Pokémon GO: Verbraucherschützer mahnen Entwickler ab

Philipp Gombert 12

Der Hype um Pokémon GO ist enorm. Doch sind nicht alle vom AR-Spiel begeistert – darunter Verbraucherschützer, die dem Entwickler Niantic nun sogar eine Abmahnung aufgebrummt haben. Der Grund: Die Nutzungsbedingungen sollen unzulässige Klauseln beinhalten.

Pokémon GO: Profi-Tipps.

Der Entwickler hinter Pokémon Go hat die Verbraucherzentrale im Nacken. Das US-Studio Niantic nehme sich nach Angaben der Experten unzulässige Rechte in den Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen heraus. Kritisiert werden insgesamt 15 Klauseln, versehen mit der Aussage, dass anonymes Spielen gar nicht erst möglich sei.

Die Verbraucherschützer geben Niantic bis zum 9. August Zeit, die betroffenen Klauseln zu entfernen und im Zuge dessen eine Unterlassungserklärung abzugeben. Sollte das nicht der Fall sein, droht eine Klage gegen das Entwicklerstudio. „Wer in Deutschland Geschäfte machen will, muss sich auch an die hier geltenden Verbraucherrechts- und Datenschutzstandards halten.“, so Heiko Dünkel, seines Zeichens Rechtsreferent beim Verbraucherzentrale Bundesverband.

Weitergabe von Daten nach Ermessen von Niantic

Datenschutz sei laut Verbraucherzentrale bei Pokémon GO nur bedingt gegeben. So nehme sich Niantic das Recht heraus, private Daten nach eigenem Ermessen an private Dritte weiterzugeben. Diesbezüglich seien die Einwilligungserklärungen nur schwer verständlich und zu weitreichend.

Außerdem kann Niantic den mit dem Nutzer geschlossen Vertrag jederzeit nach Belieben ändern oder Dienste vollständig einstellen. Betroffen sind hier unter anderem auch In-App-Käufe. Eine Rückerstattung des Geldes schließt der Entwickler in den Nutzungsbedingungen aus. Hinsichtlich der Haftungs- und Gewährleistungsausschlüsse soll für die Anwendung kalifornisches Recht gelten. Widerspricht der Nutzer nicht rechtzeitig im Vorfeld, solle man bei Streitfällen ein Schiedsgericht in den USA kontaktieren.

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12 Spiele, die aus absurden Gründen verboten sind.

Datenschützer stützen Kritik

Der Datenschützer Henry Krasemann hat im Auftrag von heise online die Nutzungsbedingungen für Pokémon GO untersucht und stimmt dabei der Kritik der Verbraucherschützer zu. Problematisch sei insbesondere die uneingeschränkte Weitergabe von Nutzerdaten an Dritte, ebenso wie die Bedingungen bei In-App-Käufen.

Obendrein hat sich der Security-Blogger Mike Kuketz mit der Datenübertragung von Pokémon GO beschäftigt und dabei herausgefunden, dass Nutzerinformationen nicht nur an die Niantic-Server, sondern auch an Unity Technologies, Apteligent und Upsight gesendet werden. Dabei handelt es sich um kalifornische Unternehmen, die Nutzerdaten zu Werbezwecken auswerten.

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Quelle: Verbraucherzentrale Bundesverband via Heise

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