Was ist Pokemon GO? Erklärung für Eltern und Richtlinien für Kinder

Christopher Bahner

Ob groß oder klein, Pokémon GO ist momentan allgegenwärtig und begeistert durch alle Altersgruppen hinweg die Spieler weltweit. Doch viele nicht so im Spielen bewanderte Menschen fragen sich: Was ist Pokémon GO und ist es tatsächlich mit so vielen Gefahren verbunden, wie man es in den Nachrichten hört? Wir erklären euch die App und zeigen auf, wie sich die Monsterjagd sowohl positiv als auch negativ auf unseren Alltag auswirkt.

In den USA werden mit Pokémon GO Raubüberfälle geplant und Spieler stürmen eine Polizeistation. Bei solchen Schlagzeilen horcht man zunächst auf und fragt sich als besorgter Elternteil, was das eigene Kind da denn neuerdings spielt. Pokémon GO ist ein momentan weltweites Phänomen. Aber was hat es mit der App auf sich und wie sollten Kinder das Spiel handhaben. Wir beantworten diese und andere Fragen.

Starter-Pokémon im Überblick - Alle Generationen.

 

Was ist Pokémon GO? Leicht erklärt

Pokémon GO ist wie Facebook oder Twitter eine weitere App auf dem Smartphone oder Tablet. Man kann sie kostenlos im App Store von Apple oder im Google Play Store für Android herunterladen. Startet man die App, muss man sich zunächst mit Benutzerdaten registrieren. Dies geschieht wahlweise über ein Google-Konto oder ein Pokemon-Trainer-Club-Konto, das man neu anlegen kann.

Pokémon GO
Entwickler:
DeNA Co., Ltd.
Preis: Kostenlos
Pokémon GO
Entwickler: Niantic, Inc.
Preis: Kostenlos

Nach der Registrierung startet das eigentliche Spiel, wobei man sich zunächst einen Avatar in Form eines Trainers erstellt. Das ist dann die Figur, die man über die eigenen Bewegungen in der echten Welt auch im Spiel steuert. Das kann man sich wie das Navigationssystem im Auto vorstellen, wobei man in Pokémon GO selbst das Auto ist, das von A nach B über die Karte läuft. Dabei wird jede Bewegung von einem selbst über die GPS-Ortung des Handys ins Spiel auf die Figur übertragen. Das Spiel benutzt dabei Echtzeit-Kartenmaterial von Google Maps, um die Spielumgebung in Form der echten Welt abzubilden.

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Worum geht es in Pokémon GO?

Das eigentliche Spiel stellt sich nun so dar, dass man mit der erstellten Trainer-Figur durch die echte Welt läuft und auf die Jagd nach Pokémon geht. Pokémon steht dabei für „Pocket Monsters“, zu deutsch „Taschenmonster“. Von diesen kleinen tierähnlichen Figuren gibt es im Spiel 151 Stück zu entdecken. Sie tauchen dabei spontan in der Umgebung auf, wenn man sich in der echten Welt bewegt.

Sieht man also ein solches Pokémon auf dem Bildschirm des Handys, muss man es antippen, um es zu fangen. Dabei greift das Spiel dann auf die Kamera des Handys zu und der Spieler muss solange mit der Kamera in der Umgebung suchen, bis er das Pokémon entdeckt. Dieses wird hier vom Spiel vor die Kameralinse bugsiert und der Spieler kann es mit einem sogenannten Pokéball bewerfen und einfangen.

Damit ist das grundlegende Prinzip von Pokémon Go auch schon erklärt, welches momentan jung und alt begeistert. Weitere wichtige Funktionen der App sind noch die Arenen und PokéStops.

  • Arenen findet man an markanten Orten in der Umgebung, z.B. an U-Bahn-Stationen oder besonderen Sehenswürdigkeiten. Eine Arena kann man mit einem seiner gefangenen Pokémon besetzen und sie darin kämpfen lassen. Andere Spieler wiederum können die besetzte Arena mit ihren Pokémon angreifen und erobern. Dabei wird der Kampf zwischen den Pokémon geführt, die man durch zusätzliches Training auch stärker machen kann.
  • PokéStops findet man ebenso an markanten Orten wie Plätzen oder Restaurants in der Umgebung und sie werden auf der Karte als blaue Quadrate dargestellt. An einem PokéStop bekommen Spieler nützliche Gegenstände, um im Spiel Fortschritte zu erzielen.

Was sind die positiven Auswirkungen von Pokémon GO?

