier sein.

Am Freitag in der Mercedes Benz Arena angekommen, bemerkte ich als erstes, dass die Klimaanlage leider nicht so effektiv war, wie ich erhoffte. Bei 35 Grad Außentemperatur und der Raumgröße war das wohl nicht ganz so leicht für das Maschinchen. Jeder Spieler hatte einen kleinen Ventilator hinter sich abgestellt bekommen. Ich starrte neidisch auf die Geräte.

Wir liefen zuerst durch den Pressebereich und schauten uns hinter den Kulissen um. Danach befragte ich mit Kollegen Besucher des Events – immerhin war ich ja noch beruflich hier. Das Ergebnis siehst du übrigens an anderer Stelle. Da sage ich dir nämlich, welche drei Waffen die wirklich besten in PUBG sind, laut Streamern und PlayerUnknown höchstpersönlich.

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Das sind die besten Easter Eggs und Geheimnisse in PUBG.

„Da sind ja sogar echte Airdrops auf der Bühne!“

Um 16.30 Uhr sollte die erste Runde laut Plan starten. Sie begann nicht pünktlich, was auch nicht schlimm war, da wir noch etwas Zeit hatten, um uns umzusehen. Merchandise- und Imbissstände waren das, was ich zu gut 90 Prozent in dem Rondell um die Spielhalle wahrnahm. So langsam wollten wir dann aber doch auf unsere Plätze. Und als eine Platzanweiserin die wuchtige Tür zur Halle öffnete, blieb ich kurz stehen.

Vor mir breitete sich eine ovale Spur aus tausenden blauen Sitzen aus. In der Mitte davon sah ich eine Plattform ähnlich einer mehrstufigen Torte mit 20 Schreibtischen, auf denen PCs, Tastaturen und weitere Hardware stand. LEDs vor den Tischen sollten später die Köpfe der Spieler von vorn zeigen.

Links und rechts neben der PUBG-Plattformtorte standen riesige Airdrops aus dem Spiel, die die gleichen roten Planen preisgaben. Außerdem waren Geländewagen und Motorräder aus dem Battle-Royale-Hit drapiert. Hunderte Lichter leuchteten die Kriegstorte in mehreren Farben an. Es war ein Spektakel.

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Ich saß direkt hinter einer Reihe voller Fans von Team Liquid. Sie hatten neben Shirts der Gruppe auch Banner, Schals und Gesichtsbemalungen in Blau und Weiß. Hinter mir saßen Fans aus Asien, die jeden Kill mit einem lauten „Woah!“ kommentierten. Die Stimmung war fantastisch. Der einzige Wermutstropfen lag wohl am Spiel PUBG an sich.

Insgesamt 80 Menschen auf dem Spielfeld verfolgen zu wollen, klappt bei einem Turnier leider nicht so gut. Obwohl der riesige Würfel an der Decke der Mercedes Benz Arena mit seinem Display die Karte sowie einen Punktestand anzeigte, wechselte die Kamera auf dem dritten Display-Platz bei manchen Zweikämpfen deutlich zu schnell zu anderen Teams. Vor meinem PC hätte ich einen von vielen Twitch-Kanälen des Events ansehen können, die alle jeweils nur ein bestimmtes Team zeigten. Aber Zuhause hätte ich niemals meine große Liebe getroffen.

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Und dann stand der zweifache Blockbuster World Video Game Champion neben mir

Denn neben dem Charity-Turnier hatten Besucher an dem Freitag die Chance, ihren Lieblings-Streamer kennenzulernen. Shroud und DrDisRespect waren für diesen Tag angekündigt, zahlreiche Hände zu schütteln und in die Kamera zu lächeln. Ich hatte mein Doc-Fanshirt mit und überprüfte noch einmal, ob ich auch den Textilmarker eingepackt hatte, als ich mich nach links drehte und sah, wie ein über 2 Meter großer Mann auf die Meet-and-Greet-Fläche zusteuerte. In diesem Moment wusste ich, dass ich Twitch viel öfter ausschalten sollte, um live dabei zu sein.

Lina und ich waren die ersten Personen in der Schlange. Nach ein paar Minuten standen die beiden Streamer auf der Plattform und ich bekam meine Chance, dem Doc zu sagen, wie sehr er mich die ganzen Monate inspiriert und unterhalten hat. Mehr als ein „Please sign my shirt“ kam dann aber doch nicht raus. Na ja, das nächste Mal dann. Obwohl ich wohl nie wieder so einen Moment auf einem eSport-Turnier erleben werde, sind die Karten für die nächste ESL in Köln bereits reserviert.

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