E-Sport: PlayerUnknown's Battlegrounds hat große Pläne

Lisa Fleischer

Momentan findet in Berlin das erste PUBG Global Invitational (PGI) inklusive zahlreicher Profi-Turniere statt. Bei dem Event soll es jedoch nicht bleiben. Gleich am ersten Tag macht die PUBG Corporation klar, dass sie im Hinblick auf E-Sport große Pläne hat. Mit diesem epischen Trailer wurde das PUBG Global Invitational 2018 angekündigt.

PlayerUnkown's Battlegrounds – PGI 2018 Trailer.

Auf einer Pressekonferenz präsentierte Changhan „CH“ Kim, der CEO der PUBG Corporation, gemeinsam mit CMO Jung Hyun „Richard“ Kwon das E-Sport-Konzept von PUBG, das im Laufe der nächsten Jahre etabliert werden soll. Wichtig ist den Verantwortlichen, dass sie E-Sport als langfristige Investitionen sehen, die Änderungen sollen nicht auf einen Schlag, sondern Schritt für Schritt Einzug ins Spiel halten. Zwar handelt es sich bei dem momentan stattfinden PGI 2018 um das erste globale PUBG-E-Sport-Event, zuvor hatte es aber schon kleinere PUBG-Turniere, unter anderem auf der gamescom und in Asien, gegeben.

Gute Organisation ist die halbe Miete

Außerdem will man sich nicht an anderen E-Sport-Titeln orientieren, sondern mehr am klassischen Sport. So soll es Amateur-Events geben, die von Third-Party-Unternehmen und Partner online veranstaltet werden. Bei diesen können Scouts anwesend sein, die überdurchschnittlich gute Spieler in die regionale Pro-Liga holen. In dieser finden lokale Turniere statt, die von offiziellen Partnern gemeinsam mit der PUBG Corporation organisiert werden. Einmal im Jahr findet ein weltweites, von PUBG selbst organisiertes Turnier statt, indem die globalen Pro-Spieler gegeneinander antreten.

So hat PUBG bei uns im Test abgeschnitten

Zwischen Semi-Pro- und Pro-Spielern besteht ein fließender Übergang. Wer einmal im Pool der Semi-Pro-Spieler ist, kann sich für die Pro-Turniere qualifizieren, spielt ein Pro zu schlecht, kann es sein, dass er in den Semi-Pro-Pool zurückfällt. Auch die Turniere sind streng organisiert, Amateur-, Semi-Pro- und Pro-Spiele finden in jeweils unterschiedlichen, von vornherein festgelegten Zeiträumen statt.

In der Pro-Liga finden sowohl weibliche wie auch männliche Spieler einen Platz. Jung Hyun Kwon führt aus, dass prinzipiell jeder Spieler von einem Scout entdeckt werden kann, spielt er gut genug PUBG, egal ob Frau oder Mann. Während der PGI 2018 lässt sich bisweilen noch keine weibliche Spielerin finden, lässt man die Charity-Spieler, die am Freitag gegeneinander antreten, außen vor.

Ein offenes Ohr für die Wünsche der Spieler

Changhan Kim betont auf dem Presse-Event, dass besonders auf die Wünsche der Pro-Spiele eingegangen werden soll. Vor allem zum Gehalt der Spieler äußerte er sich. Demnach sollen unter anderem im In-Game-Shop von PUBG Items zum Kauf angeboten werden, die das Logo des jeweiligen Teams beinhalten. Die Einnahmen daraus fließen teilweise in das Preisgeld, teilweise gehen sie direkt an das betreffende Team. Außerdem gibt es jetzt globale Regeln und Standards, an die sich alle Veranstalter von Turnieren halten müssen. Wenn, dann werden diese Regeln nur in der Saison-Pause geändert, dass wird dann aber auch überall kommuniziert.

Apropos Items: Für diese Gegenstände musst du in PUBG richtig blechen

Bilderstrecke starten
11 Bilder
PUBG: Das sind die teuersten Items, die ihr für Echtgeld kaufen könnt.

Turniere gewinnt nicht mehr unbedingt derjenige, der das Chicken Dinner holt, sondern der Spieler mit den meisten Killpoints. Das soll das Spiel nicht nur für Spieler, sondern vor allem für die Zuschauer spannender machen. Genau aus diesem Grund wird ab dem PGI 2018 auch ein neues User Interface eingeführt, mit dem Live-Status und Ranking besser verfolgt werden können. Willst du nur ein bestimmtes Team verfolgen, werden spezielle Team-Streams angeboten, die pro Land und Team von einem Moderator in betreffender Landessprache kommentiert werden. Zudem gibt es Streams in vier verschiedenen Sprachen, in denen das Geschehen Team-unabhängig zusammengefasst wird.

Von Cheating und zu viel Gewalt

In einer anschließenden Panel-Diskussion kommt die Frage auf, ob PUBG im Rahmen der großen E-Sport-Pläne denn auch verstärkt gegen Cheater vorgehen will. Schließlich war das Spiel für seine Cheater-Problematik in Vergangenheit gleich mehrmals in den Schlagzeilen. Jung Hyun Kwon bestätigt, dass die Problematik längst noch nicht hinreichend gelöst wurde, allerdings seien schon jetzt viel weniger Cheater im Spiel unterwegs als noch vor einiger Zeit.

Die PUBG Corporation arbeitet an gleich drei Lösungen, außerdem gibt es inzwischen eine manuelle Überprüfung. Eine eigene Lösung, die wesentlich effektiver sein soll, ist ebenfalls in Arbeit, braucht aber noch Zeit. Die Verantwortlichen sind jedoch zuversichtlich, dass die Lösung noch in diesem Jahr im Spiel Anwendung findet. Außerdem wird versprochen, dass schon bald Zahlen veröffentlicht werden, die zeigen, um wie viel sich die Cheater-Problematik inzwischen verbessert hat.

Auf der Panel-Diskussion spielt ebenfalls eine Rolle, inwiefern PUBG, ein relativ gewalttätiger Shooter, denn E-Sport-Tauglich ist. Diese Frage ist CEO Changhan Kim wohl offenbar schon zuvor begegnet. Er führt aus, dass er PUBG nicht gewalttätiger findet als andere, reale Sportarten.

Schließlich wird bei PUBG kein Spieler wirklich verletzt, im Fußball hingegen gibt es immer wieder Spieler mit blauen Flecken und gebrochenen Nasen. Und der Fechtsport war laut Kim wohl ziemlich lange richtig gefährlich, weil die heutige Schutzausrüstung damals noch fehlte. Dahingegen sind Shooter geradezu pazifistisch. Er spricht die Vermutung aus, dass die gesellschafltiche Wahrnehmung von E-Sport und dem Shooter-Genre im Speziellen bestimmt bald ändert.

Bestelle hier PlayerUnknown's Battlegrounds *

Ein Langzeitplan

Erst einmal bleiben die PUBG-E-Sport-Events auf PC-Spieler beschränkt, Turniere für Xbox-Spieler befinden sich bereits in Vorbereitung. Mobile-Spieler müssen allerdings erst einmal auf professionelle Turniere verzichten. Dort wird es zumindest vorerst nur Amateur-Turniere online geben. Das könnte sich in Zukunft aber noch ändern, verspricht Changhan Kim. Ziel ist, dass nicht nur PUBG, sondern das ganze Battle Royale-Genre als kompetitiver Titel ernst genommen wird.

Die eigentliche E-Sport-Offensive von PUBG startet 2019 bis 2020, schon zuvor sollen jedoch die ersten Turniere stattfinden. Eines der Ersten: Das PGI 2018. Mit den Erkenntnissen, die daraus gezogen werden können, soll das Konzept weiter verbessert werden. 2021 und 2022 soll PUBG als E-Sport schon so sehr etabliert worden sein, dass sich das Konzept selber trägt und global anerkannt wird.

Die PGI 2018 finden aktuell noch bis zum 29. Juli 2018 in Berlin statt. Wir sind vor Ort und berichten immer wieder über das erste globale PUBG-Turnier. Was hältst du von den E-Sport-Plänen von PUBG? Wirst du die PGI 2018 verfolgen oder interessiert dich weder PUBG, noch E-Sport?

Zu den Kommentaren

Kommentare zu diesem Artikel

Neue Artikel von GIGA GAMES

  • Nacon Revolution Unlimited Pro-Controller: Für diese Spieler lohnt er sich

    Nacon Revolution Unlimited Pro-Controller: Für diese Spieler lohnt er sich

    Inzwischen gibt es für die PlayStation 4 ein Meer an Controllern. Der hauseigene Dualshock 4 in verschiedenen Farben, Gamepads von Nacon, Razer, Hori – alle wollen dir ein besonderes Spielgefühl vermitteln. Mit dem Nacon PS4 Revolution Unlimited Pro-Controller will Nacon nun eine Profi-Variante unter die spielende Masse bringen. Doch: Wird der Controller seinem hohen Preis gerecht?
    Daniel Kirschey
  • Der nächste Blizzard-Gründer verlässt das Unternehmen

    Der nächste Blizzard-Gründer verlässt das Unternehmen

    Blizzard muss den nächsten Personalwechsel verkraften. Nachdem bereits einer der ursprünglichen Unternehmensgründer den Konzern verlassen hat, schließt sich nun ein weiterer an. Was passiert in Zukunft hinter den Kulissen bei Blizzard?
    Marvin Fuhrmann 1
* Werbung