Pokémon GO ist erfolgreich und hat sich binnen kürzester Zeit zur erfolgreichsten App überhaupt entwickelt. Dies hat viele Gründe, vor allem aber wird die Motivation verstärkt nach draußen zu gehen und sich mit anderen Spielern gemeinsam auf die Jagd nach Pokémon zu machen.

  • Pokémon tauchen im Spiel nur auf, wenn man sich bewegt und aktiv Meter zurücklegt. Das Spiel heißt nämlich nicht ohne Grund Pokémon GO (Englisch „GO“ für gehen) und man muss sich tatsächlich bewegen und hinausgehen, damit Pokémon auf dem Bildschirm erscheinen. Deshalb sieht man derzeit auch so viele Spieler auf den Straßen und in Parks, die mit ihrem Handy im Anschlag die Gegend auf der Suche nach Pokémon durchstreifen. Das Mobile Game fördert also den Bewegungstrieb und somit die körperliche Ertüchtigung.
  • Hinzu kommt die immense soziale Komponente, die vor allem durch die Arenen und PokéStops entsteht. Bei den Arenen sieht man regelmäßig Gruppen von Spielern, die sich gegenseitig mit ihren Pokémon bekämpfen und so auch miteinander ins Gespräch kommen. Gleiches gilt für die PokéStops, denn hier können Spieler einen Spiel-Gegenstand (sogenannte Lockmodule) benutzen, der für 30 Minuten Pokémon anlockt. Dies wird farblich hervorgehoben, und ist auch für alle anderen Spieler in der Nähe sichtbar. Da alle Spieler Pokémon fangen möchten, strömt also jeder zu dem entsprechenden PokéStop und man befindet sich mit einem Mal in guter Gesellschaft mit anderen Spielern, die alle demselben Hobby frönen.
  • Über die PokéStops lernt man zudem mehr über Sehenswürdigkeiten oder Orte, die einem bisher nie aufgefallen sind.

Wie Pokémon GO Leben verändert

Was sind die negativen Auswirkungen von Pokémon GO?

Pokémon GO ist das erste Spiel seiner Art, welches die erweiterte Realität (Augmented Reality) in einem solch hohen Maße einsetzt. Das heißt, Realität und virtuelle Spielwelt verschmelzen miteinander und fördern neue Probleme ans Licht, die es bisher so noch nicht gab.

  • Die Ablenkung, die von Smartphones ausgeht ist ohnehin schon groß, wird durch Pokémon GO aber noch verstärkt. Durch das enorm immersive Spielerlebnis achten Spieler teilweise nicht mehr auf ihre Umgebung und kleben nur nach am Bildschirm, während sie gleichzeitig durch die Straßen laufen. Manche Spieler fahren sogar gleichzeitig Fahrrad, um auch ja keine Pokémon oder PokéStop zu verpassen. So kam es leider schon zu Unfällen und sogar Todesfällen durch zu unachtsame Spieler.
  • Im selben Maße wie die Lockmodule positiv zum Bekanntschaften knüpfen genutzt werden, werden sie für negative Absichten eingesetzt. So haben Verbrecher in den USA etwa einen PokéStop zu später Stunde mit einem Lockmodul versehen und ahnungslose Spier angelockt, die dann überfallen wurden. Hier ist generell zu sagen, dass man nach Einbruch der Dunkelheit beim Spielen ein besonderes Auge auf seine Umgebung haben sollte. Am besten ist man dann auch nicht allein unterwegs, sonst wird man zum leichten Opfer von Verbrechen.

Achtung Eltern! Richtlinien für Kinder

Die grundlegenden Spielmechaniken von Pokémon GO sind sehr simpel und vor allem zu Beginn empfiehlt es sich, wenn Eltern und Kinder gemeinsam ins Spiel starten. Kinder sollten bereits lesen und einfache Mathematik beherrschen, bevor sie mit Pokémon GO anfangen. Im Spiel werden sie immer wieder mit neuen Objekten und Statistiken in Bezug auf die Pokémon konfrontiert, die sie andernfalls überfordern könnten.

Jüngere Kinder kann man alternativ über das Werfen der Pokébälle ins Spiel einbeziehen, was nur eine gezielte Wischbewegung erfordert. Eltern können dann durch den Rest des Spiels führen und nach Pokémon Ausschau halten. Wenn ein Kind alleine Pokémon GO spielt und die Umgebung erkundet, gibt es einige wichtige Hinweise, die man als Elternteil beachten sollte.

