Pokémon GO: Soll angeblich geschaffen sein, um das Christentum zu zerstören

Marco Schabel 4

Auch wenn sich die Augmented Reality-App Pokémon GO zu einem weltweiten Phänomen entwickelt hat, gibt es auch einige Gegner der App. Während manche davon nur genervt sind, vermuten andere sogar höhere Ziele, die mit der App verfolgt werden.

Pokémon Go – Steh auf und Go – Announcement Trailer.
In den USA gibt es, zumindest dem Gefühl nach, mehr Religionsgemeinschaften, als in Indien offizielle Amtssprachen. Die meisten davon sind im Zuge der Einwanderungswellen aufgekommen, da viele Menschen seinerzeit gen Amerika segelten, da es in ihren Heimatländern keine Religionsfreiheit gab. Der größte Teil dieser Gemeinschaften ist christlich geprägt und zumeist friedlich. Dann aber gibt es zum Beispiel sogenannte „Truther“, die eine sehr strikte Weltansicht haben. Die schreckt dabei auch nicht vor Verschwörungstheorien zurück, die sich der Erfolgs-App Pokémon GO widmen.

Pokémon GO entfesselt Cyber-Dämonen

Das zumindest lässt sich einer TruNews genannten Sendung des „Bürger-Reporters“ Rick Wiles (via Right Wing Watch)entnehmen, dessen Ansicht es ist, dass Pokémon GO „dämonische Mächte“ anziehe und Tür und Tor für „digitale Cyber-Dämonen“ öffne. Es hypnotisiere die Bevölkerung und stifte dazu an, andere zu töten. Damit hat Wiles allerdings noch nicht die Spitze seines Absurditäten-Eisbergs erreicht. Vielmehr wirft er Pokémon Go und den Machern von Niantic vor, das gesamte Christentum in den USA auslöschen zu wollen. Begründet wird diese abstruse Ansicht damit, dass Kirchen in Pokémon GO als Poké-Stops dienen und es islamische Jihadisten leichter haben, diese wichtigen öffentlichen Orte zu finden. Nicht dass dies nicht auch mit Google Maps oder einem Blick auf die meist mit einem Kirchturm ausgestatteten Gebäude möglich wäre.

Diese 14 Features wünschen wir uns für Pokémon GO*

Die Begründungen des Truthers, warum Pokémon GO das Ende der amerikanischen Christen sein soll, werden dabei mit zunehmender Zeit nicht weniger fadenscheinig. So bezieht er sich auf ein erfundenes Interview eines Satire-Magazins mit dem Pokémon-Schöpfer Satoshi Taijiri, in dem dieser satanische und anti-christliche Tendenzen zum Vorschein bringen soll. Nur eben ist das alles erfunden und hinlänglich auch so bekannt. Ein Detail, welches der Pokémon GO-Hasser wohl übersehen hat. Türkische Geistliche waren zuletzt übrigens auch gegen Pokémon GO, allerdings „nur“, weil die Muslime damit ihre Pflichten vernachlässigen würden. Hierzulande erschien Pokémon GO in der vergangenen Woche für iOS und Android und hat bislang noch keine großartigen Negativ-Schlagzeilen gemacht. Anders als in den USA wurde noch niemand angeschossen, es wurden keine Leichen gefunden und auch Vorwürfe, Religionen auslöschen zu wollen, gab es bislang nicht. Lediglich besorgte Restaurantbesitzer, die wegen Massenanstürmen die Polizei rufen mussten. Klar ist: Pokémon GO verändert Leben.

Keine Lust auf Pokémon GO? Bestellt euch hier Pokémon Sonne und Mond vor*

Hat dir dieser Artikel gefallen? Schreib es uns in die Kommentare oder teile den Artikel. Wir freuen uns auf deine Meinung - und natürlich darfst du uns gerne auf Facebook oder Twitter folgen.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung