PokéVision: Entwickler veröffentlichen offenen Brief an Niantic

Marco Schabel 6

Seit dem Wochenende funktioniert die beliebte Tracking-App PokéVision nicht mehr für Pokémon GO, da Niantic gegen die Verwendung war. Die angebliche Cheating-App hatte allerdings sehr viele Nutzer und einen guten Grund, wie die Macher in einem offenen Brief an Niantic schildern.

Pokémon GO Karten offline speichern.

Pokémon GO hat definitiv großen Erfolg und würde sicher auch allen Spielern großen Spaß machen, wenn es nicht so viele Probleme hätte, die die Entwickler von Niantic zu verantworten haben, die bereits mit ihrem Vorgängerspiel in Sachen Kundenservice angeblich keinen guten Ruf aufgebaut haben. Zu den größten Mankos in Pokémon GO gehören neben den Server-Ausfällen die Tracking-Probleme. Der bekannte drei Pfoten-Bug war dabei wie ein gebrochener Arm, der mit dem letzten Update nicht eingegipst, sondern komplett abgeschnitten wurde. Damit und mit einer Unterlassungsaufforderung der Entwickler endete auch die Erfolgsgeschichte der inoffiziellen Begleitapp PokéVision die geschaffen wurde, um die Tracking-Probleme auszugleichen und euch basierend auf dem Programmcode zu sagen, wo ihr tatsächlich welche Pokémon in der Nähe findet.

PokéVision hatte 11 Millionen täglich aktive Nutzer

Bereits seit Samstag müssen die Pokémon GO-Spieler allerdings auf PokéVision und andere Tracking-Dienste verzichten, und dank des Updates auch im Allgemeinen auf das Tracking des Spiels. In einem offenen Brief beschreibt PokéVision-Macher Yang Liu, warum er überhaupt PokéVision geschaffen hat. Ein Tracking-Tool, das laut eigenen Angaben 50 Millionen Pokémon GO-Spieler (bei etwa 100 Millionen Spielern insgesamt) mindestens einmal ausprobiert und 11 Millionen Spieler täglich genutzt haben. Liu wuchs demnach als großer Pokémon-Fan auf und das nostalgische Pokémon GO habe ihn von Beginn an gepackt. Weil aber das Tracking nicht so ganz funktionierte, habe er PokéVision geschaffen.

Diese Alternativen und Lösungshilfen gibt es zu PokéVision

„Wir haben PokéVision nicht gemacht um zu ‚schummeln‘“, so Liu. „Wir haben es gemacht, um eine temporäre Lösung für das Tracking zu haben, das, wie uns gesagt wurde, kaputt war.“ Das sah Niantic-Boss John Hanke zuletzt anders, der solche Tools als Cheats deklariert hatte, da diese in den Programmcode eingreifen. Direkt an diesen gewandt fuhr Liu fort und gab zu verstehen, dass die Popularität nur zustande kam, weil es diesen drei Tatzen-Fehler gab. „Die Leute hatten eine temporäre Lösung mit PokéVision, aber wir wussten und jeder andere wusste, dass es nur vorübergehend ist“, heißt es weiter. „Wir haben PokéVision nicht gemacht, um euch – Niantic – zu ärgern. Wir haben es gemacht, damit jeder weiterspielt, während wir auf eure Lösung warten.“

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Spieler BRAUCHEN PokéVision

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Seit dem Wochenende sind die Bewertungen für Pokémon GO in den App-Stores von Google und Apple stark gefallen. Yung Liu und andere in der Pokémon GO-Community glauben, dass dies mit mangelndem Vertrauen in Niantic zu tun hat, aber auch die „respektvolle“ Schließung von PokéVision spielt dabei eine Rolle. Die Hälfte aller Pokémon GO-Spieler habe mindestens einmal PokéVision genutzt, und das sicher nicht um zu Cheaten. Stattdessen glaubt der Entwickler, dass die Nutzer lediglich versucht haben, das Spiel vernünftig zu spielen. „Es hat sich noch nichts geändert“, heißt es dazu. „Könnte es nicht sein, dass ein Tracker – egal ob von PokéVision oder Niantic – etwas ist, was die Spieler verzweifelt brauchen – nicht wollen, sondern brauchen – um das Spiel spielen zu können?“

Noch gibt es weder ein Comeback von PokéVision, noch ein neues, funktionierendes Tracking-System für Pokémon GO. Die Frage bleibt also vorerst unbeantwortet, während Niantic hoffentlich reagieren und das Spiel auf die Reihe bekommen wird. Mehr erfahrt ihr im Artikel zu allen Update-Plänen und -News.

Pokémon GO
Entwickler:
Preis: Kostenlos

Pokémon GO
Entwickler: Niantic, Inc.
Preis: Kostenlos

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