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Das Smartphone kindgerecht einrichten

Eine große Gefahr für Kinder geht bei Handyspielen von In-App-Käufen aus. Pokémon GO ist zwar kostenlos, man kann sich aber die Spielwährung Pokémünzen für echtes Geld kaufen, um weitere Gegenstände im Spiel zu erwerben. Damit Kinder hier gar nicht erst in Versuchung geraten, sollte man die In-App-Käufe generell deaktivieren. Wie das genau funktioniert, erklären wir im Guide: In-App-Käufe ausschalten: So geht’s bei Android und iOS

Den Spiel-Account richtig einrichten

Wenn Pokémon GO das erste Mal gestartet wird, werden Spieler nach ihrem Geburtstag gefragt und können sich anschließend über einen Google-Account oder Pokémon-Trainer-Club-Account einloggen. Kindern unter 13 Jahren wird die Google-Option nicht angeboten und aufgrund des enormen Spielerandrangs kann es zu Problemen bei der Erstellung eines Pokémon-Trainer-Club-Kontos kommen.

Eltern sollten daher einen weiteren Google-Account für ihr Kind einrichten, den sie sonst nicht weiter benutzen. Nach erfolgreichem Einloggen können die Kinder ihren Avatar erstellen und ins Spiel starten. Eventuell möchten sie direkt das Spiel-Maskottchen Pikachu fangen, was nur über einen kleinen Trick funktioniert. Wie das geht, verraten wir im Guide: Pokèmon GO: Pikachu als Starter-Pokémon festlegen

Sicherheitshinweise für Kinder

All die wichtigen Regeln für Kinder in Bezug auf Vorsicht im Straßenverkehr, das richtige Überqueren einer Straße und auf seine Umgebung zu achten, werden beim Spielen von Pokémon GO vergessen werden. Daher ist es von immenser Wichtigkeit mit seinem Kind vor dem Spielen ein Gespräch zu führen und entsprechende Hinweise mit auf den Weg zu geben.

  • Vor dem Überqueren einer befahrenen Straße sollten Kinder das Handy in die Tasche stecken.
  • Besonders Kinder verlieren sich nur allzu sehr in Spielen und sollten daher nicht alleine mit dem Smartphone losziehen. Eine Gruppe aus Freunden sieht mehr als ein Einzelner.
  • Regelmäßige Gespräche mit den Kindern über ihr Spielerfahrungen können weitere Unachtsamkeiten zu Tage fördern, auf die Eltern dann gezielt hinweisen können.

Achtung vor Lockmodulen!

Eine besondere Gefahr für Kinder geht von den Lockmodulen aus, die Pokémon für 30 Minuten an einen bestimmten PokéStop locken. Man erkennt sie an den rosa Blütenblättern, die auf einen PokéStop niederregnen. Dabei kann man sicher sein, dass jedes Kind sofort dorthin stürmen wird, um so viele Pokémon zu fangen wie möglich.

Dies macht grundsätzlich Spaß und Kinder kommen an einem Ort zusammen, um gemeinsam Pokémon zu fangen. Jedoch gibt es auch Menschen, die ein Lockmodul aus bösen Absichten heraus platzieren, um Kinder an einen bestimmten Ort zu locken. Hier sollte man also auf Verbrecher und Triebtäter achten. Es empfiehlt sich Kinder darauf hinzuweisen, nur an belebten Orten zu spielen und vor Einbruch der Dämmerung wieder zuhause zu sein.

Spaß haben und lernen

Insgesamt überwiegen aber die positiven Aspekte von Pokémon GO für Kinder. In welchem Videospiel lernt man sonst, nach draußen zu gehen, die Natur zu erforschen und über PokéStops und Arenen Sehenswürdigkeiten in der Umgebung kennen zulernen. Kinder verbringen ihre Freizeit unter freiem Himmel und machen über das Fangen von Pokémon Bekanntschaften mit neuen Freunden.

Jeder gemeinsame Weg mit dem Kind wird jetzt zur einer Pokémonjagd und auch die Sonntagsausflüge mit der Familie werden unterwegs aufgepeppt. Zudem werden sich Kinder durch Pokémon GO um sonst so unangenehme Pflichten wie das Müll rausbringen reißen. Es könnte sich ja ein seltenes Pokémon in der Mülltonne befinden.

Pokémon GO: Wie gut kennst du Pokémon GO?

Mit Pokémon GO hat uns das Pokémon-Fieber gepackt wie damals, als die Rote und die Blaue Edition uns an den Gameboy fesselten. Hast du das Zeug dazu, sie alle zu schnappen? Zeig uns, dass du dich mit dem Pokémon-Trainer-Simulator auskennst, wie keiner vor dir!

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